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NWZonline.de Region Cloppenburg Politik

Unter polnischer Besetzung

05.05.2015

Neuvrees /Neulorup Im Mai 1945 kam die Nachricht. „Wir sollten das Dorf verlassen und nichts mitnehmen“, sagt sich Anni Rolfes aus Neulorup. „Wir haben trotzdem Dinge mitgenommen.“ Die heute 80-Jährige erinnert sich an die Zeit kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs. Wie berichtet, wohnte sie damals zusammen mit ihrer Familie im Elternhaus in Neuvrees.

Zunächst hätten sie dort gelebt, wo am 10. April 1945 die Hochzeit ihrer Tante stattgefunden hatte (die NWZ  berichtete). „Wir wohnten mit sechs Leuten in einem Zimmer“, sagt Anni Rolfes. „Wir durften dann in den Hühnerstall bei uns auf dem Hof ziehen“, erinnert sich die 80-Jährige. Ein Herd wurde dort aufgestellt und Betten wurden aus Latten gefertigt.

Zunächst waren im Stall Anni Rolfes, ihre Eltern, ihr Bruder sowie ein B-Soldat untergebracht. Später sei dann auch ihr Onkel dazu gekommen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war Neuvrees durch die Polen besetzt. Viele Polen wollten nicht wieder in ihre von Russen besetzte Heimat. In dem Haus der Familie, so Anni Rolfes, hätte zu der Zeit ein ungarischer Arzt gewohnt, der die Polen betreute.

Er habe ihren Vater auch mit Medikamenten versorgt. Denn dieser litt an einem schweren Magenleiden. Er war bereits zuvor in einem Krankenhaus in Oldenburg gewesen. „Sein Magenausgang war zu. Er wurde operiert und hat überlebt.“ Ein Mann aus Gehlenberg, der ein Auto hatte, hatte den Vater zurückgeholt.

Auch erinnert sich Anni Rolfes noch daran, dass Neuvrees in der Zeit bis Dezember 1946 den polnischen Namen „Kasperkowo“ trug. Die Polen seien ein Jahr und sieben Monate in Neuvrees gewesen. „Dann wurden die Polen abgeholt und Kasperkowo war ganz schnell wieder vom Ortsschild verschwunden“, so die Neuloruperin. Die Familie durfte anschließend wieder in ihr Haus in Neuvrees zurückkehren.

„Das Schlimmste nach dem Krieg war, dass wir keine festen Schuhe hatten und Holzschuhe tragen mussten“, sagt Anni Rolfes. Von Neuvrees habe sie immer zu Fuß zur Schule nach Gehlenberg laufen müssen.

Tanja Mikulski
Friesoythe
Redaktion Münsterland
Tel:
04491 9988 2902

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