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NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

Barßeler Juwel beeindruckt Vorstand

06.12.2017

Barßel Viermal im Jahr trifft sich der Vorstand der Mühlenvereinigung Niedersachsen-Bremen zu einer Sitzung in einer der Mühlen seines Gebiets. „In Barßel waren wir bisher noch nicht“, berichtet Rüdiger Heßling, Erster Vorsitzender der Mühlenvereinigung. Höchste Zeit also, dass sich das ändert. So stand denn nun ein Treffen auf dem Kalender. Zum Programm gehörte natürlich eine Besichtigung der Ebkenschen Windmühle aus dem Jahre 1717, um die sich seit einigen Jahren der Arbeitskreis „Mühle“ des Bürger- und Heimatvereins Barßel intensiv kümmert. Durch die Mühle führte Franz Cloer, einer der freiwilligen Müller in Barßel, die Mühlenfreunde. Im Anschluss fand dann die Vorstandssitzung in den Räumen des benachbarten Müllerhauses statt.

Es gab mehrere gute Gründe für die Mühlenvereinigung, um sich in Barßel umzuschauen. So ist die Mühle auch einer der Standorte für die Ausbildung zum Freiwilligen Müller beziehungsweise zur Freiwilligen Müllerin. „Die Ausbildungslehrgänge haben in den vergangenen Jahren immer größere Bedeutung gewonnen. Die Zahl der restaurierten und wieder in Betrieb genommenen Wind- und Wassermühlen steigt von Jahr zu Jahr. Daher steigt auch der Bedarf an ausgebildeten Müllern, die die Anlagen bedienen können – und Besuchern Wissenswertes vermitteln können“, so Vorsitzender Heßling.

Wichtig sind dem Vorstand die Fortbildungen, damit die „Freiwilligen“ sach- und fachgerecht mit den alten historischen Mühlen umgehen können. „Die Mühle in Barßel ist in erheblichem Maß saniert worden. Das ist das Verdienst der Freiwilligen“, lobte Heßling das Barßeler Mühlenteam. Ein Schmuckstück sei der „Tiroler Mahlgang“, den der Arbeitskreis aus Österreich geholt hat. „So kann der Mahlgang erklärt werden, ohne dass die ganze Mühle wieder gesäubert werden muss“, so der Vorsitzende der Mühlenvereinigung aus Bremen.

Erstaunt war der Vorstand auch über den Kollergang in der Ebkenschen Mühle, wo früher Öl beim Mahlgang gewonnen wurde. Franz Cloer und Günter Frerichs sind die zwei ausgebildeten „freiwilligen Müller“ in Barßel. Zum Team gehören noch Hinrich Grüßing, Hans Wolfram Thieben und Karl-Heinz Schleunes. „Wir wollen auch Danke sagen für dieses freiwillige Engagement“, so Heßling. Er spricht dabei von „Freiwilligendienst“. Der Begriff bezeichne den Einsatz zutreffender als das Wort „Ehrenamt“, erläutert Heßling.

Die Mühlenvereinigung ist übrigens sogar „grenzenlos“ tätig. „Die Niederländer überlegen, die Ausbildungsmappe in das Deutsche zu überweisen“, erklärte der Vorsitzende. Gespannt schaue der Vorstand der Mühlenvereinigung nach Seoul (Südkorea). Dort soll bei einer Tagung der Unesco über einen Antrag der Mühlenfreude aus den Niederlanden beraten werden, ob die „Müllertätigkeiten“ auf die Liste für immaterielle Kulturerben aufgenommen wird. „Wir sind gespannt. Das wäre fantastisch“, so der Vorsitzende.

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