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NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

Kreis: Kein weiterer TBC-Toter

18.01.2019

Cloppenburg 112 Wohnungen für Werkvertragsarbeiter in den Gemeinden Cappeln und Emstek hat der Landkreis Cloppenburg im vergangenen Jahr überprüft. Das seit 2018 bestehende Kontrollteam aus einem Bauingenieur und einer Verwaltungskraft habe in 14 Fällen Brandschutzmängel (Rauchwarnmelder, Feuerlöscher, Rettungswege, Brandlasten) festgestellt, erklärte die Kreisverwaltung am Donnerstagabend im Kreistag auf eine Anfrage der SPD-Fraktion.

Dazu kamen 17 Überbelegungen, die aber nach Angaben der Kreisverwaltung – mit ein bis drei Personen – in der Regel geringfügig waren. Drei Fälle von Schimmelbildung und zwei sonstige Mängel wie ein fehlendes Balkongeländer komplettieren die Liste.

Wo werden die Kontrollen fortgesetzt?

In Kürze, so der Landkreis, werden die Kontrollen in der Gemeinde Essen – hier hat der Schlachtbetrieb Danish Crown seinen Sitz – beginnen. Denn im Fokus befinden sich zunächst die Gemeinden im Einzugsgebiet der größten Schlachthöfe im Kreis Cloppenburg. Davon ausgenommen ist die Stadt Cloppenburg, die sich selbst um die Kontrollen kümmert.

Wer brachte den Stein
ins Rollen
?

Nachdem der damalige Vertreter des Weihbischofs in Vechta, Prälat Peter Kossen, erstmals im Jahre 2013 die teilweise skandalöse Unterbringung der Werkvertragsarbeiter angeprangert und damit ein bundesweites Medienecho ausgelöst hatte, kontrollierte der Landkreis noch im gleichen Jahr alle 281 seinerzeit bekannten Unterkünfte im Kreis. Drei Jahre später wurden 23 – anhand der Höhe der Belegungszahlen ausgewählte – Unterkünfte im gesamten Kreisgebiet überprüft. 2017 folgten elf Häuser und Wohnungen in der Gemeinde Emstek. Darüber hinaus gab es immer wieder anlassbezogene Kontrollen, die in der Regel nach Hinweisen aus der Gemeinde oder aus der Nachbarschaft über die Bühne gingen.

Was fordert die SPD-Kreistagsfraktion?

Die SPD-Fraktion hatte ihre Anfrage vor dem Hintergrund der jüngsten Tuberkulose-Fälle auf Schlachthöfen im Kreis Cloppenburg formuliert. Die Sozialdemokraten fordern Sofortmaßnahmen, zu denen auch eine Überprüfung der Werkvertragsarbeiter-Unterkünfte zählen soll.

Wo gab es wie viele Fälle von Tuberkulose ?

Im vergangenen Jahr waren fünf bei Vion (Emstek) beschäftigte Personen an Tuberkulose erkrankt, eine davon verstarb. Die Betroffenen sind alle männlich und rumänische Staatsbürger. Bei einer Umgebungsuntersuchung bei mehr als 100 Personen wurden 63 Prozent positiv getestet. Bei Danish Crown (Essen) gab es vier Fälle von Tuberkulose, keiner der Erkrankten hatte seinen Wohnsitz im Kreis Cloppenburg. Von 100 im Umfeld der Erkrankten ermittelten Personen wohn(t)en 42 im Landkreis Cloppenburg.

In welchen Bereichen waren die TBC-Kranken tätig?

Die an TBC erkrankten Personen waren in der Grobzerlegung oder im Kühllager des Schlachthofes tätig. Rein theoretisch ist eine Übertragung im Betrieb beziehungsweise im Wohnumfeld möglich. Bei den Betroffenen wurden zum Teil unterschiedliche Erregerstämme identifiziert. Hier steht allerdings noch ein Ergebnis der Erreger-Typisierung aus.

Gab es einen weiterenTBC-Toten?

Darüber hinaus sprach die SPD davon, dass vage Hinweise vom Tod eines weiteren Schlachters sprächen. Dieser soll an Tuberkulose erkrankt gewesen sein und vermutlich in Quakenbrück gewohnt haben. Entsprechende Hinweise lägen nicht vor, antwortete die Kreisverwaltung.

Wie viele Kreismitarbeiter lassen sich testen?

Von den 266 Kreisbeschäftigten, die als amtliche Fachassistenten oder Tierärzte auf den Schlachthöfen im Kreis arbeiten, wollen sich 136 freiwillig auf TBC testen lassen. Die Blutentnahmen laufen in Kürze an.

Wie verfahren die
Behörden mit TBC-Fällen
?

Bei jedem gemeldeten Fall von ansteckender Lungentuberkulose ermitteln die Gesundheitsämter, wer mit der erkrankten Person in Kontakt war und sich eventuell angesteckt haben könnte. Die betroffenen Personen werden im Verlauf auf eine Tuberkuloseinfektion getestet und eingehend beraten. Dazu gibt es sehr genaue Empfehlungen des Deutschen Zentralkomitees zur Bekämpfung der Tuberkulose (DZK), an denen sich die Gesundheitsämter orientieren.

Carsten Mensing Cloppenburg / Redaktion Münsterland
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