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NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

Wespen sind kein Grund zur Panik

10.07.2018

Cloppenburg Eine Wespe nach der anderen fliegt an diesem Montagmorgen durch ein kleines Loch in den Jalousienkasten eines Einfamilienhauses in Cloppenburg. Das Besitzerehepaar hat das muntere Treiben schon das ganze Wochenende mit Sorge betrachtet: Denn schließlich ist der Herr des Hauses Wespen-Allergiker und der Rolladen-Kasten der des Schlafzimmers. Zudem befindet sich die Einflugschneise der Wespen mitten auf der Terrasse.

Wer hilft Haus- und Gartenbesitzern?

Die Hilfe kommt nach einem Anruf am Morgen noch am selben Tag: Manfred Beck aus Garthe, einer von zwölf ehrenamtlichen Bienen-, Wespen- und Hornissenbetreuern des Landkreises, fährt gegen 16 Uhr vor, analysiert die Lage und entscheidet dann auf Bitten des Hausbesitzers: Das Nest wird entfernt. Schnell zieht er einen Schutzanzug an und eine Dose Wespenspray hervor.

Fachleute helfen bei Fragen rund um Bienen, Wespen und Hornissen

Zwölf engagierte Imker stehen im Landkreis Cloppenburg für Fragen zum Umgang mit Hornissen, Hummeln und Wespen den Bürgern mit Rat und Tat gegen ein geringes Entgelt zur Seite. •Erich Abeln, Essen-Osteressen, Telefon 05434/2471 •Manfred Beck, Emstek, Telefon  04435/2163 (für den Bereich Cloppenburg) •Georg Diekmann, Quakenbrück, Telefon  05431/6000 (für Essen) •Karl-Heinz Diekmann, Garrel-Varrelbusch, Telefon  04471/ 84685 •Dieter Eberlei, Barßel, Telefon 04499/91123 •Werner Fendesack, Emstek-Bühren, Telefon 04447/1459 •Johannes Hagmann, Friesoythe-Neuscharrel, Telefon 04493/488 •Heinz Lüers, Essen-Bevern , Telefon  05434/4049830 •Martin Schütte, Saterland, Telefon  04492/912064 •Marianne und Franz Thobe, Lastrup-Roscharden, Telefon 04472/8310 •Norbert Zobel, Löningen, Tel. 05432/4202

Doch nachdem er den Kasten geöffnet hat, ist nichts zu sehen. Doch der 71-Jährige gibt nicht auf und landet schließlich auf dem Dachboden. Dort haben es sich die Wespen häuslich eingerichtet. Fachmännlich entfernt der Schlosser im Ruhestand das Nest – nun kann vor allem unser Allergiker aufatmen. Und Beck hat nach insgesamt vier Wespen-Einsätzen an diesem Tag nun endlich Feierabend. Allein dieser letzte dauerte rund 70 Minuten.

Gibt es in diesem Jahr besonders viele Wespen?

„In diesem Jahr ist eine verstärkte Nachfrage zu beobachten“, sagt die Pressesprecherin des Landkreises Cloppenburg, Sabine Uchtmann, am Dienstag auf NWZ-Nachfrage. Fünf bis zehn Anrufe – vor allem zum Thema Wespen – gingen zurzeit täglich bei der Kreisverwaltung ein. Diese verweist auf ihre ehrenamtlichen Berater (siehe Infobox), die im gesamten Kreisgebiet tätig sind.

Ist die Furcht besonders vor Wespen begründet?

Wespen, Hummeln und Hornissen sorgten häufig für Unmut, aber die Furcht sei unbegründet, so die Kreisverwaltung in einer Pressemitteilung. Die Tiere seien friedfertig, solange sie in Ruhe gelassen würden.

Wespen unterliegen den Schutzbestimmungen des Naturschutzgesetzes. Für die bestandsgefährdeten Hornissen und Hummeln gelten besondere Schutzbestimmungen. Diese verbieten grundsätzlich, die Tiere unnötig oder mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten. Eier, Nester, Brut-, Wohn- und Zufluchtstätten dürfen ohne vernünftigen Grund weder beschädigt noch zerstört werden.

Von den Hornissen überwintert nur eine Königin. Die Altkönigin stirbt mit ihrem Volk etwa Ende Oktober, der alte Nestbau des Vorjahres wird im nächsten Sommer nicht wieder benutzt. Auch bei den Wespen überwintert nur die Königin.

Jedes Nest – so das bei der Kreisverwaltung angesiedelte Amt für Natur und Umwelt – sei eine Bereicherung für den heimischen Garten. Man solle überlegen, ob ein Zusammenleben mit den Tieren für einen Sommer nicht möglich sei.

Wie muss ich mich verhalten?

Befinde sich ein Nest in unmittelbarer Hausnähe oder an häufig begangenen Stellen von Hof und Garten, lasse sich bei Beachtung einfacher Regeln sowie mit kleinen Hilfsmitteln die kurze Zeit bis zum Sterben des Wespen – oder Hornissenvolkes bis etwa Ende Oktober problemlos überstehen:

 im Abstand von zwei bis drei Metern vom Nest heftige Bewegungen und Bodenerschütterungen (zum Beispiel beim Rasenmähen) vermeiden und hier die Flugbahn nicht verstellen

 Kleinkinder durch niedrige Absperrungen vom Nestbereich fernhalten

nicht mit Gegenständen in möglichen Einfluglöchern stochern und keine Wasserschläuche auf Nester richten

Tiere im Nestbereich nicht anatmen

im Nestbereich nicht barfuß laufen

 nicht aus Dosen trinken

 keinesfalls Insektenvernichtungsmittel einsetzen

Fenster und Balkontüren mit handelsüblichen Fliegengittern oder Netzen absichern, damit keine Tiere in die Wohnräume gelangen können

 Rolläden oder Jalousien den Sommer über nicht benutzen, falls die Tiere im Rolladenkasten ihr Nest gebaut haben. Im Winter kann der Kasten dann gesäubert und neu abgedichtet werden.

Was tun bei Nestern in bedrohlicher Lage?

Bei Nestern in bedrohlicher Lage sollte einer der genannten Betreuer hinzugezogen werden. Sie setzen sich in ihrer Freizeit für den praktischen Artenschutz ein und möchten durch eine gezielte Beratung erreichen, dass die Nester an ihren einjährigen Standorten erhalten werden.

Darüber hinaus können weitere Informationen beim Landkreis Cloppenburg – Amt für Natur und Umwelt (Telefon 0 44 71/ 15-164) – eingeholt werden sowie im Internet unter

Carsten Mensing
Cloppenburg
Redaktion Münsterland
Tel:
04471 9988 2801

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