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NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

Luca fotografiert Uhu in Bösel

28.09.2018

Bösel Da staunte Luca Sydow nicht schlecht: Am vergangenen Samstag hat der 14-jährige Böseler im Bereich der Jägerstraße in Bösel einen Uhu entdeckt. Kurzerhand zückte er das Handy und schoss ein Foto von dem imposanten Vogel, wie er hoch oben im Baum auf einem Ast sitzt und scheinbar aufmerksam beobachtet, was auf der Straße unter ihm vor sich geht. Das Bild schickte er an die NWZ.

Dass diese Fotoaufnahme einen Seltenheitswert hat, bestätigte Luzia Landwehr, 1. Vorsitzende des Nabu Cloppenburg, im Gespräch mit der NWZ. Sie und ihr Mann Werner hatten einen Blick auch auf Videoaufnahmen werfen können, die den Uhu zeigen, und trotz der mäßigen Qualität festgestellt: „Es handelt sich eindeutig um einen Uhu.“

Dass der Uhu in der Region heimisch ist, davon ist Luzia Landwehr überzeugt. Nur Nachweise fehlten häufig. Im vergangenen Jahr war ihr und ihrem Mann ein Uhu-Vorkommen im Bereich Garrel/Nikolausdorf gemeldet worden. Das Tier selber konnten sie zwar vor Ort nicht ausfindig machen, dafür aber „eindeutige Spuren“, sagt Luzia Landwehr – nämlich große Gewölle zum Beispiel und einen Rupfplatz. Möglicherweise handele es sich bei der Sichtung in Bösel nun um genau jenen Uhu.

Auch einem Falkner in Cloppenburg sei vor einigen Jahren ein Uhu entfleucht. Der sei später auf dem St.-Josefs-Friedhof in Cloppenburg gesichtet worden.

Einige Meldungen über Uhu-Vorkommen würden sich aber als falsch herausstellen, berichtet Werner Landwehr und sie würden mit Waldohreulen verwechselt. Die seien aber deutlich kleiner. Brutnachweise für Uhus habe es im Landkreis Cloppenburg seit vielen Jahrzehnten nicht gegeben, sagt Luzia Landwehr. In den Dammer Bergen oder in Bad Zwischenahn würden die äußerst scheuen Tiere dafür brüten – teils sogar auf Friedhöfen. Auch im Emsland seien einige Brutvorkommen dokumentiert.

Umso glücklicher wäre der Nabu, wenn es irgendwann zu einer Uhu-Brut in Bösel kommen würde. In Bösel scheint der Uhu in dem nahegelegenen Wald ein gutes Jagdrevier gefunden zu haben. Ob er tatsächlich dort Heimat gefunden hat oder nur zur Jagd dort gewesen ist, ist schwer zu sagen. Ihrem Revier blieben Uhus zumeist treu, berichtet Werner Landwehr. Und auch die Jungvögel siedeln nicht in größerer Entfernung, höchstens 80 Kilometer entfernt.

Gerne gesehen wurde die größte in Deutschland vorkommende Eule früher nicht. Der Uhu galt als Vogel der Unterwelt, als Trauer- und Totenvogel. Sein Erscheinen bedeutete Krieg, Hungersnot, Krankheit und Tod. Zu den häufigsten Todesarten des Tieres zählt heute laut Nabu der Stromschlag an Mittelspannungsleitungen.

Der Uhu

Der Uhu ist ein Eulenvogel, der als fast ausgerottet galt, mittlerweile dank gezielter Artenhilfsprogramme aber wieder bundesweit vorkommt. Die Population ist allerdings regional rückläufig und der Bruterfolg nimmt ab. Der genaue Grund dafür ist nicht bekannt. Laut Nabu ist der Uhu auch heute besonders schutzbedürftig.

Die Gattung Bubo umfasst in Europa zwei Arten: Den namensgebenden europäischen Uhu (Bubo bubo) und die nordeuropäische Schneeeule. Das deutsche „Uhu“ ist lautmalerisch vom zweisilbigen Balzruf des Uhus abgeleitet.

Rund 70 Zentimeter groß wird der Uhu, beeindruckend ist seine Spannweite von bis zu 180 Zentimetern. Die massige Gestalt und der dicke Kopf kennzeichnen den Uhu, zudem sein in hellen und dunklen Brauntönen gemustertes Gefieder. Bekannt ist der Balzgesang der Vögel: das zweisilbige „buhoo“ des Männchens und das hellere „uhju“ des Weibchens.

Bei der Nahrung ist der Uhu nicht wählerisch: Feldmäuse, Ratten und Igel, Kaninchen, Feldhasen oder Vögel sind auf dem Speiseplan, gelegentlich werden sogar Fische oder Amphibien verspeist.

Die Paarbildung erfolgt während der Herbstbalz im Oktober und November. Bruten werden meist im März begonnen. Nach 34 Tagen schlüpfen die Jungvögel, die nach etwa zehn Wochen flugfähig sind.

Reiner Kramer stv. Redaktionsleitung Cloppenburg/Friesoythe / Redaktion Münsterland
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