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NWZonline.de Region Cloppenburg Politik

Oldenburger Gespräche: Fremdenhass keinen Raum geben

29.10.2018

Strücklingen Die diesjährigen 21. „Oldenburger Gespräche“, zu denen der Kolpingbezirk Saterland-Barßel und das Kolpingwerk Land Oldenburg am Sonntag in das Pfarrheim St. Georg in Strücklingen eingeladen hatten, vereinte erstmals ein politisches Veranstaltungsformat von Kabarett und Polit-Talk-Runde. Der Vormittag war überschrieben wie das gleichlautende Kabarettstück des Kabarettisten Sebastian Schnoy aus Hamburg: „Dummikratie – warum Deppen Idioten wählen“.

In seinem Kabarett kämpfte Schnoy vor rund 120 Kolpingmitgliedern aus dem gesamten Oldenburger Land für die Aufklärung und gegen den Stumpfsinn. Er lieferte politisches Kabarett ohne Zeigefinger. Dummikratie ist Schnoys Rundumschlag gegen jede Form von Vereinfachung. Es war Unterhaltung auf hohem Niveau, fast philosophisch mit tiefgründigem Humor. Temperamentvoll, respektlos und intelligent erklärte der Hamburger die Welt.

In der anschließenden Talkrunde, die der Leiter der NWZ-Lokalredaktion Friesoythe, Carsten Bickschlag, moderierte, diskutierten der Vizepräsident des Landtags, Bernd Busemann (CDU), die stellvertretende Vorsitzende des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), Landesverband Oldenburg, Anne von Döllen, und Kabarettist Schnoy zu den Themen „Macht der Bilder“, „Fakenews“, „Lügenpresse“ und „Fremdenhass“. „Seit geraumer Zeit verschiebt sich etwas in unserer politischen Kultur, in unserem gesellschaftlichen Miteinander. Die Verrohung der Sprache, Fakenews und Fremdenhass breiten sich immer mehr aus“, eröffnete Moderator Bickschlag die Diskussionsrunde.

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Zum Fremdenhass meinte Anne von Döllen: „Es darf keinen Platz für Fremdenhass geben. Ob der Mensch nun schwarz oder bisexuell ist. Wir sollen die Menschen annehmen, wie sie sind.“ „Hetzparolen haben in unserem Land keinen Platz“, ergänzte Busemann.

Ein Thema war die „Politikverdrossenheit“. „Hier muss man Demokratie verstehen. Bei aller Verdrossenheit, muss jeder seinen Beitrag zur Demokratie leisten, und dazu gehört auch der Gang zur Wahlurne“, meinte Buseman unmissverständlich. Zur Demokratie zähle auch die freie Meinungsäußerung. „Dazu gehören freie Medien, und das ist gut so“, meinte der Dörpener Rechtsanwalt. „Die Demokratie muss rekrutiert werden“, so Schnoy.

Zu Lügenpresse und Fakenews meinte Hannelore Lücking aus Barßel: „Die sozialen Medien sollen mehr über Gutes berichten und nicht immer das Schlechte in den Vordergrund stellen.“ „Dürfen Lehrer ihre politischen Interessen auf Schüler übertragen?“, wollte Heinz Schröer aus Strücklingen wissen. „Ich bin für Bildungspolitik in den Schulen. Doch sie politisch zu gebrauchen, halte ich für gefährlich“, antwortete Busemann.

„Man hört immer wieder den Spruch ,Wird man doch sagen dürfen’“, so Moderator Bickschlag. „Alle sagen die Wahrheit, aber nicht die ganze Wahrheit. Ich bin überzeugt, wenn ein Neonazi bei uns in der Familie einen trinkt, ist er geheilt“, meinte Kabarettist Schnoy. Den Niedergang der sogenannten Volksparteien umschrieb er so: „Politiker versuchen nichts zu sagen, dann bekommt man auch keinen Ärger. Mir ist aber lieber, ein Politiker sagt was, als dass er verwaltet.“ Dafür gab es Beifall im Saal.

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