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Computerbetrug: Prozessauftakt führt zu vollen Rängen

18.09.2014

Cloppenburg /Osnabrück Eng ist es am Mittwochmorgen im Osnabrücker Landgericht geworden: Es war der Auftakt des Prozesses gegen eine achtköpfige Bande, die sich wegen des Ausspähens von Bankdaten und des Plünderns fremder Konten verantworten muss. Die Angeklagten im Alter zwischen 25 und 51 Jahren – sie stammen aus Cloppenburg, Visbek, Wildeshausen, Vechta, Lohne, Bad Zwischenahn, Werlte und Düsseldorf – sollen die Konten von Kunden der Postbank ausgespäht, sich eingeklinkt und ihren Opfern insgesamt knapp eine Millionen Euro gestohlen haben (die NWZ  berichtete). Sie arbeiteten von Cloppenburg aus. Der Betrügerring war von der Staatsanwaltschaft Osnabrück und der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta im Dezember 2013 zerschlagen worden.

Der Vorwurf lautet auf gewerbs- und bandenmäßigen Computerbetrug. Die Angeklagten sollen die Tan-Nummern der Bank-Kunden, die per SMS geschickt wurden, abgefangen und für ihre Zwecke genutzt haben.

Zum ersten Prozesstag nun traten sowohl die Anklagebehörde als auch die Verteidiger mit viel Personal an: Fünf Staatsanwälte hatten Platz genommen und zunächst 15 Verteidiger. Ein weiterer Rechtsanwalt stieß im Lauf der Sitzung noch hinzu und nahm im Zuschauerraum Platz. Das große Personalaufgebot stellte die Kammer vor Probleme. Die Staatsanwälte mussten zum Teil direkt neben den Richtern sitzen, was von der Verteidigung kritisiert wurde. Es dränge sich der Eindruck auf, die Staatsanwaltschaft wolle „psychische Gewalt“ auf die Richter ausüben, merkte einer der Anwälte spitz an. Ein anderer Verteidiger bemängelte, einer der neben ihm sitzenden Staatsanwälte könne einen Blick auf seine Notizen werfen. Beim nächsten Termin soll nun ein Versuch mit einer anderen Sitzordnung gemacht werden. Falls sich die Angeklagten geständig zeigen, fordert die Staatsanwaltschaft Strafen zwischen anderthalb und achteinhalb Jahren Haft.

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Die Verteidigung stellte zahlreiche Anträge, unter anderem auf Akteneinsicht in Überwachungsprotokolle, über die das Gericht bei der nächsten Sitzung entscheiden muss. In diesem Jahr sind noch 26 Fortsetzungstermine anberaumt.

Anuschka Kramer Redakteurin / Redaktion Westerstede
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