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NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

Justiz: 1488 Betrugsfälle auf 220 Seiten

20.06.2015

Aurich /Friesoythe Wegen Betrugs in 1488 Fällen mit einem Schaden von rund 900 000 Euro steht seit dem 9. Juni ein 30-Jähriger aus Friesoythe vor der Großen Wirtschaftskammer am Landgericht Aurich. Der Mann soll mit seiner Ehefrau in den Jahren 2006 bis 2010 übers Internet einen schwunghaften Handel mit Handys und Handyverträgen betrieben und dabei Privatleute, Telekommunikationsfirmen und Banken reihenweise übers Ohr gehauen haben.

Laut Anklageschrift erschlich das Paar Kredite, kassierte für Mobiltelefone, ohne diese zu liefern, fälschte Handyverträge und strich die Provision ein. Dabei entstand ein Gesamtschaden von mehr als 900 000 Euro.

900 000 Euro Schaden

Alleine die Anklageschrift umfasst 220 Seiten. Zur Tatzeit wohnte der Angeklagte in Wiesmoor und Südbrookmerland. Seine Ehefrau und Komplizin wurde bereits zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Für den Prozess vor dem Landgericht Aurich sind zunächst neun Verhandlungstage angesetzt – der letzte am 17. August. 57 Zeugen sind geladen.

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Laut Anklageschrift bot das Paar per Internet Mobiltelefone zum Kauf an. Die Kunden bezahlten per Vorkasse, erhielten die Ware aber nie. Umgekehrt bestellte das Paar Geräte, ohne diese zu bezahlen. Auch Dienstleistungen und Kredite sollen erschlichen worden sein. Außerdem soll das Paar Handyverträge vermittelt haben, die gefälscht waren. Dafür kassierte es Provision und gelangte zu Unrecht an freigeschaltete SIM-Karten und gesponserte Handys.

Zwei Jahre ermittelt

Die Große Wirtschaftskammer verhandelt unter Vorsitz von Richter Wolfgang Gronewold. Insgesamt sind neun Verhandlungstage angesetzt. Die Geschädigten kommen aus ganz Deutschland.

Die Auricher Polizei hatte seinerzeit zwei Jahre lang ermittelt. Gegen das Ehepaar lagen mehr als 800 Anzeigen vor. Laut Polizei fing alles an, als die beiden 2006 in Aurich einen Handy-Shop eröffneten. Bereits damals bestand der Verdacht, dass unerlaubt Telefonkarten und Handys entsperrt wurden. Anschließend zog das Paar nach Südbrookmerland, gründete eine neue Firma und begann, Mobiltelefone über das Internet zu verkaufen. Später wurde der Firmensitz nach Wiesmoor verlegt.

Einen Großteil des Lebensunterhalts bestritt das Paar offenbar mit Betrugsdelikten – auch neben den Handygeschäften. Ein Geständnis lehnte der Beklagte bislang ab, obwohl er so mit einer geringeren Haftstrafe rechnen könnte. In diesem Fall könnte die Haftstrafe zwischen drei Jahren und drei Monaten und drei Jahren und sechs Monaten liegen, hieß es in der Verhandlung. Die Verteidigung hofft jedoch auf eine Bewährungsstrafe.

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