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NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

Hospital-Erlöse werden um 1,4 Mio. Euro gekürzt

12.07.2019

Cloppenburg Die Erlöse des Cloppenburger St.-Josefs-Hospitals werden in den kommenden drei Jahren um rund 1,4 Millionen Euro gekürzt. Denn aufgrund der derzeitigen Rechtslage werden Mehrleistungen eines Krankenhauses über das mit den Kostenträgern vereinbarte Leistungsgerüst nur noch zu 35 Prozent bezahlt. Das hochkomplexe Finanzierungssystem war nur ein Thema, das der Geschäftsführer des Hospitals, Lutz Birkemeyer, der hiesigen CDU-Bundestagsabgeordneten Silvia Breher bei deren Besuch erläuterte.

Die Politikerin war mit dem Treffen einer Einladung Birkemeyers gefolgt, während der parlamentarischen Sommerpause in Berlin ins Gespräch zu kommen. Der Verwaltungschef des Krankenhauses machte bei dem Treffen auch auf den Fachkräftemangel im Krankenhaus aufmerksam. Sowohl in der Pflege als auch im ärztlichen Bereich fehle es an Personal und an Bewerbern. Grundsätzlich sei das von Gesundheitsminister Jens Spahn initiierte Pflegepersonalstärkungsgesetz sehr zu begrüßen, da es grundsätzlich für die Entlastung in der Pflege geeignet sei. Ein Umdenken deute sich im politischen Berlin auch im Bereich der Ärzte an. Dies sei nach 20 Jahren „verfehlter Gesundheitspolitik“ – beispielsweise im Hinblick auf die drastische Reduzierung der Medizinstudienplätze – auch nötig, so Birkemeyer.

Mögliche Versorgungsengpässe bei der Belieferung von Medikamenten und Medikalprodukten waren ein weiteres Thema bei dem Gespräch. „Wir stellen fest, dass die weltweit agierenden Konzerne als Lieferanten lieber andere Länder beliefern als den deutschen Sektor. Als Grund wird immer wieder angeführt, dass die Preismargen in Deutschland aufgrund der bestehenden Unterfinanzierung des Krankenhaussektors zwischenzeitlich derart reduziert sind, dass die Belieferung anderer Märkte wirtschaftlich lukrativer ist. Wenn man für eine Prothese in Deutschland den Preis X erzielen kann, hingegen aber zum Beispiel in Amerika für das gleiche Produkt mehr als das Doppelte gezahlt wird, dann würde ich als Unternehmer genauso handeln,“ erklärte Birkemeyer der Bundestagsabgeordneten.

Der Verwaltungschef des St.-Josefs-Hospitals wagte außerdem einen Blick in die Zukunft. Man habe ein großes Interesse an der Digitalisierung im Gesundheitswesen, die benötigten Mittel zur Umsetzung der Digitalisierungsstrategie müssten aber angesichts beschränkter wirtschaftlicher Möglichkeiten bereitgestellt werden. „Sonst wird die Digitalisierung an den Krankenhäusern vorbeigehen. Derzeit habe ich nicht den Eindruck, dass diese Notwendigkeit politisch im Fokus ist“, so Birkemeyer.

Die Herausforderungen an eine hochwertige Versorgung würden immer größer, lautete Brehers Fazit: „Hier müssen wir als Gesetzgeber die richtigen Weichenstellungen vornehmen, um sicherzustellen, dass weiterhin jeder Patient wohnortnah bestmöglich behandelt werden kann.“

Dazu sei bereits in den vergangenen Jahren viel passiert. Tarifliche Vergütungen müssten jetzt zudem von den Krankenkassen als wirtschaftlich anerkannt werden – eine wichtige Nachricht vor allem für tarifgebundene Krankenhäuser. Die nächsten größeren Projekte zur Neuordnung der Notfallversorgung und Umsetzung der Ergebnisse der „Konzertierten Aktion Pflege“ stünden schon in den Startlöchern, so Breher.

Mareike Wübben Cloppenburg / Redaktion Münsterland
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