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NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

25 Jahre Arbeit zwischen den Türmen

13.12.2007

RAMSLOH „Da die Änderung einer Nato-Bezeichnung sicherlich schwierig zu erreichen sein wird, schlage ich vor, künftig folgende einfache Erläuterung zu verwenden: Saterland-Ramsloh heißt auf Englisch Rhauderfehn“ – diese Empfehlung bekam Kapitänleutnant Heinz-Peter Will, Leiter der von der Bundeswehr „Marinefunksendestelle Saterland-Ramsloh“ genannten Dienststelle, als er das Bundesverteidigungsministerium vor elf Monaten um eine einheitliche Bezeichnung gebeten hatte. Seit 25 Jahren ragen acht Sendemasten, deren Natobezeichnung dagegen „VLF/MSK Marinefunksendestelle Rhauderfehn“ lautet, im Westermoor bei Ramsloh weit in den Himmel. Seit 1982 übermitteln sie verschlüsselte Nachrichten an getauchte U-Boote der deutschen Marine oder den Nato-Partnern.

1973 erging der Auftrag zum Bau, im Mai 1982 fand der erste Probebetrieb statt. Sieben Monate später, am 9. Dezember, wurde die Anlage auf dem 540 ha großen ehemaligen Schießplatz im Westermoor durch Vize-Admiral Fromm in Dienst gestellt. „Damit hatte die Marine die modernste und leistungsfähigste Anlage der Nato – das ist noch heute so“, sagt Karl-Heinz Ludwig von Telefunken Racoms. Das Unternehmen hatte 1970 den Auftrag zum Bau erhalten.

Zum Jubiläum hatte die Bundesmarine zu einem Festakt auf das Gelände eingeladen. Hier arbeiten mehr als 50 Soldaten und Techniker sowie knapp 40 zivile Angestellte. Den nun 25-jährigen Betrieb aufrecht zu erhalten, und das mit einer Verfügbarkeit von 98 Prozent an 365 Tagen pro Jahr und 23 Stunden täglich, habe den Soldaten und zivilen Mitarbeitern „immer ein Höchstmaß an Flexibilität und Einsatzbereitschaft abverlangt“, sagt Achim Zaouer. Ihm untersteht die Sendestelle als Kommandeur der Führungsunterstützungsgruppe im Flottenkommando in Glücksburg.

„Alle haben dazu beigetragen, dass mit dieser Sendestelle nun schon seit 25 Jahren eine verlässliche und stabile Brücke zwischen den U-Booten und der Heimat besteht – sie ist der Draht zur Außenwelt“, so Zaouer.

Spätestens seit dem Tag der offenen Tür im Mai 2007 sei die bei den Einheimischen fast schon liebevoll „Bei den Türmen“ genannte Sendestelle auch bei der Bevölkerung angekommen. An diesem Tag sahen sich rund 3500 Besucher die Anlage und die Masten an.

Noch in den 90er-Jahren hatte es großen Widerstand gegen die Anlage gegeben. Die „Bürgerinitiative gegen Elektrosmog Saterland“ befürchtete eine hohe Strahlenbelastung, und es gab Gerüchte um eine gestiegene Krebsrate. Ein von den umliegenden Gemeinden in Auftrag gegebenes Gutachten zeigte aber, dass die Grenzwerte klar unterschritten werden. „Ein Handy ist deutlich gefährlicher“, erläutert Will.

Inzwischen ist eine politische Diskussion um den Weiterbetrieb im Gange. Mit Spannung wird die Entscheidung der Nato erwartet, welche Stationen künftig die U-Boote versorgen werden. Ludwig: „Dabei steht ohne Zweifel fest, dass Saterland-Ramsloh – oder auf Englisch Rhauderfehn – auch heute noch die modernste und leistungsfähigste VLF-Anlage der Nato ist.“

Das fünftgrößte Bauwerk in Deutschland

Durch das Gelände verlaufen die Grenzen der Landkreise Cloppenburg und Leer. Fünf Antennen stehen in Ostfriesland, drei auf Oldenburger Gebiet.

Der Sender steht mit 352,8 Metern an fünfter Stelle der größten Bauwerke in Deutschland.

Bei der Standortwahl spielte die große Leitfähigkeit des Moors eine Rolle. Der feuchte Boden ermöglicht die für die Abstrahlung von Längstwellen erforderliche gute Erdung

„Da die Änderung einer Nato-Bezeichnung sicherlich schwierig zu erreichen sein wird, schlage ich vor, künftig folgende einfache Erläuterung zu verwenden: Saterland-Ramsloh heißt auf Englisch Rhauderfehn“ – diese Empfehlung bekam Kapitänleutnant Heinz-Peter Will, Leiter der von der Bundeswehr „Marinefunksendestelle Saterland-Ramsloh“ genannten Dienststelle, als er das Bundesverteidigungsministerium vor elf Monaten um eine einheitliche Bezeichnung gebeten hatte. Seit 25 Jahren ragen acht Sendemasten, deren Natobezeichnung dagegen „VLF/MSK Marinefunksendestelle Rhauderfehn“ lautet, im Westermoor bei Ramsloh weit in den Himmel. Seit 1982 übermitteln sie verschlüsselte Nachrichten an getauchte U-Boote der deutschen Marine oder den Nato-Partnern.

1973 erging der Auftrag zum Bau, im Mai 1982 fand der erste Probebetrieb statt. Sieben Monate später, am 9. Dezember, wurde die Anlage auf dem 540 ha großen ehemaligen Schießplatz im Westermoor durch Vize-Admiral Fromm in Dienst gestellt. „Damit hatte die Marine die modernste und leistungsfähigste Anlage der Nato – das ist noch heute so“, sagt Karl-Heinz Ludwig von Telefunken Racoms. Das Unternehmen hatte 1970 den Auftrag zum Bau erhalten.

Zum Jubiläum hatte die Bundesmarine zu einem Festakt auf das Gelände eingeladen. Hier arbeiten mehr als 50 Soldaten und Techniker sowie knapp 40 zivile Angestellte. Den nun 25-jährigen Betrieb aufrecht zu erhalten, und das mit einer Verfügbarkeit von 98 Prozent an 365 Tagen pro Jahr und 23 Stunden täglich, habe den Soldaten und zivilen Mitarbeitern „immer ein Höchstmaß an Flexibilität und Einsatzbereitschaft abverlangt“, sagt Achim Zaouer. Ihm untersteht die Sendestelle als Kommandeur der Führungsunterstützungsgruppe im Flottenkommando in Glücksburg.

„Alle haben dazu beigetragen, dass mit dieser Sendestelle nun schon seit 25 Jahren eine verlässliche und stabile Brücke zwischen den U-Booten und der Heimat besteht – sie ist der Draht zur Außenwelt“, so Zaouer.

Spätestens seit dem Tag der offenen Tür im Mai 2007 sei die bei den Einheimischen fast schon liebevoll „Bei den Türmen“ genannte Sendestelle auch bei der Bevölkerung angekommen. An diesem Tag sahen sich rund 3500 Besucher die Anlage und die Masten an.

Noch in den 90er-Jahren hatte es großen Widerstand gegen die Anlage gegeben. Die „Bürgerinitiative gegen Elektrosmog Saterland“ befürchtete eine hohe Strahlenbelastung, und es gab Gerüchte um eine gestiegene Krebsrate. Ein von den umliegenden Gemeinden in Auftrag gegebenes Gutachten zeigte aber, dass die Grenzwerte klar unterschritten werden. „Ein Handy ist deutlich gefährlicher“, erläutert Will.

Inzwischen ist eine politische Diskussion um den Weiterbetrieb im Gange. Mit Spannung wird die Entscheidung der Nato erwartet, welche Stationen künftig die U-Boote versorgen werden. Ludwig: „Dabei steht ohne Zweifel fest, dass Saterland-Ramsloh – oder auf Englisch Rhauderfehn – auch heute noch die modernste und leistungsfähigste VLF-Anlage der Nato ist.“

Das fünftgrößte Bauwerk in Deutschland

Durch das Gelände verlaufen die Grenzen der Landkreise Cloppenburg und Leer. Fünf Antennen stehen in Ostfriesland, drei auf Oldenburger Gebiet.

Der Sender steht mit 352,8 Metern an fünfter Stelle der größten Bauwerke in Deutschland.

Bei der Standortwahl spielte die große Leitfähigkeit des Moors eine Rolle. Der feuchte Boden ermöglicht die für die Abstrahlung von Längstwellen erforderliche gute Erdung

Jan-Karsten zur Brügge
Redakteur
Sportredaktion
Tel:
0441 9988 2034

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