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NWZonline.de Region Cloppenburg Politik

„Werte hängen nicht am Status“

09.04.2016
NWZonline.de NWZonline 2016-04-09T05:31:16Z 280 158

Bildung:
„Werte hängen nicht am Status“

Friesoythe Für Bürgermeister Sven Stratmann und Erste Stadträtin Heidrun Hamjediers standen die vergangenen Tage ganz im Zeichen der Schulpolitik: Nach der Diskussion über die Entwicklung der Friesoyther Grundschullandschaft im Schulausschuss am Mittwoch (die NWZ  berichtete) folgte am Donnerstagabend eine Informationsveranstaltung für interessierte Eltern zum Status der Friesoyther Bekenntnisschulen im Forum am Hansaplatz.

Ob eine konfessionsgebundene Schule in eine bekenntnisfreie Schule umgewandelt wird, hängt in erster Linie vom Willen der Eltern ab: Sie müssen in einer Abstimmung mehrheitlich für die Umwandlung votieren; ein Wechsel der Schulform allein durch einen Stadtratsbeschluss ist nicht möglich.

Stratmann machte deutlich, dass die Abstimmungsergebnisse auch direkte Auswirkungen auf die zukünftige Schulpolitik der Stadt haben: Da die Bekenntnisschulen beim Überschreiten der 30-Prozent-Quote nur noch Schüler des jeweiligen christlichen Bekenntnisses aufnehmen dürften, würde der Druck auf die Gemeinschaftsschulen wachsen. Denn wenn an einer Bekenntnisschule in mehr als vier aufeinander folgenden Jahren mehr als 30 Prozent der Kinder kein oder ein anderes christliches Bekenntnis haben, darf die Schule nur noch Kinder der eigenen Konfession aufnehmen, bis die 30 Prozent wieder erreicht sind. „Das heißt“, antwortete Stratmann auf die Frage eines Vaters, „dass wir beispielsweise die Ludgeri-Schule erheblich ausbauen müssten, um genügend Platz für alle Schülerinnen und Schüler zu schaffen, die nicht mehr auf eine Bekenntnisschule gehen können.“

Für Diskussionen sorgte die gesetzlich geregelte Eingrenzung der Wahlberechtigten. An der Abstimmung dürfen nur Eltern teilnehmen, die mindestens ein Kind auf der jeweiligen Schule haben. Das heißt, dass zwar Eltern von Viertklässlern abstimmen dürfen, auch wenn ihre Kinder vom Ergebnis gar nicht mehr betroffen wären. Andererseits dürfen die Eltern von Kindern, die erst im kommenden Jahr in die Schule kommen, nicht teilnehmen. „Da haben wir keinen Spielraum“, bedauerte Hamjediers.

Heinrich Blömer vom Bischöflich Münsterschen Offizialat und Henning Eden von der Arbeitsstelle für Religionspädagogik der evangelisch-lutherischen Kirche in Oldenburg machten in ihren Statements deutlich, dass die Vermittlung christlicher Werte nicht an den Status der Bekenntnisschule gebunden ist.

Für die Abstimmung sind folgende Termine festgelegt worden: Marienschule: Montag, 18. April, 11.45 bis 14 Uhr, Gerbertschule: Dienstag, 19. April, 11.45 bis 13.15 Uhr, Grundschule Kampe: Donnerstag, 21. April, 11.45 bis 13.15 Uhr, Grundschule Edewechterdamm: Freitag, 22. April, 11.45 bis 13.15 Uhr.

Als ergänzender Termin ist Sonnabend, 23. April, 10 bis 12 Uhr (Rathaus) festgelegt. Die Beantragung von Briefwahl ist möglich, Einzelheiten gehen den Eltern mit der Wahlbenachrichtigung zu. Die Termine für die Abstimmungen in den anderen vier Bekenntnisschulen werden rechtzeitig bekannt gegeben.