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NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

Am Mühlenberg wächst ein Museumsdorf

17.04.2013

Gehlenberg So ein Dorfjubiläum bietet viele Möglichkeiten der Selbstdarstellung. In Gehlenberg hat sich schon vor gut zwei Jahren die Dorfgemeinschaft aufgemacht, um die diesjährigen Feiern zum 225-jährigen Bestehen des Ortes vom 7. bis zum 9. Juni vorzubereiten. Dabei ist in den vergangenen Wochen der Mühlenberg in Gehlenberg immer mehr in den Mittelpunkt gerückt. Dort hat der Verein Dorfgemeinschaft inzwischen die alte Sägerei der Familie Schute und das angrenzende Backhaus restauriert und instand gesetzt.

Überregionale Radwege

Doch damit ist es nicht getan, denn rund um die alte Erdholländer-Windmühle sowie die alte Sägerei und das Backhaus entwickeln die Gehlenberger derzeit ein Zentrum für Kultur und Heimatgeschichte. Dabei können die Initiatoren bereits mit einigen interessanten Angeboten aufwarten. So führen gleich drei überregionale Fahrradwege an der Mühle vorbei: „Boxenstopp-Route“, „Cloppenburger Radtour“ und die „Radtour durch Geest und Moor“.

Auch die „Niedersächsische Mühlenstraße“ streift die Gehlenberger Windmühle. Grund genug für viele Radwanderer, auf dem Mühlenberg eine Pause einzulegen und sich über die Geschichte der Windmühle zu informieren. Ortsvorsteher Hans Meyer ist dabei ein gern gesehener Führer mit profundem Wissen über die Geschichte seines Heimatortes.

Doch auch die Geschichte des Backhauses Schute interessiert die Besucher des Ortes. Es wurde in den 20-er Jahren des vorigen Jahrhunderts gebaut und damals um eine Einliegerwohnung für den Dorfbäcker ergänzt. In der Backstube wurde das in der benachbarten Windmühle zu Mehl gemahlene Korn zu leckerem Schwarzbrot verarbeitet.

Primitive Unterkunft

Inzwischen hat die Dorfgemeinschaft das Backhaus restauriert und um eine moderne sanitäre Anlage ergänzt. Auch der alte Backofen wurde wieder instand gesetzt und schon wiederholt angeheizt, um Brot zu backen. Hinzu kommt ein kleiner Versammlungsraum. Im Dachgeschoss des Hauses gibt es inzwischen eine stattliche Sammlung von älteren Exponaten aus Handwerk, Haushalt und Landwirtschaft der Region.

Wieder auf Vordermann gebracht wurde die alte Sägerei der Familie Schute. Inzwischen präsentieren die Gehlenberger dort ein technisches Museum, das die alten Sägetechniken und die dazu benötigten Maschinen zeigt. Das reicht bis zu einem Horizontalgatter aus dem Jahr 1904. Außerdem werden dort größere landwirtschaftliche Geräte ausgestellt: Dreschmaschine, Spitzmühle, Getreidemühle, Kartoffelroder. Auch eine Tischlerwerkstatt und eine alte Schmiede erinnern an die alten Handwerksbräuche.

Ergänzt wird dieses Ensemble aus Backhaus und Sägereimuseum nun um weitere Bauten. Dazu hat die Dorfgemeinschaft die Straßengemeinschaften aus Gehlenberg aktiviert und in die Planungen für das Jubiläum eingebunden. Jede Straßengemeinschaft hat bestimmte Aufgaben übernommen und zeigt zum 225-jährigen Bestehen des Ortes ihre eigens entwickelten Projekte.

Während die Kirchstraße – wie berichtet – eine alte Schule errichtet, hat die Hauptstraße eine Klutenhütte gebaut. Dabei handelt es sich um den Nachbau einer primitiven Wohnunterkunft aus Birkenholz, Reisig und Heidesoden, in die einst die ersten Siedler von Gehlenberg einzogen. Sogar eine Schlafgelegenheit wurde eingebaut.

Die Straßengemeinschaft Neustadt/Raiffeisenstraße/Im Blankenpohl hat es sich zur Aufgabe gemacht, aus weißen Kalksandsteinen das frühere Gebäude von „Pinsel Oleg“ nachzubauen. Hans Meyer, auch Schriftführer der Dorfgemeinschaft in Gehlenberg: „Pinsel Oleg war ein verschrobener Typ, aber als Handwerker im ganzen Dorf bekannt als ein Mann für alle Fälle.“ Er sei bereits in den 1940-er Jahren verstorben.

Ziegel im Feldbrennofen

Im Bau befindet sich ein Feldbrennofen, wie er früher in Gehlenberg zum Brennen von Mauer- und Dachziegeln verwendet wurde. Dafür engagiert sich die Straßengemeinschaft Parkstraße/Tannenweg. Hans Meyer: „Es gab eine Ziegelei auf dem Tichelberg. Dort wurden in einer Feldbrennerei die Ziegel für den Hausbau in Gehlenberg gebrannt.“

Eine Wagenremise, nachgebaut von den Anwohnern der Rosenstraße, komplettiert das kleine „Museumsdorf“ auf dem Mühlenberg. Eine spezielle Feuerstelle kommt hinzu, geschaffen von den Anwohnern des Sandrieger Rings. Hans Meyer: „Da sind alle Straßengemeinschaften aus der Ortschaft Gehlenberg eingebunden. Insgesamt sind dabei mehrere hundert Leute aktiv im Einsatz.“

Heinz-Josef Laing Friesoythe / Redaktion Münsterland
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