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NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

Böseler geben weltweit Takt vor

07.01.2017

Bösel Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) sieht viele Unternehmen im Lande. Ein großes Thema ist „Industrie 4.0“. Doch wie dieses Thema konkret umgesetzt werden kann, dazu sah sich der Minister am Freitag ein Paradebeispiel an: fm Büromöbel in Bösel.

Nach einem kurzen Firmenporträt führte die Geschäftsführung den Wirtschaftsminister sowie Landrat Johann Wimberg, Bürgermeister Hermann Block und die Landtagsabgeordneten Renate Geuter (SPD) und Karl-Heinz Bley durch die Produktionshallen. Beeindruckt zeigte sich der Minister von der „derzeit modernsten Produktionsstraße für Büromöbel weltweit“ (O-Ton Geschäftsführer Theo Budde), die an der Glaßdorfer Straße unter dem Titel „fm woodflow 2020“ im vergangenen Jahr den Betrieb aufgenommen hatte.

Zahlen zum Unternehmen

Gegründet wurde FM Büromöbel 1964 von Franz Meyer. Heute sind mehr als 330 Mitarbeiter in der Unternehmensgruppe beschäftigt. Auf 30 000 Quadratmetern wird in Bösel produziert – eine Erweiterung des Unternehmens ist bereits wieder in Planung.

Pro Jahr werden 20 000 Büroarbeitsplätze und 260 000 Kopiererunterschränke für nahezu alle namhaften Kopierer- und Druckerhersteller weltweit hergestellt.

Zur Unternehmensgruppe gehören neben FM Büromöbel FM Systemmöbel, FM Industries, FM Kunststofftechnik und FM Energiemanagement.

    www.fm-bueromoebel.de

Dabei wird nur noch auftragsbezogen gearbeitet, es wird nach Touren direkt auf den Lastwagen produziert. Die Ware fließt durch die Produktion und verlässt noch am selben Tag das Werk. Ein Zwischenlager gibt es nicht, Rohmaterial wird just in time geliefert.

Und im besten Fall sind auch die Lieferanten mit dem Werk vernetzt. „Daran arbeiten wir derzeit“, berichtet Geschäftsführer Ulrich Meyer, der die Zulieferer so in die Produktion einbinden möchte, dass ein separater Bestellvorgang nicht mehr nötig ist.

Die Vorteile von „Industrie 4.0“: Individuelle Einzelteile werden zum Massenherstellungspreis hergestellt. Die Durchlauf- und Lieferzeiten sind sehr hoch. Viele Varianten können produziert werden. Produkte können von der Herstellung bis zur Entsorgung nachverfolgt werden.

Mehr als 330 Mitarbeiter zählt die Unternehmensgruppe aktuell – ein gutes Beispiel dafür, dass durch den Automatisierungsprozess im Zuge der „Industrie 4.0“, also der Kommunikation der Maschinen miteinander, keinesfalls ein Jobabbau verbunden sein muss. Im Gegenteil berichtete Geschäftsführer Budde von aktuell 24 Neueinstellungen. Geschäftsführer Meyer betonte, dass ohne den Schritt die Expansion in diesem Maße nicht möglich gewesen sei. Und der Betriebsrat, anfänglich noch skeptisch, zeigt sich mittlerweile begeistert. Gleichwohl änderten sich die Anforderungen an die Arbeitsplätze: Ständige Schulungen seien notwendig.

Zu den besonders innovativen Produktentwicklungen aus der fm-Unternehmensgruppe in Kooperation mit zwei Vertriebspartnern heraus gehört auch ein Visitenwagen für Krankenhäuser. Das besondere daran: Kommen MRSA-Keime mit der Oberfläche des Wagens in Kontakt, werden die Keime zerstört. Mit einem Jalousien-Wagen und einem Schubkastenwagen werde jetzt der Kontakt zu den Krankenhäusern gesucht, berichtet Johannes Hinrichs, kaufmännischer Leiter bei fm.

Beeindruckt zeigte sich Lies auch von den aus Biokunststoff hergestellten Produkten etwa für Büromöbel. Diese völlig neuartigen Bio-Kunststoffe bestehen aus den Schalen der Sonnenblumkerne, eigentlich ein Abfallprodukt. Hergestellt wird diese Innovation aus dem Oldenburger Münsterland von „Golden Compound“ in Ladbergen (Kreis Steinfurt).

Ziel sei es, die Abhängigkeit von Rohöl deutlich zu reduzieren, machte Ulrich Meyer deutlich, der gemeinsam mit den Unternehmern Ulrich und Peter Wendeln (Garrel) das Unternehmen führt.

Neu entwickelt worden ist jüngst die Nutzung dieses „S²PC“ genannten Kunststoffgranulats für die Herstellung von Kaffeekapseln – ein Markt mit enormen Potenzial. Weltweit werden 12 300 Tassen aus Kaffee-Kapseln getrunken – pro Minute. Diese bestehen aus Aluminium – eine Belastung für die Umwelt. Die Biopolymer-Kapseln sind „zu 100 Prozent recyclbar“, sagt Ulrich Meyer.

Reiner Kramer stv. Redaktionsleitung Cloppenburg/Friesoythe / Redaktion Münsterland
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