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NWZonline.de Region Cloppenburg Politik

Politik In Molbergen: Möller leitet Wachstumsphase ein

09.10.2019

Molbergen Wer von den 230 interessierten Bürgern eine Diskussionsveranstaltung zum Stand der Dorferneuerung und zur weiteren Entwicklung Molbergens erwartet hatte, wurde auf der Bürgerversammlung im Saal Schnieder im Molberger Ortsteil Ermke enttäuscht. Wer die Entwicklung der Gemeinde in den vergangenen Jahren Revue passieren lassen und neue Pläne der Verwaltung und des Rates für die Zukunft Molbergens kennen lernen wollte, erfuhr in zweieinhalb Stunden eine Unmenge von Fakten, Entscheidungen und Plänen, die die Zukunft Molbergens in hellem Licht erstrahlen ließen. CDU-Fraktionsvorsitzender Dr. Sebastian Vaske nutzte am Ende der Veranstaltung die Gelegenheit zu einer Laudatio auf den scheidenden Bürgermeister Ludger Möller, der auf eine offizielle Verabschiedung nach 16 Jahren und 273 Tagen als Gemeindeoberhaupt verzichtet hatte.

„Um die nötige Infrastruktur vorhalten zu können, bin ich der festen Überzeugung, dass Molbergen in nächster Zeit 10 000 Einwohner braucht. Heute hat die Gemeinde 9143 Einwohner. Wir haben städtebaulich alles richtig gemacht. Molbergen ist nicht zersiedelt. Es gibt in der Ortsmitte keine größeren Freiflächen“, so Möller.

Gedanken machen müsse sich die Gemeinde um Kindergarten- und Krippenplätze. In der Gemeinde seien nur noch sieben Krippen- und fünf Kindergartenplätze frei. Der neue Kindergarten „Die Arche“ sei bereits ausgelastet.

Für 4,5 Millionen Euro€ werde die Anne-Frank-Schule saniert. Von den Kosten habe die Gemeinde etwa 2,5 Millionen zu schultern. Im Baugebiet Molbergen-Neuenlande hinter der Sportanlage würden bald 80 Bauplätze angeboten werden können. Von den 43 Bauplätzen im Baugebiet Peheim-Markhauser Straße seien 42 verkauft. 52 Kinder leben inzwischen dort – auch, weil die Gemeinde Bauwilligen pro Kind einen Zuschuss von 4000 Euro gewährt habe – ein Invest, das sich gelohnt habe. Weitere 1,9 Hektar seien inzwischen in Peheim als Bauland gekauft. In Dwergte, in Ermke und in Resthausen seien einige Bauplätze für die Eigenentwicklung der Dörfer geschaffen worden, so dass dort in Zukunft gebaut werden könne.

Im ländlichen Wegebau seien alle geplanten Maßnahmen 2019 gefördert worden. Im Jahr 2020 sollen die Straßen Am Brink in Ermke, Meerhook in Dwergte, Ermker Tange in Ermke und Niedriger Weg in Peheim ausgebaut werden. Durch die Umsetzung eines Beleuchtungskonzeptes würden pro Jahr 4465,74 Tonnen CO² und 105 964 € Euro eingespart werden.

Am Ortseingang aus Richtung Cloppenburg werde das neue Feuerwehrgerätehaus mit sechs Einstellplätzen und einem Waschplatz entstehen. Hier sei der Bauantrag gestellt. „Die langen Diskussionen haben sich gelohnt“, so Möller.

Im Rahmen der Dorferneuerung seien Kreisel und Dorfpark als gelungen zu bezeichnen. Bis Ende 2020 soll der Kneheimer Weg zurückgebaut und mit Sitzgelegenheiten und Wasserspielen einen nahtlosen Übergang zum Dorfpark ermöglichen. Auch der Hellekamp solle nicht mehr als Abkürzung von der Cloppenburger zur Dwergter Straße genutzt werden können. Die Straße soll gepflastert, mit Sitzgelegenheiten und Beeten gestaltet werden und so die neue Ortsmitte bereichern. Für die Dörfer Molbergens sei der Antrag auf Aufnahme in die Dorferneuerung gestellt. Allerdings werde das wohl erst 2021 realisiert.

Für 5 Millionen Euro€ plant der Ferienpark Landal 15 neue Häuser am Badesee, so dass der Ferienpark dann rund 30 Millionen Euro€ investiert habe. 150 000 Übernachtungen pro Jahr seien auch für Molbergen und die angrenzenden Gemeinden zu einem Wirtschaftsfaktor geworden.

In der Wirtschaftsentwicklung zeigte Möller die bisher angesiedelten Unternehmen auf, stellte die Pläne der Firmen Lidl und Ancom vor und bedauerte, dass die Gemeinde keine Gewerbeflächen in Molbergen zur Verfügung habe. „Wir bekommen einfach keine Ausgleichsflächen“, so Möller.

„In Zukunft kommen wir an Windenergie nicht vorbei“, konstatierte Möller. In der Gemeinde gebe es drei Potenzialflächen. Damit müssen sich die Gremien beschäftigen, auch wenn die Gemeinde eine Eigenversorgung an regenerativer Energie von 264 Prozent habe. Möller kritisierte den schleppenden Ausbau des Breitbandnetzes: „Am Amazonas habe ich eher ein Netz als in Molbergen“.

„Ich polarisiere. Aber ich halte mich für einen nicht ungeschickten Schachspieler. Bei mir gibt es nur Weiß oder Schwarz. Ich mag keine Grautöne. Es war ein Privileg, Bürgermeister gewesen zu sein“, bekannte Möller, der die Entscheidungsträger ermahnte, ans Wagen und nicht ans Bewahren bis zum Untergang zu glauben. Er lobte seine Mitarbeiter im Rathaus und vor allem seinen Stellvertreter Andreas Unnerstall als Glücksfall für Molbergen. Gleichzeitig bat er, seinem Nachfolger Witali Bastian zwölf Monate Einarbeitungszeit zu gewähren. Er habe eine faire Chance verdient.

„Molbergen hat sich in der Amtszeit von Ludger Möller strukturell verändert. Seine Amtszeit war von großer Leidenschaft geprägt. Es wird über Molbergen hinaus anerkannt, dass die von ihm beschrittenen Wege eine Wachstumsphase eingeleitet haben und erfolgreich waren“, lobte Fraktionsvorsitzender Dr. Sebastian Vaske. Mit langanhaltendem Beifall dankten die Besucher „ihrem“ Bürgermeister. Als Präsent hatte Vaske eine durchaus symbolträchtige Axt mitgebracht.

„Hätte ich die Axt vor einigen Jahren gehabt, weiß ich nicht, ob der Rat noch die jetzige Stärke hätte“, scherzte Möller.

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