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NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

Nwz-Serie: Dem Geldverleiher Hörner aufgesetzt

13.02.2013

Bösel /Osterloh In früheren Zeiten, als es noch kein Fernsehen, Internet oder Telefon gab, spielte sich das gesellschaftliche Leben hauptsächlich auf den Dorfplätzen ab. Verschiedene Kaufläden, Handwerkergeschäfte oder Gaststätten standen dort zumeist.

„In Osterloh gab es das Gasthaus Zur Alten Wache“, berichtet Gerhard Höffmann. „Der Wirt war Gerhard Heinrich Bley, genannt Wachgerd, geboren am 15. September 1848.“ Wachgerd sei außerdem Händler, Bauer, Musiker und Zimmermann gewesen, sagt Höffmann. Ein wahres Multitalent, so Ehrenbürgermeister Höffmann. „Hauptberuflich war er aber Spaßmacher. Um ihn ranken sich viele Geschichten“, sagt der 70-Jährige.

Diese zum Beispiel: Eines Tages soll ein Mann in seine Wirtschaft gekommen sein. Dieser klagte Wachgerd seine Sorgen. Er sei einem Teufel in Menschengestalt begegnet, sagte er. Einem Geldverleiher namens Dieter Roßkamp. „Vor 1899 gab es hier keine Banken, wenn man Geld brauchte, musste man zu einem Geldverleiher gehen“, erzählt Gerhard Höffmann.

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In einer Siedlung in Petersdorf lieh Roßkamp vielen Siedlern Geld, das er sich zuvor bei anderen Geldverleihern zu niedrigeren Zinsen geliehen hatte. Wenn der Zahltag gekommen war, mahnte er die Summe freundlich an, gewährte aber gegen einen Zinsaufschlag Aufschub. Zweimal, dreimal oder öfter mahnte er die Schuldner an, so dass die Zinsen immer höher wurden.

Eines Tages kam Roßkamp mit einem der Siedler aus Cloppenburg zurück, wo er für diesen Geld besorgt hatte. Sogleich zog ihm Roßkamp die üblichen zehn Prozent Vermittlungsgebühren ab. Plötzlich soll Dieter Roßkamp einen Revolver gezogen haben, er forderte von dem Siedler drei Taler für den weiten Weg. Der Siedler war starr vor Schreck und zahlte.

Von der Geschichte tief beeindruckt, wollte Wachgerd den Wucherer bestrafen. Abends saß er bei einer Flasche Korn mit einem befreundeten Landwirt zusammen, als sie Dieter Roßkamp vorbeigehen sahen. Wachgerd und der Landwirt, Heinrich von Vionville und Marslatour, heckten gemeinsam einen Plan aus. „Die beiden haben dem Geldverleiher aufgelauert und ihn sich gepackt“, erzählt Gerhard Höffmann. „Sie sollen ihn zu einem alten Brunnen geschleppt haben, der seit Jahren schon nicht mehr benutzt wurde. Sie fesselten ihn und ließen ihn hinunter ins Wasser.“

Einige Zeit habe der Wucherer Roßkamp komplett unter Wasser getaucht verbringen müssen. Dann zog Bauer Heinrich ihn heraus, so dass der wieder atmen konnte. Wachgerd forderte Roßkamp auf, die hohen Vermittlungsgebühren und die erpressten Taler wieder an den Siedler zurückzuzahlen. Immer wieder tauchten ihn die zwei unter Wasser, bis der Kredithai schließlich zusagte.

„Dann forderten Wachgerd und sein Freund den Geldverleiher dazu auf, dem armen Siedler seine Schulden für die kommenden zehn Jahre zu stunden. Weil er große Angst hatte, wieder unter Wasser getaucht zu werden, sagte er zähneknirschend zu“, berichtet Höffmann.

Roßkamp wurde wieder heraufgezogen, doch frei war er noch nicht. Wachgerd und Heinrich machten sich einen Spaß. Mit einem Kamm und schwarzer Schuhcreme formten sie ihm zwei Hörner und färbten sein Gesicht schwarz. „,Jetzt kann jeder sehen, wer dieser Roßkamp wirklich ist’, soll Wachgerd gerufen haben“, berichtet Gerhard Höffmann. Im Paradeschritt hätten sie den Geldverleiher durchs Dorf marschieren lassen.

Jonas Schönrock Barßel / Redaktion Münsterland
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