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NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

Baumwurzeln und Schnapskrone

31.05.2018

Beverbruch Schroff, stark, schnörkelig: Die große Baumwurzel am Eingang zum Hof von Maria und Franz-Josef Faske am Beverbrucher Damm 73 in Beverbruch verweist auf die Geschichte. „Früher standen hier überall Eichen“, berichtet Maria Faske. Viele Bäume sind im Laufe der Geschichte verschwunden, weil sie in die Jahre gekommen waren oder weil der Sturm an ihnen gezerrt hatte. Die Baumwurzeln erinnern an sie. Immer wieder entdeckt der Besucher in den Gartenräumen auf dem rund 3000 Quadratmeter großen Grundstück von Familie Faske diese Wurzeln. Stehen geblieben ist indes die große Hoflinde, gepflanzt 1926.

Unter Faske-Tabeling ist der Hof bekannt. Caspar Tabeling aus Schmertheim war die Hofstelle in Beverbruch 1840 zugewiesen worden. Der damalige Graf von Oldenburg hatte den Siedlern geraten, Bäume zu pflanzen, zum einen sicherlich zum Schutz. Zum anderen aber für Bauholz, schildert Maria Faske. Im Laufe der Jahrhunderte sind an vielen Höfen die Bäume verschwunden, eine Vielzahl steht auf dem Faske-Hof noch. Mittlerweile lebt die Familie in der achten Generation hier, Jonna erblickte 2018 das Licht der Welt.

Seit gut 18 Jahren wird der Landschaftsgarten gestaltet und erweitert. Der Sandboden braucht viel Zuneigung, bis aus ihm eine Blütenpracht wie hier entspringt, weiß Maria Faske. Arbeit, die sie aber gerne macht.

Der erste Gartenraum empfängt die Besucher vor dem Haus. Eingefasst von einer Buchsbaums-Hecke stehen Funkien, Begonien oder Hortensien schon kräftig in Blüte. „Sehr früh in diesem Jahr“, sagt Franz-Josef Faske, dessen Großmutter schon einen eindrucksvollen Blumengarten angelegt hatte.

Links herum geht der Weg in den Garten und der Blick bleibt in einiger Entfernung an der mit vielfältigen Stauden eingefassten Obstbaumwiese hängen. Der Weg führt zunächst aber an der Vogelvoliere vorbei, die die jüngste Tochter Anne Faske vor einigen Jahren errichtet hatte. Wellensittiche piepsen mit Gartenvögeln aus den Bäumen um die Wette.

Tag der offenen Gartenpforte

Der „Hofgarten mit Weitblick“ von Maria und Franz-Josef Faske, Beverbrucher Damm 73, Beverbruch, beteiligt sich seit einigen Jahren im Rahmen des Projektes „Visitentouren“ an den „Tagen der offenen Gartenpforte“ – der einzige in der Gemeinde Garrel, im Landkreis sind es zehn Gärten. Am Sonntag, 10. Juni, kann der Faske-Garten in Beverbruch wie auch viele weitere im Landkreis Cloppenburg von 11 bis 18 Uhr besichtigt werden. Besucher können sich mit Kaffee und Kuchen sowie Kaltgetränken stärken. Zudem werden der Togo-Kreis der Landjugend und der Hofladen Grote vertreten sein. Der Eintritt beträgt zwei Euro.

Welche Gärten sich an der Aktion beteiligen, lesen Sie unter www.visitentouren.de

Boskop, Pflaume, Kirsche, Walnuss, Quitte oder Sauerkirsche können Faskes auf der Obstbaumwiese ernten, dazu alte Apfelsorten. „Saftig rot und sehr lecker“, beschreibt Franz-Josef Faske. Lecker auch die Johannisbeeren, Stachelbeeren, Himbeeren oder Auroniabeeren auf der Fläche nebenan.

Im Gemüsebeet werden Bohnen, Möhren, Radieschen, Rukola, Erbsen, Mangold oder Erdbeeren geerntet, Wildblumen schließen das Beet ab. Im Hochbeet aus einem alten Kanal-Durchlass wächst Kohlrabi.

Überhaupt haben Franz-Josef Faske und seine Frau Maria jede Menge alte Gebrauchsgegenstände in ihrem Garten verarbeitet. Ein alter Kirchenkasten aus Garrel ist zum Insektenhotel geworden. Ein weiteres Insektenhotel ist kürzlich entstanden und bietet zahlreichen Fliegern weiter hinten im Garten Zuflucht. Zink-Gefäße oder Zink-Gießkannen stehen hier und da am Wegesrand oder inmitten des Blumenmeers. Alte Weidenpfähle (Suren), ein aus Buchen gestalteter Holzstuhl unter dem Blätterdach einer Buche, samt Schuhen darauf.

Exotisch ist der Mammutbaum, der 2012 gepflanzt worden war und unaufhörlich in die Höhe schießt. Ansonsten setzen Faskes auf heimische Pflanzen. Feuerrot machen die Feuerlilien ihrem Namen alle Ehre, dicke Hummeln krabbeln in den Fingerhut, die Farbvielfalt des Phlox reicht von Violett über Rosa bis Weiß.

Aus den Spitzen in zwei Eichen, deren Kronen herausgebrochen waren, hat ein Gärtner einen Bussard samt Grünspecht sowie eine Eule geformt. Und noch ein besonderer „Baum“ schließt den Rundgang an der Terrasse ab: der Schnapsbaum. Aus Schnapsflaschen hatten Freunde, Nachbarn und Kollegen im vergangenen Jahr, als Franz-Josef Faske Schützenkönig in Beverbruch war, eine Baumkrone errichtet.

Pläne gibt es reichlich: So soll für einen Ackerwagen, den Franz-Josef Faske bekommen hatte, eine Remise errichtet werden. Und im nächsten Jahr möchte die Familie auch ein Maislabyrinth anlegen.

Reiner Kramer stv. Redaktionsleitung Friesoythe / Redaktion Münsterland
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