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NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

Hier ist die Wohnungssuche nur was für Fortgeschrittene

24.07.2019

Cloppenburg Karl Ripke aus Cloppenburg ist enttäuscht. Er findet in Cloppenburg keine bezahlbare Wohnung, die behindertengerecht ist. Der 70-Jährige hat Anfang des Jahres an einer Kampagne des Netzwerks „Soziale Meile“ in Cloppenburg teilgenommen. In einer Fotoausstellung im Rathaus wurde Menschen ein Gesicht gegeben, die in der Soestestadt keine passende Wohnung fanden. Auch der 70-Jährige wurde von der Caritas gefragt, ob er Teil der Ausstellung werden wollte.

Zwölf Fotos zeigten Menschen mit Behinderung, junge Menschen, Familien und Migranten, die bisher keine für sie bezahlbare Wohnung gefunden hatten. Bürgermeister Dr. Wolfgang Wiese (CDU) hätte bei der Eröffnung gesagt, dass in Cloppenburg 60 neue, bezahlbare Wohnungen entstehen sollten, sagt Ripke. „Passiert ist bisher nichts. Ich habe bisher keine bezahlbare Wohnung gefunden“, kritisiert der 70-Jährige.

Er lebt von Grundsicherung und Rente, bezahlt für die 40 Quadratmeter, die er momentan bewohnt, 340 Euro. Eine Warmmiete von 350 Euro wären das Maximum. „Ich muss ja auch noch Geld zum Leben haben“, so der Rentner. Seine Wohnung gefällt ihm eigentlich gut, allerdings ist sie nicht behindertengerecht.

Im Juni 2016 verlor Ripke nach einer Operation sein linkes Bein. Eine passende Prothese wird momentan angefertigt, an Krücken kann der Cloppenburger deswegen noch nicht gehen. Und so ist er auf den Rollstuhl angewiesen. Mit dem eckt er immer wieder im Badezimmer an, denn die Nasszelle ist nicht behindertengerecht. Gleiches gilt für den Balkon. Die Schwelle nach draußen ist für ihn deswegen nicht zu überwinden. Die Wohnungen, die Ripke sich schon angeschaut hat, seien zu teuer. Und andere Sozialwohnungen, die ins Budget passen würden, sind häufig nicht behindertengerecht. Und ins Altenheim will er nicht – „dafür bin ich noch viel zu fit“.

Dass es beim sozialen Wohnungsbau in Cloppenburg hinkt, hat man auch im Rathaus erkannt: „Bei aller Euphorie und überdurchschnittlicher Entwicklung im Wohnungsbau sollte nicht vergessen werden, auch die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum im Auge zu behalten“, sagt Bürgermeister Dr. Wolfgang Wiese. Die derzeitige Konjunktur, die Bauland- und Baupreise sowie immer mehr und umfangreichere Bauvorschriften verhindern die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum teilweise, heißt es aus dem Rathaus.

Momentan gibt es in Cloppenburg noch 345 Bestandswohnungen, die vom Land beim Bau als Sozialwohnungen gefördert wurden. Allerdings würden die meisten Mietbindungen bis zum Jahre 2025 wegfallen. Aktuell schafft die Wohnungsbaugesellschaft in ihrem Neubau am Pingel Anton 26 neue Sozialwohnungen, sagt die Stadtverwaltung. Außerdem hat die Stadt Cloppenburg zur Vergabe der städtischen Mehrfamilienhausgrundstücke Handlungsgrundsätze erarbeitet, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.

Die Stadt werde diese Grundstücke nur an Investoren veräußern, die sich verpflichten, mindestens ein Drittel der neuen Wohnungen nach den Voraussetzungen des öffentlich geförderten Mietwohnungsbaus zu errichten und dafür die Landesprogramme in Anspruch zu nehmen. Das Land erarbeite derzeit neue und attraktivere Förderrichtlinien. In den vergangenen Jahren habe es wegen der günstigen Rahmenbedingungen für Investoren kaum Förderanträge gegeben.

Die Stadt will mit dem Verkauf der Mehrfamiliengrundstücke deswegen solange warten, bis die neuen Landes-Förderprogramme verabschiedet sind. Ein Verkauf könnte im erstem Halbjahr 2020 starten, heißt es aus dem Rathaus.

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Mareike Wübben Cloppenburg / Redaktion Münsterland
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