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NWZonline.de Region Cloppenburg Politik

Historie: Auf den Spuren eines Pioniers

14.07.2018

Nikolausdorf In die Geschichte der Gemeinde Garrel eintauchen möchte an diesem Samstag, 14. April, der Heimatverein Mühlen aus dem Landkreis Vechta. Im Rahmen eines Tagesausflugs fährt eine Gruppe mit Bus und Fahrrad nach „Amerika“, wobei man gleichzeitig einen Blick auf das „Weiße Haus“ werfen will. Außerdem radelt der Verein auf den Spuren des ersten Siedlers der Garreler Bauerschaft Nikolausdorf.

In Garrel wird die Gruppe aus dem Nachbarkreis von Vorstandsmitgliedern des Heimatvereins Garrel mit ihrem Vorsitzenden Günter Buschenlange und Gemeindedirektor a.D. Peter Möllmann aus Nikolausdorf (1982 bis 2006 Verwaltungschef der Gemeinde Steinfeld) begrüßt und auf dem geschichtsträchtigen Weg begleitet.

Das bekannte Reiterdorf Mühlen mit der ältesten Seefahrtsschule des Oldenburger Landes hat eine direkte Verbindung zur Kolonie Nikolausdorf. Der erste Siedler in Nikolausdorf war im Jahr 1901 Johann Heinrich Deters aus Düpe bei Mühlen in der Gemeinde Steinfeld, wie Möllmann (72) berichtet. In der Nikolausdorfer Dorfchronik heißt es zu Johann Heinrich Deters, geboren 1865 in Düpe: Wie viele seiner Mühler Dorfgenossen war er schon bald nach der Schulzeit als „Büsgänger“ (eine Art Saisonarbeiter) nach Holland gezogen, denn in der Heimat war kein Geld zu verdienen. Bald wechselte er als Matrose zum Norddeutschen Lloyd und wurde Seemann von Beruf. Dutzende Male durchkreuzte er die Ozeane. Auf einer Reise von Australien nach Baltimore überfiel ihn eine schwere Tropenkrankheit und machte ihn dienstunfähig.

So stand er mit seinen 33 Jahren fast vor dem Nichts. Er musste, er wollte auf einen anderen Zweig. Im November 1900 besichtigte er das Gelände der neuen Kolonie Nikolausdorf. Deters war ein geeigneter Bewerber, er wurde angenommen.

Als der Winter 1901 zu Ende ging, zögerte er nicht mehr und zog in die damals menschenleere Heide, heißt es in der Dorfchronik weiter. Eine Plaggenhütte gab der Familie, die aus fünf Personen (davon drei Kinder, später fünf – drei Söhne, zwei Töchter) bestand, Obdach. Ein schwieriger Anfang am 22. März 1901.

Grundstein gelegt

Wer den früheren Standort der Plaggenhütte des ersten Siedlers in Nikolausdorf sucht, wird beim Haus/Hof seines Urenkels Georg Tebben (71) an der Südstraße 15 fündig. Tebbens Urgroßvater legte den Grundstein für die heutige Entwicklung von Nikolausdorf. Bis zu seinem Tod im Alter von 54 Jahren (1920) lebte Johann Heinrich Deters mit seiner Familie in Nikolausdorf.

Heute besteht das in der ganzen Welt bekannte Dorf Nikolausdorf schon 117 Jahre. Hier steht die Kirche noch mitten im Dorf. Für die Errichtung des neuen Pfarrheimes (rund 750 000 Euro) gab es für Nikolausdorf einen Sonderpreis im Rahmen des Wettbewerbes „Unser Dorf hat Zukunft“. Das neu errichtete Pfarrheim werde nicht nur das kirchliche Leben, sondern auch die Dorfgemeinschaft positiv verändern, so Möllmann. Das Haus konnte mit erheblichen Eigenleistungen und finanziellen Hilfen aus dem Dorf errichtet werden. „Es stellt zudem eine Bereicherung für das Ortsbild dar“, sagt der frühere Gemeindedirektor.

Der Vorsitzende des Bürgervereins WIN „Wir in Nikolausdorf“, Wolfgang Engelmann (auch ein ehemaliger Mühler), wird den Mühler Gästen bei ihrer Tagestour Informationen zu den Nikolausdorfer Bildungseinrichtungen (Kindergarten und Schule) geben. Die Kirche und das Pfarrheim werden vom Kirchenprovisor Andreas Holzenkamp vorgestellt. Auch hier gibt es eine Verbindung nach Mühlen. Viele Jahre war der mittlerweile verstorbene Mühler Pater Rüdiger als Pastor Kunibert Busenhagen in Nikolausdorf sowie Varrelbusch tätig.

„Lebendiges Museum“

Im Buurnmuseum des Oldtimerclubs Nikolausdorf wollen sich die Gäste von der Geschichte des Dorfes inspirieren lassen. Hier wird der ehemalige Garreler Bürgermeister Ludger Mayhaus die Gäste begrüßen und entsprechende Erläuterungen und Hinweise geben. Dort findet man ein „lebendiges Museum“ mit verschiedenen besonderen Veranstaltungen und Aktionen im Laufe des Jahres: Ernte- und Dreschvorführungen, Spekulatiusbacken, Darstellung alter Handwerkskunst und mehr, sagt Möllmann.

Mögliche Nachfragen zum ersten Siedler in Nikolausdorf und der Dorfhistorie beantworten gerne der Garreler Heimatverein und der Nikolausdorfer Bürgerverein WIN.

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