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Aktualisiert vor 2 Minuten.

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NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

Trockenheit setzt Landwirten zu

09.06.2018

Bösel /Glaßdorf Die Hitze macht den Landwirten in der gesamten Region zu schaffen. Im Bereich Glaßdorf sieht es allerdings durch den hohen Grundwasser-Stand besser aus als in anderen Regionen, wo Getreidesorten schon kräftig die Ähren hängen lassen.

Der Ortslandvolkverband Bösel hatte die Böseler Landwirte und Interessierte am Donnerstagabend zum Feldbegang eingeladen. Mit dabei waren auch Bürgermeister Hermann Block und Pfarrer Stefan Jasper-Bruns. An letzteren richtete Ortslandvolk-Vorsitzender Günter Wienöbst seine Bitte, den direkten Draht nach oben zu suchen, um für Regen zu sorgen.

Zwischen null und 80 Litern pro Quadratmeter war beim Gewitter am vergangenen Freitag gefallen, im Bereich Glaßdorf waren es rund zehn Liter. Diese kurzen Gewitterschauer entschärfen die Situation allerdings nicht. Die Verdunstungsmengen liegen um ein Vielfaches höher. Zudem sei der Boden gar nicht in der Lage, die große Menge an Niederschlag aufzunehmen.

Die Landwirtschaftskammer spricht von Ernteverlusten von mehr als 50 Prozent bei Wintergerste in Niedersachsen, vor allem an Standorten mit leichten Böden. Die Wintergerste auf der Demonstrationsfläche von GS Agri an der Robert-Glaß-Straße – beginnend mit humosem Sandboden und ansteigend Humus bis zum anmoorigen Grund – hält sich dagegen wacker.

In anderen Ortschaften haben die Hitze und die damit einhergehenden Ernteausfälle schon teilweise dafür gesorgt, dass Landwirte ihre Getreide-Äcker umbrochen und Mais gesät haben. Der nämlich verkraftet die Hitze sehr gut, so Dr. Josef Kuhlmann von der Landwirtschaftskammer Oldenburg-Süd. Die Situation verschärft zusätzlich der deutlich zu feuchte Herbst.

Nach der Vorfrucht Mais hatte Landwirt Markus Meyer die Wintergerste auf der Demofläche erst sehr spät Mitte November 2017 ausgesät. Möglich machen das neuen Sorten, die für ein verlängertes Aussat-Fenster sorgen, betonte Kuhlmann.

Besonderes Augenmerk sollten Landwirte auf die Auswahl der Sorten legen, so Kuhlmann. Denn einige Sorten bildeten Resistenzen gegen Mehltau. Diesen im Griff zu behalten, „lässt uns ruhiger schlafen“.

Die Landwirte sahen sich verschiedene Gerste-Sorten an und Triticale, Weizen, Hybridweizen, Roggen und Mais sowie Sommergetreide. Angesprochen wurde auch die Notwendigkeit, Blühstreifen anzulegen. Sie seien notwendig, um dem Bienen- und Insektensterben zu begegnen. Dazu sollen Landwirte, Jäger und auch Imker an einem Strang ziehen.

Im Anschluss wurde auf dem Hof von Josef Lamping gegrillt. Die Landjugend hatte mit Unterstützung von Sponsoren für das leibliche Wohl gesorgt.

Reiner Kramer stv. Redaktionsleitung Friesoythe / Redaktion Münsterland
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