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NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

Demonstration gegen Massentierhaltung

10.03.2014

Stapelfeld „Wir sind hier und wir sind laut, weil man Tierfabriken baut“, mit diesen und ähnlichen Parolen haben sich zu Beginn einer Diskussionsveranstaltung in der Katholischen Akademie Stapelfeld Gegner von Massentierhaltung und industrieller Fleischerzeugung Luft gemacht. In der Akademie sollte über „Perspektiven einer nachhaltigen Lebensmittelerzeugung im Oldenburger Münsterland“ debattiert werden. Unter den Gästen: Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Bündnis 90/Die Grünen), Uwe Bartels vom Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland, Monsignore Peter Kossen und Kreislandwirt Hubertus Berges.

Kleine Betriebe

Letzteren hatten die Demonstranten, die vor dem Gebäude standen, ins Visier genommen. „Der Bauernverband puscht die industrielle Fleischerzeugung. Die kleineren Familienbetriebe und die Umwelt bleiben auf der Strecke“, so Manfred Lorentschat, Sprecher einer in der Gründung begriffener Initiative gegen Massentierhaltung.

Während draußen noch protestiert wurde, ging es in der Akademie um die Stärken der Region als Hochburg der Lebensmittel- und Energieerzeugung sowie einhergehende Probleme. Zur Sprache kamen ökologische und soziale Auswirkungen, Belastungen für Boden, Wasser oder Tiere.

Landwirtschaftsminister Meyer verwies zu Beginn seiner Ausführungen unter anderem auf die Probleme der Massentierhaltung für die Umwelt und forderte besseren Tierschutz. Er betonte, dass die Landesregierung plane, kleinere und mittlere Betriebe zu fördern, um so auf eine sanfte Art eine Agrarwende herbeizuführen.

Kreislandwirt Hubertus Berges richtete deutliche Kritik an Meyer. „Minister Meyer ist nicht an Lösungen interessiert“, so Berges. Er verbreite Halbwahrheiten. Beim Thema Nitrate im Grundwasser zweifelte Berges unter anderem eine Trinkwassergefährdung an.

Datenanalyse

„Die Daten müssen genauer angesehen werden“, forderte der Kreislandwirt. Die Tierhaltung habe sich in Deutschland ausgeweitet, doch eine räumliche Konzentration befinde sich in der Region. Es gelte, Gespräche und Diskussionen zu führen. Meyer wiederum forderte mehr Sachlichkeit beim Thema Tierschutz und appellierte darüber hinaus für einen höheren Preis für Lebensmittel.

Uwe Bartels verwies in seinem Statement auf die veränderten Märkte und neuen Herausforderungen. Für ihn sind im Oldenburger Münsterland die Grenzen des Wachstums erreicht. „Wir brauchen neu Steuerungsmodelle“, so Bartels. „Wir können uns nicht abschotten und jeden Preiskampf mitmachen“, sagte Bartels weiter und sprach dann den Machtkampf der Lebensmittelkonzerne an. In Zukunft kann sich Bartels einen Einkauf von Lebensmittel per Internet vorstellen. „Das sind Realitäten“, so Bartels.

Für Monsignore Peter Kossen waren soziale Aspekte und die Werkverträge das Thema. So würden seiner Meinung nach Werksverträge massenhaft missbraucht. Er nannte die Begriffe Ausbeutung und Sklaverei. „So darf man nicht mit Menschen umgehen“, appellierte er. Die Zukunft der Menschheit entscheide sich an der Frage der Solidarität. Fleisch werde unter Wert verschleudert und täglich verhungerten Menschen. In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass der Dialog aller Parteien verstärkt werden muss. Und: Die Verbraucher müssten auch bereit seine, für Lebensmittel mehr zu zahlen. „Es kann so nicht weiter gehen“, sagte ein Zuhörer.

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