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NWZonline.de Region Cloppenburg Politik

Zukunftsängste quälen Menschen

27.09.2016

Cloppenburg Sinkende Temperaturen, keine winterfesten Unterkünfte, tagelanger Regen, Kleidung und Zelte, die nicht mehr richtig trocknen, keine Wasseranschlüsse geschweige denn Heizungen: So beschreibt Emrah Gevin aus Cloppenburg die Situation in dem Flüchtlingslanger Camp Petra. Es liegt im Olymp-Gebirge, etwa 100 Kilometer von der griechischem Großstadt Thessaloniki entfernt. Unter schwierigen Bedingungen leben dort 1200 Yeziden, zum Teil inzwischen weit länger als ein Jahr.

Der 23-jährige Gevin, Student der Wirtschafts- und Rechtswissenschaften in Oldenburg, hat als Freiwilliger in dem Lager gearbeitet, und die Zustände fotografiert. Seinen nächsten Hilfseinsatz bereitet Gevin bereits vor. Er gehörte neben Holger Geisler und Tahli Burunacik zu einem dreiköpfigen Helferteam. Entsandt hatte die Gruppe der in Oldenburg ansässige Zentralrat der Yeziden in Deutschland. Der repräsentiert einen Teil der mehr als 50 yezidischen Vereine im Bundesgebiet.

Vor Ort lernte Gevin die Not der Menschen kennen, die vor Unterdrückung oder Krieg aus dem Irak, Syrien und vor allem der Türkei geflohen sind. Die Frauen, Männer und Kinder gehören wie er zur ethnischen Minderheit der Yeziden. Viele haben Verwandte in Deutschland. Dort wollen sie hin – durch Familienzusammenführungen. Die aber dauern – von Einzelfällen abgesehen – in der Regel drei Jahre, berichtet Gevin. Bis dahin müssen die Menschen im von der griechischen Regierung betriebenen Camp Petra bleiben. Dort leiden sie unter der drückenden Ungewissheit, was ihre Zukunft angeht.

Was im Lager aktuell fehlt, berichtet der 23-Jährige, „sind beispielsweise eine psychologische Betreuung für die vielfach traumatisierten Flüchtlinge oder eine ausreichende Zahl Dolmetscher. Gefragt sind die Sprachen Englisch und Griechisch beziehungsweise Kurdisch und Arabisch“. Aber auch ganz alltägliche Probleme der Menschen lassen sich nur schwer oder überhaupt nicht lösen. So fehle es unter anderem an Transportkapazitäten. Manchmal dauere es drei Stunden, bis ein dringend benötigter Krankenwagen für den Weg in eine Klinik einträfe.

Zudem mangelt es im Camp Petra an Bildungsangeboten speziell für Kinder. „Im Lager gibt es zwei Klassenzimmer. Die sind praktisch rund um die Uhr belegt. Ein geregelter Unterricht ist also nicht möglich. Da ist es nicht ungewöhnlich, dass etwa Elfjährige seit drei Jahren nicht in der Schule waren. Da geht ein unerhörtes Potenzial verloren“, berichtet Gevin.

Lebensmittel stehen ausreichend zur Verfügung. Dafür sorgen die Behörden. Allerdings entspricht ihre Zubereitung vielfach nicht dem Gewohnheiten der Flüchtlinge. Eine Lösung wäre, dass die Camp-Bewohner ihre Mahlzeiten selbst zubereiten. Doch dafür fehlen wiederum die Kochgelegenheiten.

Das gilt auch für dringend benötigte winterfeste Unterkünfte. Die zugesagten Container sind ausgeblieben – bislang jedenfalls.


Kontaktmöglichkeiten und mehr Informationen:   www.yeziden,de 
Christoph Floren Cloppenburg / Redaktion Münsterland
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