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NWZonline.de Region Cloppenburg Politik

Verhängnisvoller Fehler trifft Stadt mit voller Wucht

14.04.2015

Friesoythe Im April 1945 kam der Krieg endgültig in Friesoythe an – und traf die Stadt mit voller Wucht. Die kanadischen Truppen, die bei Meppen die Ems überquert hatten, wollten das taktisch wichtige Friesoythe unbedingt einnehmen, das von der 7. Fallschirmjägerdivision der Wehrmacht verteidigt wurde. Am Ende lag die Stadt in Schutt und Asche. Dass es so weit kam, lag auch an einem Missverständnis.Dienstag, 10. April: Die 4. kanadische Panzerdivision hat sich gegen den Widerstand deutscher Fallschirmjäger bis zur Linie Neubörger-Börger-Sögel vorgekämpft.Mittwoch, 11. April: Die Kanadier rücken auf Neuscharrel, Gehlenberg und Markhausen vor.Donnerstag, 12. April: Kanadische Soldaten befreien das Konzentrationslager Esterwegen. Am selben Tag nehmen sie Neuscharrel ein. Freitag, 13. April: Die „Argylls“ und die „Sutherlands“ rücken aus Richtung Süden auf Friesoythe vor. Die meisten Einwohner sind bereits aus der Stadt geflohen. Am 13. April wagen die Kanadier einen ersten Frontalangriff – vergeblich.

Erst in der Nacht gelingt ihnen aus Richtung Osten ein Angriff auf die Stadt. Die Verteidiger haben mit einem Vorstoß an dieser Stelle offensichtlich nicht gerechnet und werden überrumpelt. Große Teile der Stadt werden vernichtet. Zwei Kirchen, der Bahnhof und das Stadttor stehen in Trümmern. Doch die Zerstörung ist noch nicht beendet.

Denn bei den Kämpfen wird der kanadische Kommandant, Lt.-Colonel Frederick E. Wigle, getötet – und die Kanadier wollen Vergeltung. Sonnabend, 14. April: Bereits am Freitag hatte sich das Gerücht verbreitet, Wigle sei von einem zivilen Heckenschützen niedergestreckt worden. Kanadischen Quellen zufolge fiel der Oberstleutnant allerdings, als sein taktischer Befehlsstand von deutschen Soldaten angegriffen wurde.

Generalmajor Christoph Vokes, Kommandeur der 4. Panzerdivision, will Rache: „Ich werde diese verdammte Stadt niederreißen“, sagt er einem seiner Soldaten. „Wir werden diesen verdammten Ort plattmachen.“ Vokes lässt erst die verbliebenen Menschen aus ihren Häusern holen, danach reißen seine Truppen die gesamte Stadt nieder. Was noch steht, wird angezündet.

In und um Friesoythe wird vereinzelt weitergekämpft, die kanadischen Truppe rücken über Altenoythe in Richtung Edewechterdamm vor, wo sie den Küstenkanal überqueren wollen. Sonntag, 15. April: Der kanadische Oberst C.P. Stacey ist selbst in Friesoythe. Später schreibt der Armeehistoriker: „Es liegt kein Bericht darüber vor, wie dieser Fehler unterlaufen konnte.“
Dienstag, 17. April: Nach heftigen Gefechten gelingt es kanadischen Infanterietruppen, bei Edewechterdamm einen kleinen Brückenkopf zu errichten.Donnerstag, 19. April: Die „Algonquin“-Pionierbrücke über den Kanal ist fertiggestellt, der Weg in Richtung Norden geebnet.

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