• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

Auf dem Klärschlamm tobt das Leben

18.03.2005

AHRENSDORF AHRENSDORF - Hier sagen sich nicht nur Fuchs und Hase gute Nacht. Das Gelände der Klärschlammdeponie am Küstenkanal in Ahrensdorf ist schon lange ein ideales Rückzugsgebiet für viele heimische Tierarten. Seit 1999 ist es Teil des Naturschutzgebietes „Ahrensdorfer Moor“. Bald wird es auf dem 138 Hektar großen Areal noch sehr viel ruhiger sein, werden Flora und Fauna noch mehr Ungestörtheit als bisher erleben dürfen. Denn die seit 1972 betriebene Deponie wird zum 31. Mai 2005 geschlossen.

Einst hauptsächlich aus Kläranlagen der Stadt Bremen, später aus kommunalen Kläranlagen der gesamten Region, stammen die Schlämme, die in Ahrensdorf mit großen Tankschiffen über den Küstenkanal angelandet werden. Von dort werden die Schlämme über ein Rohrleitungssystem in die großen Pütten der Deponie gepumpt. Die Pütten entstanden nach dem Torfabbau in diesem ehemaligen Hochmoorgebiet. Solche unbehandelten Klärschlämme dürfen jedoch ab dem 1. Juni 2005 grundsätzlich nicht mehr auf Deponien eingelagert werden. Das schreibt die novellierte Technische Anleitung Siedlungsabfall (TASi) vor.

Die „Hanse Wasser Bremen GmbH“ als Betreiberin der Ahrensdorfer Deponie setzt nun auf das Verbrennen der Klärschlämme in den Bremer Kohlekraftwerken, sagt ihr Sprecher Friedhelm Behrens. Klärschlämme sollen künftig jedoch auch im Landschaftsbau oder bei Rekultivierungsmaßnahmen verwendet werden können, wenn sie bestimmte Gütekriterien erfüllen. Dazu dürfen zum Beispiel die zulässigen Grenzwerte für Schwermetallablagerungen nicht überschritten werden.

Für die Deponie in Ahrensdorf ist nach dem Ende der Einlagerungen weiterhin die Bremer Hanse Wasser GmbH zuständig. Sie kommt für die so genannten Nachsorgekosten auf und betreibt in Ahrensdorf am Rande des Deponiegeländes eine Kläranlage. Während sich die festen Bestandteile des Klärschlamms in den Pütten ablagern, wird das darüber stehende Wasser auch künftig in der Kläranlage gereinigt. Es fließt dann in die Lahe.

Die Abgeschiedenheit der Deponie ermöglichte in den letzten Jahrzehnten Rückzugsgebiete für viele Tiere. Für Jäger, Naturliebhaber und Umweltschützer ist das Deponiegelände inzwischen ideales Gebiet zur Jagd und für die Tierbeobachtung. Die Jäger legen auf Enten, Rehe und Fasanen an, die in großer Zahl vorkommen. Jagdaufseher Heinz Block aus Altenoythe sieht regelmäßig auf der eingezäunten Deponie nach dem Rechten: „Das Betreten ist verboten. Es besteht wegen der vielen gefüllten Pütten Lebensgefahr.“

Oldenburger Studenten haben die Vogelwelt auf der Klärschlammdeponie Ahrensdorf bereits vor Jahren unter die Lupe genommen. Sie untersuchten das Vorkommen von Brut- und Rastvögeln. Der Oldenburger Ornithologe Volker Moritz verweist ganz besonders auf Blaukehlchen auf der Deponie. Der seltene Brutvogel, der noch Anfang der 80er-Jahre in Niedersachsen vom Aussterben bedroht war, hat in Ahrensdorf gleich in großer Zahl eine neue Bleibe gefunden.

Heinz-Josef Laing
Friesoythe
Redaktion Münsterland
Tel:
04491 9988 2900

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.