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NWZonline.de Region Cloppenburg Politik

Miese Zahlen Beim Aquaferrum: Völlig verrechnet

11.11.2015

Friesoythe Wieder einmal steht das Friesoyther Allwetterbad Aquaferrum im Fokus der Diskussion. Der Bund der Steuerzahler Niedersachsen und Bremen hat jetzt veröffentlicht, was die NWZ  bereits Mitte Oktober berichtet hatte: Die jährlichen Betriebskosten des Bades fallen deutlich höher aus als ursprünglich geplant. Der Betriebskostenzuschuss der Stadt Friesoythe an die Wirtschaftsbetriebe Friesoythe (Wibef), über die das Bad abgewickelt wird, muss für das Jahr 2015 von ursprünglich 350 000 auf eine Million Euro angehoben werden. Hauptursache hierfür seien Abschreibungen, die für das Bad viel zu niedrig angesetzt worden seien. Ein Fehler, der zu Lasten den ehemaligen Wibef-Geschäftsführer und damaligen Ersten Stadtrat Dirk Vorlauf geht.

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Desaster für die Stadt

Auffällig sind aber noch andere Zahlen, die von der Realität weit entfernt sind. Im März 2014 sprach der damalige Bürgermeister Johann Wimberg von einem jährlichen Besucheraufkommen von etwa 75 000 Badegästen. Für die Sauna wurden rund 14 000 Gäste pro Jahr prognostiziert. Wo diese Zahlen herkommen, ist nicht bekannt. Und sie sind wohl unrealistisch. „Bei den Öffnungszeiten und unter der Berücksichtigung der Badnutzung durch Vereine und Schulen sind 200 zahlende Badegäste am Tag nicht möglich. Das gibt die Kapazität des Bades nicht her“, sagte die aktuelle Erste Stadträtin Heidrun Hamjediers am Mittwoch im Gespräch mit der NWZ .

Die tatsächlichen Zahlen betragen für das Jahr 2015 rund 40 000 Badegäste. Die Zahlen für den Saunabereich sehen noch dunkler aus. Die von Wimberg erwarteten 14 000 Besucher kamen bei weitem nicht. Laut Hamjediers werden es in diesem Jahr nicht einmal 6000 Saunagäste sein. Das hat auch Auswirkungen auf die Gastronomie, die auf große Besucherzahlen ausgelegt ist. Und schließlich schlägt sich das alles deutlich in der Bilanz nieder, denn zwischen Kalkulation und tatsächlichen Erlösen klafft eine Lücke von mehreren hunderttausend Euro.

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Wie die Vorgänger-Verwaltungsspitze auf die hohen Besucherzahlen kam, kann sich Hamjediers nicht erklären. Eine Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2008 jedenfalls kam zu dem Ergebnis, dass mit jährlich rund 60 000 Besuchern zu rechnen sei. Diese Studie berücksichtigte auch ein Nichtschwimmerbecken, dass es im Aquaferrum nicht gibt. Sprich: Es wurden bei einem größeren Angebot weniger Besucherzahlen prognostiziert, als Wimberg später verkündete. Mehr noch: Die Studie hat von einer Sauna vollends abgeraten.

Dass die Prognose von 2014 so weit daneben liegt, habe die CDU-Fraktion selber sehr erschrocken, sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Achim Pleis gegenüber der NWZ . Man habe sich damals auf die Zahlen eines renommierten Unternehmens verlassen. „Für uns stellt sich die Frage, wie das Unternehmen so daneben liegen konnte. Man fühlt sich hinters Licht geführt“, sagte Pleis. Daher müsse jetzt zu klären sein, wie es zu dieser Diskrepanz gekommen sei.

Man müsse jetzt aber auch sehen, wie man aus der Sache rauskomme, was man kurz- und mittelfristig machen und ändern muss. So müsse man sich zum Beispiel Gedanken über die Öffnungszeiten machen. Und auch über den Sprungturm und eine Rutsche dürfe man nachdenken. Pleis: „Wir müssen jetzt gemeinsam sehen, dass es nach vorne geht.“

Das sieht SPD-Fraktionschefin Renate Geuter auch so. „Wir haben ein großes Interesse daran, dass das Aquaferrum gut ausgelastet ist und wir dürfen in unseren Anstrengungen, die Frequenz zu erhöhen, nicht nachlassen“, sagte Geuter, die die Zahlen der Prognose immer bezweifelt habe.

Nun müsse man über die laufenden Kosten sprechen, sich fragen, ob eine fremde Betreiberfirma wirklich nötig sei. Schlussendlich sei das Bad da und man dürfe den Kopf nicht in den Sand stecken. Doch die Folgen werde man Jahr für Jahr spätestens bei den Haushaltsberatungen zu spüren bekommen. Denn das Geld, das zusätzlich ins Bad gesteckt werden muss, „fehlt uns bitter“.

Carsten Bickschlag Redaktionsleitung Cloppenburg/Friesoythe / Redaktion Münsterland
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