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NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

Nitratwerte belasten vor allem den Südkreis

08.09.2018

Cloppenburg Rund 36 Prozent der 57 Messstellen im Kreis Cloppenburg haben zwischen Herbst 2016 und Frühjahr 2018 erhöhte Nitratkonzentrationen von mehr als 50 Milligramm/Liter im oberen Grundwasser aufgewiesen. Das ist das Ergebnis des Monitoringberichts, den Diplom-Geologe Hendrik Judith vom Cloppenburger Ingenieurbüro Rubach und Partner am Donnerstag im Planungs- und Umweltausschuss des Kreises Cloppenburg vorstellte.

Erhöhte Nitratwerte wurden dabei in erster Linie im Bereich der Geest – im mittleren und südlichen Drittel – des Landkreises gemessen. Die hier liegenden Böden werden überwiegend intensiv ackerbaulich genutzt. Bei zehn Messstellen im Bereich der Geest wurden sogar Nitratgehalte mit einer Schwankungsbreite von 100 bis 250 mg/l festgestellt.

Multimedia-Reportage: Nitrat in der Region – Gefahr im Grundwasser

Die im nördlichen Drittel des Kreises gelegenen – teilweise vermoorten – Niederungsbereiche weisen dagegen nur sehr geringe Nitratgehalte auf, dafür aber deutlich erhöhte Ammoniumkonzentrationen. Hiervon sind 18 Prozent der untersuchten Messstellen betroffen. In den Niederungsgebieten wird der Stickstoff daher hauptsächlich als Ammonium-Stickstoff nachgewiesen. Insbesondere im Bereich der Hunte-Leda-Moorniederung finden sich erhöhte Ammoniumgehalte von mehr als 10 mg/l, die auch aus einer übermäßigen Anwendung von organischen Düngemitteln herrühren können.

Der Monitoringbericht wurde von den im Ausschuss vertretenen Parteien unterschiedlich bewertet. Fabian Wesselmann (Grüne/UWG) sah die „erschreckenden Ergebnisse von 2017“ bestätigt. Auf Nachfrage Wesselmanns erklärte Baudezernent Ansgar Meyer, dass sich auch an Messstellen mit extrem hoher Nitratkonzentration einzelne Verursacher nicht feststellen ließen, weil sich der Zustrom an einer Messstelle im Laufe des Jahres ändern könne.

CDU-Fraktionschef Hans Götting freute sich hingegen, dass sich die Situation nicht weiter verschlechtert habe. Es brauche Zeit, bis die 2018 verschärften Inhalte der Düngeschutzverordnung im Grundwasser nachweisbar seien.

 Statt ein von der SPD beantragtes Programm gegen das Insektensterben zu beschließen, ist der Ausschuss einstimmig einem Alternativvorschlag der Kreisverwaltung gefolgt. Demnach sollen die Haushaltsansätze für das Wallheckenprogramm vorsorglich von 5000 auf 6000 Euro und für das Gewässerrandstreifenprogramm von 15 400 auf 20 000 Euro erhöht werden. Außerdem sollen statt 5000 nun 30 000 Euro ausgegeben werden, um gezielte Einzelmaßnahmen des Artenschutzes, die auch dem Insekten- und Bienenschutz dienen, umsetzen zu können. Zudem solle die Werbung für die Programme verstärkt werden, hieß es.

 Mit einem weiteren Antrag wollte die SPD die Kreisverwaltung dazu bringen, den Bedarf an Unterbringungsmöglichkeiten für auswärtige Auszubildende und Schüler an den Standorten Cloppenburg, Löningen und Friesoythe zu prüfen ( NWZ berichtete). Dies wurde vom Ausschuss mehrheitlich abgelehnt. Dies könne nicht Aufgabe des Landkreises sein, hieß es.

 Die Fraktion Grüne/UWG wollte die Verwaltung beauftragen zu dokumentieren, an welchen Stellen im Landkreis kommunale Wegeseitenränder durch landwirtschaftliche Nutzung verlorengegangen sind. Diese Informationen sollten den Städten und Gemeinden zur Verfügung gestellt werden, um gemeinsam mit den Landwirten diese Flächen wieder für den Naturhaushalt und den Artenschutz zu reaktivieren. Auch dieses Vorhaben wurde mehrheitlich abgelehnt.

Carsten Mensing
Cloppenburg
Redaktion Münsterland
Tel:
04471 9988 2801

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