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NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

PFLANZENSCHUTZ: Bauern fürchten um fairen Wettbewerb

27.01.2009

FRIESOYTHE Sternstunde für Europa oder Sieg der Giftlobby? Die Meinungen über die verschärften Auflagen der Europäischen Union (EU) für Pflanzenschutzmittel gehen weit auseinander. Nach zweieinhalbjährigen Verhandlungen hat das Europäische Parlament neue Vorschriften für den Einsatz von Pestiziden beschlossen, wonach bereits 2009 zwei gefährliche Fungizide aus dem Verkehr gezogen werden sollen. Rund 20 andere Substanzen werden nach und nach bis zum Jahre 2018 verboten – je nach Ablauf der Zulassung. Die Landwirte aus Friesoythe und umzu befürchten Nachteile im Wettbewerb und dadurch Umsatzeinbußen.

Zonale Zulassung

Zentraler Konfliktpunkt ist das Verfahren nach dem so genannten „Cut-Off-Prinzip“. Es besagt, dass bestimmte Wirkstoffe nach ihrem Gefährdungspotenzial in Reinform beurteilt werden. Bernhard Suilmann vom Kreislandvolkverband Cloppenburg bemängelt, dass dabei nicht berücksichtigt werde, dass Pflanzenschutzmittel durch Anwendungsbestimmungen kein Risiko für Umwelt, Verbraucher und Anwender darstellen. Die Frage nach der Dosierung werde völlig außer Acht gelassen.

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Ein Verbot einiger Pflanzenschutzmittel ziehe Ertragsminderungen nach sich, was vor dem Hintergrund der weltweit steigenden Nachfrage nach Agraprodukten unverantwortlich sei. „Zu begrüßen ist die vorgesehene zonale Zulassung von Pflanzenschutzmitteln. Dies wäre ein richtiger Schritt in die Harmonisierung der Pflanzenschutzmittelzulassung. Damit würden Wettbewerbsverzerrungen abgebaut“, sagte Suilmann gegenüber der NWZ.

Die „zonale Zulassung“ sieht eine Einteilung Europas in drei Zonen mit einheitlichen Bestimmungen innerhalb dieser vor. Auch der Strücklinger Ortslandvolkvorsteher Heinrich Steinemann hofft, dass Deutschland dadurch mit anderen Ländern, etwa den Niederlanden, gleich gestellt werden könnte. „Die neuen Beschlüsse müssten in der ganzen EU umgesetzt werden, Deutschland darf nicht wieder Vorreiter sein“, so Steinemann.

Auf ein anderes Problem macht Bernd Kramer, Vorsitzender des Ortslandvolkes Gehlenberg, aufmerksam: „Selbst wenn man innerhalb der EU einheitliche Richtlinien schafft, fehlt ein Außenhandelsschutz. Wir importieren aus Ländern, in denen noch ganz andere Dinge erlaubt sind, aber im Zuge der Globalisierung ist auch das eine klare Wettbewerbsverzerrung“, erklärt Kramer.

Beispiele sind schnell gefunden: „Sojabohnen dürfen wir nicht anbauen, aber importieren sie aus Ländern, in denen sie behandelt wurden. Auch Tiere, die mit gentechnisch verändertem oder gespritztem Futter gefüttert wurden, dürfen in die EU eingeführt werden. Wenn schon Gesetze zum Schutz des Verbrauchers erlassen werden, müssen sie auch konsequent und ohne Ausnahmen umgesetzt werden. Offenbar lässt sich das politisch nicht umsetzen“, macht Bernd Kramer seinem Ärger Luft. „Wenn man uns Wirkstoffe wegnimmt, muss man uns Alternativen aufzeigen“, fordert Thomas König, Vorsitzender des Friesoyther Landvolks. Vor dem Hintergrund, dass heute weltweit drei Milliarden Menschen mehr satt werden müssen als noch in der Mitte des vergangenen Jahrhunderts, warnt König vor einer unverantwortlichen Agrarromantik. „Zurück zur Biolandwirtschaft können wir nicht, denn wir müssen im Zuge der Globalisierung Schritt

halten und darum das Maximale von jedem Hektar Acker runterholen“, so der 36-Jährige. In etwa 50 Jahren müssten weitere rund drei Milliarden Menschen satt werden. Das sei ohne permanente Innovationen wie Pflanzenschutzmittel und biotechnologisch verbessertes Saatgut nicht möglich, so der Friesoyther Landvolkvorsitzende.

Maximale Erträge

Umweltschützer hatten in den letzten Jahren eine zunehmende Pestizidbelastung von Lebensmitteln festgestellt. Mit dem Erlass sollen krebserregende und erbgutschädigende Wirkstoffe ebenso verboten werden wie Substanzen, die die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen.

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