• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Cloppenburg Politik

Verwundet in die Gefangenschaft

12.04.2014

Neulohe Sein Großvater war 21 Jahre alt, als er in den Krieg zog, erinnert sich Johannes Röttgers. Hermann Röttgers wurde 1894 in Harkebrügge geboren. Er habe viel mit seinem Großvater über den Ersten Weltkrieg gesprochen, sagt der Enkel. „Wir hatten immer eine enge Verbindung.“ Mit 85 Jahren starb sein Großvater.

Der junge Soldat Hermann Röttgers durchlief seine militärische Ausbildung in Oldenburg. Er habe auch Lübbertus Mödden aus Scharrel gekannt, der dort ebenfalls ausgebildet wurde, sagt Johannes Röttgers. Mödden hatte in der Einheit „93er Infanterie“ gedient und wurde in Russland schwer verwundet (die NWZ  berichtete).

Röttgers hat viele Erinnerungen seines Großvaters aus Kriegstagen aufbewahrt. Zahlreiche Schwarz-Weiß-Aufnahmen zeugen von den Erlebnissen. Eines dieser Fotos zeigt seinen Großvater in Uniform. Röttgers vermutet, dass das Foto kurz vor Kriegsausbruch aufgenommen wurde. Andere Aufnahmen zeigen Soldaten im Schützengraben oder mit Pferden auf dem Feld. Wer diese Szenen fotografiert hat, wisse er nicht, sagt Röttgers.

Neben den Fotoaufnahmen hat ihm sein Großvater auch eine Kriegschronik hinterlassen. Röttgers fährt mit den Fingern über das leicht vergilbte Papier. Die Chronik dokumentiert sämtliche Einsätze, an denen sein Großvater im Krieg teilnahm. Für den Dienst seien seinem Großvater das Friedrich August- Kreuz 1. und 2. Klasse und das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen worden, sagt der Neuloher. Beide Auszeichnungen sind auf der Chronik verzeichnet.

„Mein Großvater war Unteroffizier“, erzählt Röttgers. Mit seiner Einheit kämpfte er unter anderem im Osten und in Frankreich. In noch gut erkennbarer Schrift sind Orte wie Schloßberg, Lothringen, Verdun, Soissans oder der Windawski-Kanal verzeichnet. In Frankreich habe damals die Einheit seines Großvaters ein Weingut erobert, sagt Röttgers. „Drei Tage lang waren sie betrunken vom Rotwein.“ Eine andere Erinnerung seines Großvaters stammt aus der Ukraine. „Erst wussten sie gar nicht, was es ist. Sie standen verwundert mit ihren Pferden vor einem riesigen grünen Berg.“ Erst nach und nach hätten sie begriffen, dass sie auf Getreidemiete gestoßen waren, sagt Röttgers.

Kurz vor Kriegsende sei sein Großvater in Frankreich verwundet worden, erzählt er. „Er kam in englische Kriegsgefangenschaft.“ Eine Karte mit der Anschrift eines Militärhospitals im Manchester zeugt davon. „Sie haben ihn gut behandelt. Das hat er immer erzählt“, sagt sein Enkel. „Ab und zu gab ihm der Wachsoldat sogar eine Zigarette.“ Gut ein Jahr sei sein Großvater in Gefangenschaft gewesen. 1919 kam er frei.


Ein Spezial unter   www.nwzonline.de/erster-weltkrieg 
Melanie Jepsen Varel / Redaktion Friesland
Rufen Sie mich an:
04451 9988 2504
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.