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NWZonline.de Region Cloppenburg Politik

Ratgeber: Mehr Unterstützung für Schwangere

17.03.2020

Vechta „Familien mit dem größten Bedarf bekommen die wenigste Hilfe.“ So lautet eine zentrale Erkenntnis des Hamburger Chefarztes am Kinderkrankenhaus Wilhelmstift, Dr. Sönke Siefert. Das Risiko von Kindern aus sozial schwachen Familien zu erkranken, sei „deutlich erhöht“, berichtete der Hamburger Mediziner jetzt im Vechtaer Kreishaus.

Auch würden beispielsweise Männer aus ärmeren Schichten elf Jahre früher sterben als der Durchschnitt, berichtete Siefert im Rahmen des Caritas-Fachtages „Lotsendienste in den frühen Hilfen – ein Gewinn für alle“ vor rund 60 Zuhörerinnen. Ebenfalls würden psychische Krankheiten in ärmeren Familien häufiger auftauchen als in reicheren. Genauso die Fettleibigkeit, welche bei Kindern insgesamt immer mehr zunehme.

Sieferts Frage: „Was passiert im Körper, wenn man weniger Geld hat?“ Die Antwort: Zum einen übertrage sich der Stress der Mutter bereits vor einer Geburt auf das werdende Kind. Zum anderen beschleunige psychischer Stress den Vorgang des Alterns. Sieferts Fazit: „Knapp bei Kasse: Das macht bösen Stress.“

Wer etwas verändern wollen, müsse daher bereits in der Schwangerschaft ansetzen. „Danach ist es spät“, so der Referent.

Schlüsselerlebnis für ihn: Jennifer, 19, aus Mecklenburg-Vorpommern hatte in Hamburg ein Baby zur Welt gebracht. Allein in einem Hochhaus lebend, sei die junge Frau völlig überfordert gewesen. Medizinisch jedoch sei ihr Neugeborenes völlig gesund gewesen, Hilfe habe sie dennoch dringend benötigt. Eine Kinderkrankenschwester finanziert durch die Hamburger Stiftung „See You“ habe sie daraufhin einige Male besucht.

2007 hat Siefert begonnen, Babylotsinnen auszubilden. „Als Brücke aus der medizinischen in die Welt der sozialen Hilfen.“ Inzwischen hätten 56 Geburtskliniken in ganz Deutschland das Prinzip der Babylotsen in ihre Häuser übernommen. In einer leicht veränderten Form haben darüber hinaus 27 Frauenarztpraxen in Hamburg und Niedersachsen Babylotsinnen.

13 dieser Praxen liegen im Oldenburger Land in Cloppenburg, Oldenburg und Vechta. Seit 2016 wird hier per Fragebogen ermittelt, ob eine schwangere Frau Hilfe braucht. In die Region geholt wurde die Hamburger Initiative von der Vechtaer Caritas-Referentin Rita Schute.

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