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Laster umgekippt – Sperrung der A1
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Aktualisiert vor 26 Minuten.

Unfall Bei Vechta
Laster umgekippt – Sperrung der A1

NWZonline.de Region Cloppenburg Politik

Nachricht vom Tod überbracht

19.05.2015

Friesoythe /Scharrel Die Front kam näher und für mich wurde es als Soldat brenzliger. Ich überlegte und machte mich mit dem Fahrrad wieder auf nach Vechta. Im Marienhospital angekommen, begrüßte ich den Sanitätsunteroffizier. „Wat wullt du hier, harst in Hus bliewen schult.“ „Ich möchte meinen Urlaubsschein verlängert haben“, sagte ich. Dann erhielt ich einen neuen Schein mit dem Vermerk „Urlaub bis auf weiteres, Überführung in häusliche Pflege“. Erleichtert fuhr ich dann von Vechta nach Hause. In Bramsche waren schon die Alliierten.

Wie ich dann in Varrelbusch war, hatte ich einen Platten und musste schieben. Ein Militär-Lkw kam angefahren, überholte mich und hielt an. Der Fahrer, ein Unteroffizier, steig aus, nahm mein Fahrrad und packte es auf die Ladefläche. Ich konnte einsteigen. Zu meiner Überraschung saß meine Cousine im Wagen, die auf dem Flugplatz im Büro tätig war. Es war Fliegeralarm gegeben und so fuhren sie zu meiner Tante nach Petersfeld zur Schule. Der Onkel, Lehrer, war kein Parteigenosse, und so hatte man ihn gleich 1939 eingezogen und nach Norwegen gebracht.

Ich habe bei meiner Tante zuerst meinen Hunger gestillt, dann mein Fahrrad geflickt und bin dann weiter nach Friesoythe gefahren. Eine Tante wohnte an der Moorstraße – ihr Haus war nach einigen Tagen nur noch ein Trümmerhaufen. Nach einer kurzen Rast ging es weiter, zum letzten Mal durch das Stadtor zum Knapper Weg, wo auch eine Tante wohnte.

Dort in der Nachbarschaft wohnte Alwin von Garrel. Er war gleichzeitig mit mir im Wehrertüchtigungslager gewesen. Als ich danach fragte, setzte sie sich und wurde kreidebleich. Er war auch an der Front gewesen. Die Russen hatten angegriffen. In Panik geraten, sei er geflüchtet und dann auf der Flucht von einem deutschen Offizier erschossen worden.

Niemand wollte den Eltern diese Nachricht überbringen. Der älteste Sohn sei schon gefallen. Schulkinder hätten dann den Eltern die Nachricht überbracht. Er war auch nur 17 Jahre.

Mit der Nachricht kam dann auch gleichzeitig der Befehl an die Stadtverwaltung, diese Exekution am Brett zu veröffentlichen. Das hat der damalige Bürgermeister Lanwer jedoch nicht veröffentlicht. Welchen Schmerz haben die Eltern wohl empfunden? Ich hatte ja schon viele hunderte tote Soldaten gesehen. Mein Bruder ist gefallen. Aber dieses sadistische Verhalten eine Offiziers? An die Eltern hat der Mörder wohl nicht gedacht.

Schweren Herzens fuhr ich dann nach Hause. Als ich auf der halben Strecke zwischen der Stadt und dem Küstenkanal war, konnte ich vom Hümling her die Detonationen hören. Die Westfront kam näher. Die Brücken über dem Küstenkanal waren noch nicht gesprengt und so kam ich dann abends nach Hause.

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