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NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

Darf sonntags geöffnet werden?

14.01.2017

Friesoythe An einem verkaufsoffenen Sonntag durch die Innenstadt schlendern, das war in der Vergangenheit viermal jährlich eine Selbstverständlichkeit für viele Friesoyther. Zu den Maitagen, beim Erdbeerfest und beim Eisenfest hatten die Geschäfte auch am Sonntag geöffnet. Gleiches galt für den Lichtersonntag.

Doch damit könnte es ab diesem Jahr vorbei sein: Das Verwaltungsgericht Osnabrück hat Regelungen im Niedersächsischen Ladenöffnungsgesetz für verkaufsoffene Sonntage für verfassungswidrig erklärt. Ein wirtschaftliches Interesse von Kaufleuten oder ein vermutetes „Shopping-Interesse“ reichten nach Ansicht des Gerichts nicht aus, um Sonntags zu öffnen.

Vier Tage geplant

Die Kaufleute in Friesoythe nehmen das Urteil gelassen zur Kenntnis: „Die vier verkaufsoffenen Sonntage sind auch in diesem Jahr geplant“, sagt Thomas Slaghekke, Vorsitzender des Handels- und Gewerbevereins (HGV) Friesoythe. „Wir prüfen gerade mit der Stadt, ob das Urteil auch für uns zutrifft“. Derzeit sei also noch ungewiss, ob die Sonntage verkaufsoffen sein werden.

Bürgermeister Sven Stratmann sieht jedoch keinen Handlungsbedarf. Laut seiner Auffassung könnten die verkaufsoffenen Sonntage weiterhin stattfinden: „Die Tage sind immer gekoppelt an Feste. Nicht der verkaufsoffene Sonntag stehe im Vordergrund, sondern das Fest, die seit vielen Jahren bestehen.

Das Urteil in Osnabrück habe eine Veranstaltung in Nordhorn verboten, bei der die Ladenöffnung an sich im Vordergrund gestanden und es sich um ein neues Fest gehandelt habe. Dies sei laut Stratmann und Markus Block, dem stellvertretenden Vorsitzenden des HGV, der entscheidende Unterschied zu den verkaufsoffenen Sonntagen in Friesoythe.

An Angestellte denken

Gleichwohl denkt Stratmann auch an die Angestellten: „Man muss auch schauen, was man ihnen zutraut. Mit vier Sonntagen im Jahr habe ich jedoch keine Probleme. Die Tage sind ein Gewinn für unsere Stadt.“

Dies sieht auch Block so: „Wir haben die glückliche Situation, noch viele Familienunternehmen in Friesoythe zu haben. Das heißt aber auch, dass noch mehr verkaufsoffene Sonntage nicht umsetzbar sind.“

Mehr als vier Sonntage im Jahr wollen die Kaufleute ohnehin nicht öffnen: „Es muss auch attraktiv bleiben und alle müssen öffnen können. Diese vier Tage brauchen wir aber, sie sind wichtige Impulse für uns als Stadt, ziehen Publikum an und machen die Stadt attraktiver“, betont Block.

Der Austausch zwischen der Stadt und den Kaufleuten funktioniert sehr gut: „Wir sprechen immer mit dem HGV, weil auch die Kaufleute kein Interesse daran haben, etwas nicht rechtskonformes zu tun“, sagt Bürgermeister Stratmann.

Nils Coordes
Volontär, 3. Ausbildungsjahr
NWZ-Redaktion
Tel:
0441 9988 2003

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