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NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

Berufsschule Cloppenburg: Jungen Leuten alte Techniken vermitteln

19.06.2019

Cloppenburg Der Monumentendienst verfolgt das Ziel, den Bestand an historischen Gebäuden im Weser-Ems-Gebiet zu erhalten. Doch das ist einfacher gesagt als getan. Denn immer weniger Handwerker kennen noch die alten Techniken und Materialen. Wie entglase ich ein jahrhundertealtes Holzfenster? Welche Imitationstechniken brauche ich, um Marmor oder Mahagoni-Holz zu malen? In der heutigen Wegwerfgesellschaft, in der fast nur noch ersetzt und kaum noch repariert, geschweige denn aufgearbeitet wird, sind vor allem bäuerliche Kulturdenkmäler bedroht.

Jungen Leuten alte Techniken beibringen: Unter diesem Motto lässt sich das Bemühen des Monumentendienstes zusammenfassen, Auszubildenden im zweiten und dritten Lehrjahr historisches Handwerk zu vermitteln. Einer dieser eintägigen Workshops ist am Dienstagmorgen in den Berufsbildenden Schulen Technik am Lankumer Feldweg in Cloppenburg über die Bühne gegangen. Restaurator Lars Böhner (Jever) und Martin Schiebe vom Monumentendienst erklären 25 angehenden Tischlern die Bedeutung der historischen Techniken – denn 90 Prozent der Erhaltungsmaßnahmen werden von Handwerkern geleistet. Die Schüler hören interessiert zu. „Auf jeden Fall sind sie ruhiger als bei mir“, sagt Fachlehrerin Maria Borchers-Schmedes mit einem Augenzwinkern.

Bereits vor einigen Wochen hatten weitere 25 Tischler-Azubis den Workshop absolviert. „Das ist wirklich eine sehr erfreuliche Zahl. An anderen Schulen sind es meist nur 25 Schüler“, berichtet Bente Juhl vom Monumentendienst. Und auch die Maler haben ihre „Geschichtsstunde“ mit Materialien wie Bier, Ei und Quark bereits hinter sich gebracht. Auch hier hätten sich die Azubis sehr interessiert gezeigt, berichtet BBS-Schulleiter Heinz Ameskamp.

Allerdings ist das Interesse nicht durchgehend vorhanden. Ein Workshop für Maurer – ebenfalls ein wichtiger Baustein bei der Restaurierung von Gebäuden – kam mangels Resonanz nicht zustande. Das bedauert auch Andreas Wegmann von der Unteren Denkmalschutzbehörde des Landkreises Cloppenburg: „Es wäre gut, wenn sie dabeigewesen wären.“

Überhaupt haben die Sanierung und das Restaurieren von historischen Gebäuden zurzeit einen schweren Stand. Die Auftragsbücher im Bereich Neubauten sind übervoll, Handwerker kaum zu bekommen. Dadurch gibt es auch beispielsweise für Tischler und Maler wenige monetäre Anreize, sich zu Restauratoren weiterzubilden.

Dies mag der Monumentendienst gleichwohl nicht akzeptieren. Mit einer Fördersumme von 10 000 Euro durch das Land werden 23 Veranstaltungen in acht Berufsschulen in Weser-Ems organisiert. „Wir haben darüber hinaus noch weitere Anfragen gehabt, können aber nicht alle Berufsbildenden Schulen bedienen“, so Juhl. Deshalb werde über eine Fortsetzung des Projekts nachgedacht.

Carsten Mensing Cloppenburg / Redaktion Münsterland
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