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NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

Mais bereitet größte Probleme

15.10.2018

Cloppenburg Der zweittrockenste und zweitheißeste Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881 liegt hinter den Landwirten in Niedersachsen. Inzwischen ist der Großteil der Ernte eingefahren. Doch welche Auswirkungen hat der trockene Sommer auf die Erträge der Bauern im Oldenburger Münsterland? Die NWZ hat bei Hubertus Berges, Vorsitzender des Kreislandvolkverbandes Cloppenburg, nachgefragt.

Sind die Ernteeinbußen so wie befürchtet?

Egal ob Getreide, Kartoffeln oder Mais – der trockene Sommer hat in allen Bereichen für weniger Ertrag gesorgt. „Am schlimmsten hat es bei uns im Landkreis den Mais erwischt“, sagt Berges. Im Schnitt seien 30 Prozent weniger geerntet worden. „Nur an nassen Standorten, wo es in normalen Jahren Probleme gibt, ist der Mais schön gewachsen“, erzählt der Landwirt. Besonders weil man in den letzten Jahren von guten Maisernten verwöhnt gewesen sei, fielen die Einbußen noch mehr auf.

Hubertus Berges BILD: Jaspersen

Vorsitzender beim Kreislandvolk

Hubertus Berges ist Erster Vorsitzender des Kreislandvolkverbandes Cloppenburg. Zudem ist der Landwirt aus Elsten (Gemeinde Cappeln) Mitglied im Finanzausschuss, im Pflanzenbauausschuss und im Umweltausschuss beim Landvolk Niedersachsen.

„Das Problem am Mais ist, dass man gleich komplett den Ertrag verlieren kann. Wenn eine Pflanze keine Kolben ausbildet, kann man zwar die Stängel noch häckseln, aber Körner gibt es dann nicht. Beim Getreide ist das anders – da gibt es wenigstens noch Teilerträge“, sagt Berges. Einbußen gab es auch beim Getreide und bei Kartoffeln – „allerdings nicht so schlimm wie erwartet.“

Welche Auswirkungen gibt es für Verbraucher?

Hohe Preisanstiege haben die Verbraucher nicht zu befürchten. „Da die Nahrungsmittel weltweit gehandelt werden, merkt man die Ernteausfälle bei uns eigentlich kaum am Preis“, sagt Berges. Lediglich Produkte, die es eben nur hier gebe, wie beispielsweise Grünkohl, seien von Erhöhungen betroffen.

Was fordern die Landwirte von der Politik?

„Die von der Politik versprochene Dürrehilfe ist bei uns Landwirten ein Rotes Tuch“, sagt Berges. Eine Milliarde Euro sind versprochen worden – bekommen haben die Landwirte im Landkreis Cloppenburg aber noch nichts. „Das hat einen ganz entscheidenden Grund: Das Antragsverfahren ist recht kompliziert und es gibt zahlreiche Auflagen und Hindernisse. So haben beispielsweise nur Betriebe einen Anspruch auf Unterstützung, deren Existenz bedroht ist“, erklärt der Landwirt.

Von den versprochenen eine Milliarde Euro schätzt Berges, dass nur etwa zehn Prozent wirklich ausgezahlt werden. „Und wenn man bedenkt, dass sich der Schaden durch Ertragsausfälle in Niedersachsen auf eine Milliarde Euro beläuft, ist das – auf ganz Deutschland gesehen – nicht besonders viel.“

Anstatt auf Unterstützung in Krisenzeiten hoffe der Kreislandvolkvorsitzende auf ein dauerhaftes Umdenken in der Politik. „Wir können in guten Jahren keine eigene Risikorücklage schaffen, sondern müssen Gewinne aus steuerlichen Gründen sofort wieder investieren. Wenn landwirtschaftliche Betriebe steuerfrei Geld zurücklegen könnten, würde das die Situation um vieles erleichtern“, schätzt Berges.

Was ist mit Blick auf den Winter zu erwarten?

Probleme mit Blick auf den Winter seien derzeit noch nicht absehbar. „Es gab beispielsweise eine Futterbörse – aber mit viel mehr Angeboten als Nachfrage da war“, sagt der Landwirt. Einige Bauern hätten noch Vorräte, mit denen sie hoffen, über den Winter zu kommen.

Auch der bisher sehr warme Oktober sorge für Entlastung. „Die Tiere können dank der milden Temperaturen noch länger draußen bleiben – das spart natürlich Futter“, sagt Berges. Und auch in Sachen Grünland könne man Ernteausfälle aus dem Sommer nun noch etwas ausgleichen, sagt der Kreislandvolkvorsitzende.

Gloria Balthazaar
Volontärin, 3. Ausbildungsjahr
NWZ-Redaktion
Tel:
0441 9988 2003

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