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NWZonline.de Region Cloppenburg Politik

Wirtschaftsbetriebe: „Missstände hätten in Konkurs geführt“

30.09.2016

Friesoythe „Die Finanzierung des Bades war nicht abschließend geregelt. Gleich nach Baustart gab es einen Finanzierungslücke. Das Bad ist 2014 ohne Kenntnis der Betriebskosten in Betrieb gegangen. Es gab keinen Haushaltsansatz und keinen Wirtschaftsplan 2014. Für 2015 gab es einen Wirtschaftsplan, der aber eher einem Wunschgebilde glich. Diese Missstände hätten bis in den Konkurs geführt.“ Der Friesoyther Bürgermeister Sven Stratmann fand auf der Gesellschafterversammlung der Wirtschaftsbetriebe Stadt Friesoythe GmbH (Wibef) am Mittwochabend im Rathaus deutliche Worte. Und er benannte auch einen aus seiner Sicht Verantwortlichen: Den damaligen Ersten Stadtrat und damaligen Wibef-Geschäftsführer Dirk Vorlauf.

Nur schrittweise Klärung

Es war das erste Mal, dass die Gesellschafterversammlung, zu der alle Stadtratsmitglieder gehören, öffentlich tagte. Es ging um den von Vorlauf zu verantwortenden Jahresabschluss 2014 der Wibef, einer 100-prozentigen Tochter der Stadt Friesoythe, in der unter anderem das Aquaferrum kaufmännisch abgewickelt wird (siehe Info-Kasten).

Was ist die Wirtschaftsbetriebe Stadt Friesoythe GmbH?

Die Wirtschaftsbetriebe Friesoythe GmbH (Wibef) ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Stadt Friesoythe. Unter ihrem Dach befinden sich die beiden Rathausimmobilien (Stadtpark und Stadtmitte), mehrere Photovoltaikanlagen und die sechs Millionen Euro schwere EWE-Netzbeteiligung. Auch das Allwetterbad Aquaferrum wird über diese Gesellschaft abgewickelt.

Mehr als zwölf Jahre lang wurden die kaufmännischen Geschicke der Wirtschaftsbetriebe der Stadt Friesoythe – zunächst die Friseg mbH, ab 2014 dann die Wibef GmbH – maßgeblich vom damaligen Ersten Stadtrat der Stadt Friesoythe, Dirk Vorlauf, gelenkt. Seit April 2015 hat Heidrun Hamjediers die Geschäftsführung übernommen. Kontrollorgan der Geschäftsführung ist der Aufsichtsrat mit Bernd Möller an der Spitze.

Dass es überhaupt einen Jahresabschluss gebe, sei aber nicht Vorlauf zu verdanken, so der Bürgermeister, sondern seiner Nachfolgerin Heidrun Hamjediers. Mit einem Team aus dem Rathaus sowie externen Beratern habe man mit großer Kraftanstrengung die Geschäftsbücher durchgearbeitet und schrittweise alles nachvollziehbar darstellen können.

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„Prekäre Situation“

Für Stratmann steht fest: Vorlauf selbst habe nicht wie ein ordentlicher Kaufmann gehandelt und habe die Gesellschaft und die Stadt Frie-soythe in „eine prekäre Situation gebracht“. Daher hatte er auf der Versammlung auch von einer Entlastung des ehemaligen Geschäftsführers abgeraten. Diese steht nämlich nach wie vor aus. „Wenn wir den ehemaligen Geschäftsführer entlasten, dann geben wir das Signal, dass er alles richtig gemacht hat. Und wir als Gremium stehen dann voll in der Verantwortung.“

Hintergrund seiner umfangreichen Ausführungen war die Tatsache, dass auf Veranlassung vom Aufsichtsratsvorsitzenden Bernhard Möller kurz vor Ladungsfrist noch die Entlastung des Aufsichtsrates und der Geschäftsführung den Weg auf die Tagesordnung fand. Diese Punkte wurden aber wieder – auch aufgrund eines Formfehlers – vom Tableau genommen.

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Falsches Signal

850 000 Euro Minus 

Somit hatten die Gesellschafter nur noch den Jahresabschluss 2014, der von Geschäftsführerin Hamjediers erarbeitet und vorgetragen wurde, abzusegnen. Die wichtigste Kennzahl, die aus dem Zahlenwerk hervorgeht: Die Wibef weist für das Jahr 2014 einen Fehlbetrag in Höhe von rund 850 000 Euro aus. Diese Summe ist aber durch eine sogenannte Patronatserklärung der Stadt Friesoythe gedeckt. Diese hat sich verpflichtet, für Fehlbeträge von bis zu einer Million Euro pro Jahr aufzukommen. Einstimmig wurde der Jahresabschluss angenommen.

Heidrun Hamjediers hatte aber auch noch mehr Zahlen parat. Sie wies darauf hin, dass für das Jahr 2015 ein Fehlbetrag von rund 960 000 Euro zu erwarten sei. Sie hatte aber auch positive Zahlen mit im Gepäck. So würden sich die Besucherzahlen des Bads gut entwickeln. Das Ziel von 44 200 Besuchern in 2016 sei durchaus zu erreichen, vor allem da bis jetzt schon 35 000 Besucher gezählt worden seien. Für den Saunabereich werde mit 9400 Besuchern geplant. Hier liege man derzeit mit 5500 schon 1400 Besucher über Plan. „Wir sind mit den Zahlen zufrieden, wünschen uns langfristig aber noch mehr Zuspruch.“

Carsten Bickschlag Redaktionsleitung Cloppenburg/Friesoythe / Redaktion Münsterland
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