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NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

Abriss einer Traditionsgaststätte

23.07.2019

Barßel Die fast 160-jährige Geschichte des Gasthausbetriebes „Zum weißen Roß“ in Barßel ist nun endgültig Geschichte. Nachdem Inhaber Eilard Niehaus den Schlüssel der Traditionskneipe mit Saalbetrieb an der Lange Straße schon vor einigen Monaten umgedreht und das letzte Bier ausgeschenkt hatte, macht derzeit schweres Gerät das Gebäude dem Erdboden gleich. Das wird von vielen Stammgästen und Bewohnern Barßels bedauert.

Eine langjährige Gaststättenära geht endgültig zu Ende. Seit sieben Generationen war der Betrieb im Familienbesitz und wurde seit 1978 von Eilard und Anneliese Niehaus geführt. Zuvor hatte die mittlerweile verstorbene Mutter Maria Niehaus die Gaststätte geführt. Doch es gab keinen Nachfolger für den Betrieb und so entschloss sich der 71-jährige Barßeler Gastwirt dazu, aus Altersgründen den Betrieb zu schließen.

Und da am Gebäude auch der Zahn der Zeit genagt hatte, reifte bei Niehaus der Entschluss zum Abbruch des Gebäudes. Könnten die Mauern der „Kneipe“ sprechen, ein ganzes Buch könnte damit gefüllt werden. Hier trafen sich die Geschäftsleute und so mancher großer Abschluss wurde bei Bier und Schluck getätigt.

Auch Barßels Jäger fühlten sich hier zu Hause. Und da Niehaus’ Kneipe unter dem Kirchturm stand, wurde nach dem Hochamt hier so mancher zünftiger Frühschoppen genossen. Die Gastwirtschaft war Treffpunkt der Seeleute, besonders wenn sie mit ihrem Schiff an der Kaje am Hafen direkt vor der Kneipe anlegten. Auch der ehemalige Leichenwagen, der von einem Pferdegespann gezogen wurde, war hier stationiert.

Dem früheren Betrieb war ein Bierverlag der Bremer-Union-Brauerei angegliedert. Auch die Bierfässer wurden im Keller gelagert und dann mit einem Rollwagen an die umliegenden Gaststätten bis nach Strücklingen, Elisabethfehn, Harkebrügge, Godensholt und Ocholt ausgeliefert. Im Saal gab es zahlreiche Theateraufführungen und dort wurden viele Feste gefeiert. Auch Filme flimmerten über die Leinwand, denn der Saal beherbergte ein Kino.

Die Gaststätte Niehaus war ein Zuhause für viele Barßeler Vereine. Ob Schützenverein, Fischereiverein, Landfrauenverein, Bürger- und Heimatverein oder Schifferverein: Sie alle müssen sich nun ein neues Zuhause suchen.

Die Barßeler Bevölkerung kann sich auch noch gut an die früheren zünftigen Montagabende des Barßeler Marktes erinnern. Da spielte noch eine Livekapelle Musik bei Niehaus und der Ober bediente noch in einer weißen Kellnerjacke. Die Theke war rappelvoll. Es gab kaum ein Durchkommen.

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