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NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

Neue EU-Richtlinien stoßen sauer auf

09.11.2018

Barßel Die Kaufmannschaft in Barßel ist nicht gerade begeistert von der neuen EU-Datenschutz-Grundverordnung, die bereits seit Mai 2018 in Kraft ist. Das zeigte sich jetzt auch auf einer Informationsveranstaltung des Handels- und Gewerbeverein (HGV) Barßel in den Räumen der Caritas-Tagespflege.

Um Näheres dazu zu erfahren, hatte der HGV-Vorstand den Fachanwalt Hans-Joachim Sitz aus Ramsloh mit ins Boot geholt. Im Laufe des Vortrags zeigte sich im Publikum der Tenor, dass die Geschäftsleute die neue Verordnung für völlig unnötig und teilweise für schwachsinnig halten. „Wer hat sich bloß so einen Blödsinn ausgedacht. Es ist nicht zu verstehen. Dann muss man sich nicht wundern, wenn kleinere mittelständische Unternehmen ihren Betrieb dicht machen“, meinte der Inhaber des Autohauses Schröder, Jens Schröder. Von völlig unnötigem Bürokratismus, sprachen andere Teilnehmer.

„Es hilft alles nichts, auch wenn sie nicht begeistert sind und schimpfen. Die Verordnung ist nun einmal da, und Sie müssen sie umsetzen“, meinte Sitz. Die neuen EU-Vorgaben zum Datenschutz sollen die Privatsphäre der Verbraucher stärken. Allerdings überfordern die Vorschriften viele, so Sitz. Ein Kernpunkt der Verordnung ist die Benennung dezidierter Voraussetzungen für die Verarbeitung von personenbezogenen Daten. So geht es nicht nur mancher Firma, sondern auch Vereinen, Schulen und selbst Privatpersonen, die beispielsweise über Internetblogs Informationen verbreiten. Das Regelwerk der Europäischen Union trifft prinzipiell für alle Fälle zu, in denen persönliche Daten und Informationen über einzelne Menschen verarbeitet werden.

Das schließt die Sammlung solcher Daten, ihre Speicherung, Auswertung, Weitergabe und Veröffentlichung ein. „Jeder, der mit Daten anderer Personen umgeht, etwa auf einer eigenen Webseite Fotos zeigt, sollte sich der DSGVO gegenüber konform verhalten. Globale Konzerne wie Facebook und Amazon müssen das ebenso berücksichtigen wie der Malermeister von nebenan“, gab der Fachanwalt zu bedenken. Eine große Herausforderung bestehe darin, dass Firmen, Vereine und Institutionen sich überhaupt erst einmal darüber klar werden, über welche Daten sie verfügen, woher diese kommen, wo sie liegen und wer Zugriff darauf hat. Betriebe müssen beispielsweise ein Verfahrensverzeichnis und Vereinbarungen mit Auftragsverarbeitern nachweisen, die die personenbezogen Daten verwalten. Schriftliche Verträge mit diesen müssen Auskunft darüber geben, was mit den Daten passiert, wer sie einsehen kann und wie diese technisch sowie organisatorisch gesichert sind.

Mit Löschkonzepten sollen die Firmen belegen, wie und wann sie die sensiblen Informationen vernichten. Zum Abschluss der Veranstaltung hatten die meisten Teilnehmer nur ein müdes Lächeln für die neue Verordnung übrig.

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