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NWZonline.de Region Cloppenburg Politik

Stadt kaum wiedererkannt

27.03.2015

Markhausen Es war der 12. Juni 1945. Der Zweite Weltkrieg war seit rund vier Wochen beendet, als Heinrich Niehaus aus Markhausen vom Krieg heimkehrte. Er war gerade 18 Jahre alt, als er gemeinsam mit den anderen Markhausern Willi Schumacher, Hans Böhmann und Bernd Stammermann in der Friesoyther Innenstadt abgesetzt wurde. „Wir wussten im ersten Moment nicht, wo wir waren. Alles war zerstört. Vom Krankenhaus bis zum Amtsgericht stand kein Stein mehr auf dem anderen. Da fiel die Orientierung schwer“, erinnert sich der heute 87-Jährige im Gespräch mit der NWZ . Es könnte in Höhe von Schepers in der Lange Straße gewesen sein, doch genau sagen könne er das nicht mehr. Zu sehr habe die Stadt einem Trümmerfeld geglichen.

Acht Monate zuvor wurde der Markhauser zum Arbeitsdienst einberufen – da war er 17 Jahre alt. Im November 1944 ging es zunächst nach Insterburg im damaligen Ostpreußen. Wenig später wurde die Gruppe nach Krampf in Niederschlesien verlegt. Ende Februar 1945 wurde er dann als 17-Jähriger zur Heeresoffiziersschule nach Esbjerg in Dänemark geschickt. „Da war ich ja fast noch ein Kind“, erzählt Niehaus, der vielen Bürgern als langjähriger ehrenamtlicher Bürgermeister bestens bekannt ist. Auf das Alter wurde in dieser Zeit aber keine Rücksicht genommen.

Das Kriegsende erlebte er dann auch in der dänischen Stadt. Es war der 8. Mai, spät abends. Er und seine Kameraden mussten für die Einhaltung der Sperrstunde sorgen. „Plötzlich liefen die Leute auf die Straße. 18 Dänen wollten sofort das Wasserwerk besetzen. Diese haben wir dann festgenommen. Wir wussten ja nicht, dass Deutschland kapituliert hatte. Am nächsten Morgen waren wir es, die gefangen genommen wurden“, sagt Niehaus.

Gemeinsam mit rund 3000 anderen Soldaten kam er in ein Gefangenenlager. Dann kam der Befehl: „Alle Landwirte unter 18 Jahre vortreten!“ Er war Landwirt, und unter 18 Jahre. Sein Glück, denn diese wurden entlassen. Nach Kriegsende fehlten auf den deutschen Höfen nämlich Arbeitskräfte. So durfte Heinrich Niehaus zurück in seine Heimat. Drei Tage und drei Nächte war er unterwegs, als er zunächst im zerstörten Friesoythe und dann in Markhausen ankam, wo er zur Freude seiner Eltern – sie hatten seit Monaten nichts mehr von ihrem Sohn gehört – in der Küche stand.

Carsten Bickschlag
Redaktionsleitung Friesoythe
Redaktion Münsterland
Tel:
04491 9988 2900

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