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NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

Gesundheit: Multiresistente Keime auch in Barßel?

22.02.2018

Barßel Es ist die Horrorvorstellung eines jeden Patienten und Arztes – Keime, die sich mit normalen Antibiotika nicht mehr behandeln lassen. Genau solche multiresistenten Erreger sind Anfang Februar in einer Reportage des NDR neben dem Zwischenahner Meer auch in der Thülsfelder Talsperre gefunden worden. Da der Stausee südlich von Friesoythe durch die Soeste gespeist wird, wurden die Erreger auch weiter flussabwärts bei Kampe gefunden, kurz vor der Gemeindegrenze zu Barßel. Doch wie sieht es in der Gemeinde Barßel aus? Ist die Soeste oder der Elisabethfehnkanal dort auch mit den gefährlichen Keimen belastet. Das will die Gruppe Bürgerfraktion Barßel/Grüne im Rat der Gemeinde nun genauer wissen und hat einen entsprechenden Antrag formuliert.

„Aus Sicht der Fraktionsmitglieder können diese Keime eine gesundheitliche Gefahr für die Bevölkerung darstellen. Auch die Gemeinde stehe in der Pflicht die Einwohner zu schützen und mit dazu beizutragen, eventuelle Gefahren abzuwehren“, so die Fraktion in dem Antrag. So fordert die Gruppe BfB/Grüne drei zusätzliche Probenahmen aus den Barßeler Gewässern mit anschließender Analyse auf gefährliche Keime.

Dabei schlägt die Fraktion auch gleich drei Standorte zur Probenentnahme vor: an der Soeste in Höhe Kampe an der Gemeindegrenze, direkt am Auslauf der Kläranlage sowie am Elisabethfehnkanal vor der Schleuse Osterhausen. „Als weiteres möge die Verwaltung einen Bericht über die aktuelle Situation der Soeste im Bereich des Gemeindegebietes geben und darstellen, welche vorbeugenden Maßnahmen sie gedenkt zum Schutze der Bevölkerung zu unternehmen“, heißt es weiter in dem Antrag. Gleichzeitig soll der Antrag auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung des Gemeinderats am Mittwoch, 14. März, gesetzt werden und im Ausschuss für Wirtschaft, Planung und Umwelt beraten werden.

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Nach dem Fund der Keime Anfang Februar hat das Landesgesundheitsamt teilweise Entwarnung gegeben. Resistenzgene seien in der Natur vorhanden, das sei völlig normal, sagte der Abteilungsleiter für Umwelthygiene im niedersächsischen Gesundheitsamt, Roland Suchenwirth. „Das ist für den Normalbürger mit gesunder Haut, mit gesundem Immunsystem erst mal kein Problem“, betonte er. „Kritisch wird das Ganze dann, wenn Patienten im Krankenhaus diese Keime haben.“ Betroffen seien dort vor allem stark immungeschwächte Menschen. Der Mediziner sagte, je mehr Antibiotika eingesetzt würden, umso größer werde das Problem der Gewässerbelastung.

Bereits am Montag hat Kreistagsmitglied Michael von Klitzing (Die Linke) der Cloppenburger Kreisverwaltung im Hinblick auf den Fund von multiresistenten Keimen Untätigkeit vorgeworfen. Der Politiker will in einer fünf Punkte umfassenden Anfrage nun wissen, ob sich der Landkreis einen gesicherten Überblick über die Belastung verschaffen will.

NWZonline.de/gesundheit
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Heiner Elsen Friesoythe / Redaktion Münsterland
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