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NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

NWZ-SERIE: Beim Chrompolieren Teppich geschont

17.07.2009

KREIS CLOPPENBURG Jeden Tag ein Teil fertig zu machen, hatte sich Rolf Grever vorgenommen. Das alte Schwimmbad im Keller lag ein Jahr lang voll mit den Einzelteilen seines künftigen Traumautos. Dabei hatte seine Frau gemeint, dass er den Wagen wohl direkt wieder zum Schrottplatz bringen könne. „Er sah wirklich extrem schlecht aus. Aber die Substanz war super. Da war kein Rost am Fahrwerk, das war das Wichtigste“, erzählt der Cloppenburger.

Ein Bekannter aus Oldenburg war 1997 in Kalifornien unterwegs auf der Suche nach Ersatzteilen für seinen eigenen Oldtimer. Auf einem Schrottplatz fand er den Mercedes 220 S Ponton aus dem Jahr 1959: Genau, wonach Grever ihn gebeten hatte zu gucken. Der Benz mit seinen 106 Pferdestärken aus 2,2 Litern Hubraum verteilt auf sechs Zylinder hatte 61 000 Kilometer gelaufen. Für 1000 Mark ging's per Schiff nach Bremerhaven.

Ein Freund bot ihm damals an, den Wagen bei sich in der Halle unterzustellen. Aber dann hätte er die Arbeit möglicherweise aus den Augen verloren, schätzt Grever. Fortan legte er fast nur noch selbst Hand an – und zwar bei jeder Gelegenheit: „Meine Frau hat manchmal schon geschimpft, wenn ich wieder abends beim Fernsehgucken Chromteile poliert habe. Ich war aber vorsichtig, der Teppich hat nicht gelitten.“

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Ein handwerkliches Grundgeschick half dem gelernten Elektroniker, der 1996 in Frührente gegangen war, bei der Restaurierung. Für die Holzarbeiten ging der 60-Jährige aber noch einmal in Ausbildung. Eine Woche lang besuchte er die Schreinerei eines Freundes, um die Technik des Klavierlackierens zu erlernen, bei der mehrere Schichten Lack mit hoher Deckkraft aufgetragen werden. Schließlich sollten auch die Türinnenverkleidungen und das Armaturenbrett glänzen.

Nach einem Jahr war der Benz fahrbereit. „Bei der ersten Ausfahrt haben meine Frau und ich unseren Sohn auf Sylt besucht. Es war ein tolles Gefühl, der Wagen lief hundertprozentig“, erzählt Grever.

Autos faszinierten ihn und auch seinen 38-jährigen Sohn Claas schon lange. Nachdem die beiden aber nicht nur mehr über Beiträge in Magazinen schwelgen mussten, sondern gemeinsam Oldtimer-Rallyes fahren konnten, hatte es auch Grever-Junior ergriffen. Über E-Bay ersteigerte er sich 2001 einen Mercedes 220 SEb Coupe – das Nachfolgemodell vom Wagen des Vaters. Auch er restaurierte das Fahrzeug eigenhändig, zwei Jahre lang, aber nicht ganz allein: „Meine Freundin begeistert sich ebenfalls für alte Autos. Wir saßen damals vorm Fernseher und polierten zusammen.“, erzählt der Sohn.

Dessen Mutter hegt dafür eine Leidenschaft für Hunde, die sie mit eigener Hundepflege zum Beruf gemacht hat. Einer ihrer Stammkunden verfällt in Staunen, als er den Garten betritt: „Das ist ja zum Stehenbleiben und Erstarren. Wem gehört denn das traumhafte Auto?“ Der Wagen steht sonst meist in einer Garage.

Zusammen engagieren sich Vater und Sohn sich seit Jahren im „Oldtimerclub Deutsche Fehnroute“, der Vater als Kassenwart, der Sohn als 1. Vorsitzender. Über 30 eigene und Oldtimer-Rallyes des ADAC vor allem im Oldenburger Raum und im Harz sind beide schon gefahren.

Aber genug hat Vater Grever deswegen noch nicht. „Ich hätte schon gerne noch ein Paar Oldtimer mehr“, erzählt er mit sehnsüchtiger Stimme. Ein Mercedes 300 SE wäre schön und ein Citroen CV 15. Aber daraus wird wohl nichts werden. „Wir haben leider nicht den Platz dafür. Außerdem will meine Frau auch nicht, dass wieder alles mit Autoteilen voll liegt.“

Mehr Infos unter www.1-ocdf.de

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