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NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

Messstation In Bösel: An vier Tagen über der Grenze

19.02.2020

Bösel Unscheinbar steht der Container an der Straße Beim Steinwitten. Allerlei Sensoren messen hier aber rund um die Uhr die Luftqualität und übermitteln diese an das Umweltbundesamt. Wenn es um die Feinstaubbelastung geht, spielen Orte wie Oldenburg, Stuttgart, Hamburg eine Rolle – nicht zuletzt deshalb, weil die erhöhten Feinstaub-Werte die Diskussion um Dieselfahrverbote anheizten. Doch auch in der Station in Bösel, die offiziell unter dem Namen „Südoldenburg“ registriert ist, sind im vergangenen Jahr an vier Tagen mehr als 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft gemessen worden. Der Grenzwert sei aber erst überschritten, wenn 36 Überschreitungstage vorlägen, informierte Stefan Feigenspan, beim Umweltbundesamt in Dessau zuständig für die Beurteilung der Luftqualität.

Wann sind erhöhte Werte gemessen worden?

Diese Ausreißertage seien dabei keinesfalls auffällig: Denn an diesen besagten vier Tagen – 24. Januar, 25. Januar, 2. Februar und 21. April – seien auch in großen Teilen Deutschlands erhöhte Konzentrationen von „PM10“ gemessen worden. „Das Auftreten erhöhter Feinstaub-Konzentrationen ist insbesondere im Winter nicht unüblich“, heißt es aus dem Umweltbundesamt weiter.

Was sind die Quellen für Belastungen?

Quellen der Luftschadstoffe sind vor allem der Straßenverkehr und Verbrennungsprozesse in Industrie, Energiewirtschaft und Haushalten. Zur Feinstaubbelastung trägt auch die Landwirtschaft durch die Bildung sogenannter sekundärer Partikel bei, also Partikel, die erst durch komplexe chemische Reaktionen aus gasförmigen Substanzen entstehen.

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Wie beeinträchtigt das Wetter die Belastungen?

Die Höhe der Schadstoffbelastung werde zudem von der Witterung beeinflusst, klärt Stefan Feigenspan weiter auf. „Ist es kalt, steigen die Emissionen (Mengen der freigesetzten Schadstoffe) gewöhnlich, weil z. B. stärker geheizt wird.“ Winterliches Hochdruckwetter, das häufig durch geringe Windgeschwindigkeiten und einen eingeschränkten vertikalen Luftaustausch gekennzeichnet ist, führt dazu, dass sich Schadstoffe in den unteren Luftschichten anreichern.

Sommerliche Hochdruckwetterlagen mit intensiver Sonneneinstrahlung und hohen Temperaturen begünstigen die Bildung bodennahen Ozons. Bei hohen Windgeschwindigkeiten und guten Durchmischungsbedingungen verringert sich hingegen die Schadstoffbelastung.

Schwankungen in der Luftbelastung werden in erster Linie durch diese unterschiedlichen Witterungsbedingungen verursacht. Sie überlagern daher den Einfluss der eher langfristigen Entwicklung der Emissionen. Im Frühjahr kann die Düngung in der Landwirtschaft eine Rolle spielen.

Haben die Überschreitungstage Auswirkungen ?

Aus Sicht des Umweltbundesamtes bedarf die Station Südoldenburg keiner verstärkten Beobachtung, da diese vier Überschreitungstage keine Ausreißer darstellten. Im Ergebnis bedeutet das also: Die Böseler müssen sich keine Sorgen machen.

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Reiner Kramer stv. Redaktionsleitung Cloppenburg/Friesoythe / Redaktion Münsterland
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