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NWZonline.de Region Cloppenburg Politik

Nwz-Podiumsdiskussion: Wer tritt auf die Bremse, wer aufs Gas?

17.05.2014

Friesoythe Einen verbalen Schlagabtausch haben sich am Donnerstagabend vier der fünf Kandidaten für die Bürgermeisterwahl in Friesoythe bei der Podiumsdiskussion der Nordwest-Zeitung im Forum am Hansaplatz geliefert. Gerhard von Grönheim musste seine Teilnahme kurzfristig absagen. In der von Carsten Bickschlag, Leiter der NWZ -Redaktion in Friesoythe, moderierten „Arena“ standen sich Hildegard Kuhlen (CDU), Sven Stratmann (SPD/Grüne), Josef Themann (unabhängig) und Bernhard Norenbrock (unabhängig) gegenüber.

Umgestaltung der Stadt

Unterschiedliche Auffassungen präsentierten die Bewerber in Bezug auf die Umgestaltung der Innenstadt: Während Hildegard Kuhlen (46) den vom Rat beschlossenen Prozess weiter fortführen möchte – „Wir müssen innovativ sein und dafür Sorge tragen, dass Leerstände gar nicht erst entstehen“ –, plädierten Norenbrock (45), Themann (55) und Stratmann (41) für mehr Zeit bei der Umsetzung. Norenbrock: „Wir dürfen die umliegenden Ortschaften nicht vergessen und müssen auch dort investieren.“ Themann sieht eher ein Zeitfenster bis 2025, um die Umgestaltung umzusetzen. Stratmann forderte, eine Umsetzung „in Maßen“ im Einklang mit den Straßengemeinschaften und Anliegern umzusetzen.

Industriepark C-Port

Eine Bahnanbindung an den C-Port mit Gleisen quer durch die Stadt? „Zukunftsmusik“ für Hildegard Kuhlen, die kurz- oder mittelfristig keine Rolle spiele. Wenn ein attraktives Unternehmen, das viel Arbeitsplätze und Gewerbesteuern mit sich bringe, sich im C-Port ansiedeln wolle, könne man sich darüber Gedanken machen. Für Norenbrock würde dann auch genügend Geld für eine Gleis-Umfahrung um die Stadt vorhanden sein.

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Deutliche Kritik äußerte Norenbrock in Bezug auf den C-Port: „Man könnte heute meinen, man hat die falsche Abfahrt genommen und ist auf der Mülldeponie Sedelsberg gelandet“, schimpfte er. Der „optische Eindruck“ müsse stimmen, damit sich dort Firmen ansiedeln würden. Dem C-Port-Manager würde er gerne weniger Gehalt und dafür eine Erfolgsprovision zahlen.

„Erheblichen Nachholbedarf“ sieht Sven Stratmann beim Industriepark. „Dort sind massive Marketingfehler gemacht worden.“ Ein Ausstieg Friesoythes wäre aber der falsche Weg. Das kann auch Josef Themann unterschreiben, der die Anbindung an die B 72 als wichtiges Signal bezeichnete. „Wenn alle mitziehen, wird der C-Port in zehn oder 15 Jahren ein Erfolgsmodell.“

„Viele andere Gemeinden wären froh, wenn sie so ein Gewerbegebiet hätten“, sagte Hildegard Kuhlen. „Man muss einen langen Atem haben.“ Sie wies darauf hin, dass im Industriepark Gewerbe angesiedelt werden könne, das „wir im Stadtbereich nicht gebrauchen können“. Handlungsbedarf in Bezug auf Gewerbeflächen sieht Kuhlen aber auch in Friesoythe und in einigen Ortschaften wie Altenoythe oder Thüle.

Angesichts der Flächenknappheit brachte Josef Themann das Gedankenspiel ein, emissionsreiche Unternehmen an den C-Port umzusiedeln, um mehr Platz für Firmen zu schaffen, die Vorteile für die Stadt böten. Sven Stratmann möchte einen Gründerhof einrichten, um kleinen Unternehmen die Chance auf Entwicklung zu geben.

Allwetterbad

Ein Schwimmbad braucht die Stadt Friesoythe, darin sind sich die Kandidaten einig. Ob es allerdings in der Größe wie das jetzt im Bau befindliche Allwetterbad sein müsse, bezweifelte Sven Stratmann. Im Winter etwa gebe es nicht einmal die Möglichkeit, Schwimmabzeichen abzulegen, weil keine Sprungtürme im Bad seien. Die Sauna hätte er weggelassen, um dafür mehr Platz für Familien zu schaffen. CDU-Kandidatin Hildegard Kuhlen sagte, Friesoythe als der Schulstandort im Nordkreis brauche ein Bad. Sie versprach, unter ihr als Bürgermeisterin würden die Vereine wie bisher das Bad weiterhin kostenlos nutzen können.

Werbung und positive Darstellung des Bades – das sind für Josef Themann zwei Schlüssel, um das Allwetterbad zu einem Erfolg werden zu lassen.

Tourismus und Freizeit

Für einen Ausbau der Radwanderwege sprach sich Themann im Themenfeld Tourismus aus. Der Wildwuchs an manchen Radwegen müsse beendet werden.

Für Norenbrock kann das Geld, das in das Profil Eisenstadt gesteckt wird, zurückgefahren und in die Außenbereiche investiert werden: „Wir pflastern in Friesoythe die Steine hochkant und im Außenbereich haben wir gar keine.“ Nur „in Teilen“ würde Sven Stratmann am Profil Eisenstadt festhalten. „Wir hätten mit dem Element Wasser mehr Akzeptanz gefunden“, meint der SPD-Vertreter, der – ebenso wie Hildegard Kuhlen – auf die geplante bessere Vernetzung der touristischen Angebote in der Stadt hinwies. „Auf die Bremse treten“ würde Josef Themann in Bezug auf Marketing-Maßnahmen rund um das Eisenstadt-Profil.

Schulen und Bildung

Ein eindeutiges Votum für den Erhalt der elf Grundschulen im Stadtgebiet gab Hildegard Kuhlen ab – „ohne Wenn und Aber“. Sie betonte die Bedeutung der Schulen für das kulturelle Leben der Gemeinden. Der Erhalt der Strukturen sei wichtig, meinte auch Norenbrock. Auch Themann sprach sich gegen die Schließung kleiner Grundschulen aus. Wenn aber in einer Schule ein Lehrer vier Klassen altersübergreifend unterrichten müsse, werde „der Elternwille es irgendwann regeln“.

Sozialdemokrat Stratmann würde die Entwicklung gerne von einem Arbeitskreis Demografie im Auge behalten lassen. Nicht aussitzen möchte er, bis kleinere Schulen von der Landesregierung geschlossen werden, sondern selbst entscheiden, wo sinnvoll zusammengelegt werden könnte. Kritik äußerte er etwa an der Situation in Neuvrees, wo die Kinder im Kindergarten mit dem Bus nach Gehlenberg fahren könnten, im Grundschulalter das aber „plötzlich nicht mehr geht“.

Finanzen

Jährlich eine Million Euro in die Schuldentilgung stecken – dieses Ziel gab Kuhlen vor dem Hintergrund eines 30-Millionen-Euro-Schuldenberges aus. Wenig Spielraum für Schuldenabbau sieht Stratmann. Themann mahnte, jetzt den Gürtel enger zu schnallen, um in Zeiten schlechter Konjunktur investieren und die Wirtschaft stützen zu können. Um mehr Akzeptanz in der Bevölkerung dafür zu finden, würde Themann eine Schuldenuhr am Rathaus installieren lassen.

Investieren würden trotz des hohen Schuldenstandes alle Bewerber: Norenbrock in einen Essensgeld-Zuschuss für alle Kinder der Kindergärten und Schulen im Stadtgebiet, Stratmann etwa in den ÖPNV („Wir sind als Mittelzentrum abgeschnitten von der Außenwelt“), Themann in die Breitbandversorgung und den Straßenbau im Randbereich, Kuhlen etwa in die süd-westliche Entlastungsstraße oder die Dorferneuerung in Neuscharrel und in Neuvrees.

Nach rund zweieinhalb Stunden endete eine rege, aber faire Diskussionsrunde.


NWZ TV    zeigt einen Beitrag unter   www.nwz.tv/cloppenburg 
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Reiner Kramer stv. Redaktionsleitung Cloppenburg/Friesoythe / Redaktion Münsterland
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