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NWZonline.de Region Cloppenburg Politik

Stadt war einziges Trümmerfeld

14.04.2015

Friesoythe Werner Bornhorst hat die letzten Kriegstage in Friesoythe hautnah miterlebt, als damals Achtjähriger. Der Friesoyther lebte mit seinen Eltern am Mückenkamp in Friesoythe. Er schrieb seine Erfahrungen und Erlebnisse aus den letzten Kriegstagen nieder. „Ich erinnere mich daran, als wäre es gestern gewesen“, sagte er im Gespräch mit der NWZ .

„Seit Tagen kam das Wummern der schweren Waffen und das Knattern der Gewehre sowie das nicht enden wollende Sägen der MGs immer näher. Nicht alleine bei Tag, auch bei Nacht. Ich war damals acht Jahre, konnte aber viele Dinge unterscheiden.

In der Nacht vom 14. auf den 15. April 1945 lagen meine Familie und ich in einem Erdloch an der Birkenallee (Ost). Wir waren aus der Stadt geflüchtet. Nach dem ganzen Krach und der Aufregung des Tages schliefen wir bald ein.

Gegen Mitternacht weckte uns unsere Mutter und zeigte unter Tränen in Richtung der Stadt. Die Kirche brannte. Aus dem Turm loderte eine riesige Flamme, bis der Turm nach einiger Zeit in sich zusammenfiel. Eine riesige Fontäne aus Funken schoss in den Himmel. Danach stand das Kirchenschiff in Flammen. Es war alles taghell erleuchtet.

Berichten Sie uns

Haben auch Sie Erinnerungen an die letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges im Nordkreis? Berichten Sie uns. Senden Sie uns Bilder oder Dokumente an die NWZ -Redaktion Friesoythe, Am Alten Hafen 12, E-Mail: red.friesoythe@nordwest-zeitung.de oder per Fax an 04491/99882909.

Die ganze Stadt brannte. Später konnten wir das Ausmaß dieser Zerstörung selber sehen. Nach ein paar Tagen wagte ich mich wieder in die Stadt, und von Weitem hatte ich schon den Geruch von ,Mukkefuck’ (Kaffee) in der Nase. Denn das Haus, in dem die Filiale des Kaffee-Konzerns Thams & Grafs untergebracht war, war abgebrannt, das Feuer glühte noch.

Sämtliche Häuser hatten Granat- oder Brandschäden. Die Stadt glich nicht mehr dem, wie sie einst ausgesehen hatte. Es war ein einziges Trümmerfeld.

Die gesamte Mühlenstraße war platt. Sogar das Gefängnis war zerstört. Nur der Gefängniswärter Heinrich Klumpe verrichtete noch immer seinen Dienst.

Aber es ist erstaunlich. Ohne Hilfe von außen – außer der Nachbarschaftshilfe – mussten die Menschen Haus und Hof wieder aufbauen. In diesem Zusammenhang möchte ich an den Bauern Gerd Roter aus Vordersten Thüle erinnern. Die gute Seele belieferte die Menschen mit Bauholz, oft ohne Bezahlung. Geordert wurde dieses Holz bei den Sägereien Warnken und Haßkamp.“

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