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NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

Schilder und Pieper gegen den Mähtod

15.05.2019

Barßel Die Zeit der Frühmahd steht vor der Tür. Der Termin fällt zusammen mit der Brut- und Setzzeit vieler Wildtiere, die in Wiesen und im Grünroggen ihren Nachwuchs aufziehen und sicher wähnen. Doch „ducken und tarnen“ schützt zwar vor dem Fuchs, nicht aber vor dem Kreiselmäher, gibt der Hegering Barßel bekannt. Effektive Wildtierrettung beginnt bereits vor der Mahd: Entscheidend ist dabei, die Grünschnitt-Termine rechtzeitig, mindestens 24 Stunden vorher, mit dem Jagdpächter abzustimmen. Alternativ können die Bewirtschafter der Flächen selbst erforderliche Maßnahmen zur Wildtierrettung ergreifen.

Als präventive Maßnahme zur Wildrettung hat sich das Absuchen der Wiesen mit Jagdhunden bewährt. Knistertüten, Flatterbänder oder Duftlappen, die am Vorabend der Mahd in die Flächen eingebracht werden, sind ebenfalls kostengünstige und sehr effektive Möglichkeiten der Wildtierrettung.

Auch der Einsatz von elektronischen Wildscheuchen, die verschiedene Töne erzeugen, hat sich im Praxiseinsatz bewährt. „Jeweils ein Gerät pro drei Hektar kann zur Beunruhigung ausreichen“, so der Leiter des Hegerings Barßel, Rudi Schulte, und sein Naturschutzobmann Heinz Hinderks. Eine weitere gute Möglichkeit besteht darin, wenn die Landwirte und Lohnunternehmen die Flächen von innen nach außen mähen. So ziehen die Tiere aus der Wiese. „Wir haben von der Initiative ,top agrar’ herausgegebene Aufkleber vorrätig. Die zeigen die Möglichkeiten der schonenden Mähmethode. Die könnten die Landwirte an ihren Trecker kleben“, meint Hinderks. Um vor den Gefahren des Mähtods zu warnen, hat der Hegering Barßel weiterhin extra Schilder mit der Aufschrift „Vorsicht beim Mähen – Rehkitze im Gras“ angeschafft. Die Schilder sollen zur Sensibilisierung beitragen.

Barßels Jäger lassen weiterhin nichts unversucht, um den Mähtod zu vermeiden. So wurden akustische Signalgeber („Pieper“) angeschafft. Durch einen schrillen Ton wird das Wild gewarnt, zieht weg und wird somit vor dem Mähtod geschützt. Für den Jäger gehört der Schutz der Jungtiere zur Bewirtschaftung seines Reviers.

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