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NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

Eine Allrounderin auf dem Hof

18.01.2019

Edewechterdamm Wenn man Anna Ahlers nach ihren Hobbys fragt, bekommt man nicht die Antwort, die man vielleicht von einer jungen Frau ihres Alters erwarten könnte. „Ich habe mich schon immer für Landwirtschaft interessiert“, sagt die 20-Jährige, die auch einen Treckerführerschein besitzt, im Gespräch mit der NWZ. „Meine Hobbys sind eher mädchenuntypisch.“ Neben Schlittschuhlaufen geht Anna Ahlers gerne auf die Jagd – mit Schießgewehr versteht sich.

Genau ihr Ding

Sähen, Melken, Düngen, Traktorfahren, Betriebsführung ist also genau ihr Ding. Das Faible für die Landwirtschaft kommt übrigens nicht von ungefähr. Anna Ahlers stammt selbst von einem Bauernhof in Edewechterdamm. Somit war es für sie selbstverständlich, nach dem Abitur eine Ausbildung zur Landwirtin zu beginnen. Die Abschlussprüfung – bestehend aus Dünger streuen und abdrehen, melken, Tiere nach Euter, Körperaufbau oder Haltung beurteilen – erledigte die Junglandwirtin mit links und hatte auch noch riesigen Spaß dabei. Nach einer auf zwei Jahre verkürzten Ausbildung stand auf dem Zeugnis die Note 1,1.

Ihre liebste Tätigkeit auf dem Hof ist aber die Arbeit mit den Tieren. „Das Melken ist mein Hauptjob“, sagt Anna Ahlers: „Auch die Kälberaufzucht ist für mich ein großes Thema.“ Man könne fast meinen, dass Rinder der 20-Jährigen so heilig sind wie für einen religiösen Inder. Natürlich weiß die ausgelernte Landwirtin trotz ihrer besonderen Beziehung zu Tieren aber auch, dass hinter der Viehzucht der wirtschaftliche Aspekt eines Betriebs steht: „Mindestens zwei Jahre muss die Kuh Milch geben, um die Kosten zu decken.“

Besonders attraktiv macht die Landwirtschaft für Anna Ahlers die Vielfalt des Berufs. „Man ist an der frischen Luft oder im Stall, hat mit Tieren zu tun und fungiert für sie schon mal als Arzt oder Hebamme“, zählt sie auf. Toll findet Anna Ahlers, dass man auf den unterschiedlichsten Wegen zur Landwirtschaft kommen kann: „Es ist egal, ob man Abitur oder einen Hauptschulabschluss hat oder ob man von einem Hof kommt.“ Manche von Anna Ahlers Mitstreitern hätten vorher sogar gar nichts mit Landwirtschaft zu tun gehabt.

Ersatzfamilie gefunden

Im ersten Lehrjahr im Betrieb von Landwirt Rainer Heyne aus Zetel lernte die 20-Jährige viel über Landmaschinen. Ältere Trecker könne sie sogar reparieren. „Den Motor würde ich aber nicht auseinandernehmen“, sagt Anna Ahlers und lacht. Für einen Ölwechsel reiche es allemal.

In Friesland fand sie in Landwirt Heyne quasi einen „Ersatz-Papa“. Ein Freund hatte damals Anna Ahlers bei der Ausbildungsplatzsuche den Hof empfohlen. „Ich bin da noch ständig zu Besuch“, erzählt die 20-Jährige. Das hängt wohl auch damit zusammen, dass sie mit Heynes Söhnen gut befreundet ist. „Ich bin komplett in die Familie ,adoptiert’.“

Das darauffolgende Jahr wechselte die Tierliebhaberin auf einen Hof in der Nähe von Bockhorn zu Landwirt Bernd Eilers. „Dort habe ich viel zur Fütterung gelernt“, erinnert sich die junge Frau vom Küstenkanal. Bei der Futterberechnung sei äußerste Genauigkeit gefragt. „Man dokumentiert, wer gefüttert wurde und womit.“ Je höher die Leistung des Tieres ist, desto genauer müsse man bei der Dosierung sein. „Sonst wird das Tier krank.“

Auch Anna Ahlers‘ Zukunft wird weiterhin von der Landwirtschaft geprägt sein. Ein gleichnamiges Studium absolviert sie an der Fachhochschule Osnabrück. Als Fernziel steht eine Beratungsstelle im Raum: entweder pflanzenbaulich oder für Tierfütterung. Dort könnte die junge Frau vom Küstenkanal für die Landwirtschaftskammer tätig werden. Ein Meister sei auch möglich.

Sie sieht, wo Arbeit ist

Die Edewechterdammerin hilft selbstverständlich auch regelmäßig auf dem elterlichen Hof mit. Langeweile käme da nie auf: „Ich muss nur über den Hof laufen, irgendwas findet man immer.

In der Freizeit sind die jüngeren Landwirte der Region in einer Whats-App-Gruppe bestens vernetzt. Dort werden schon mal Dinge wie Düngeverordnungen ausdiskutiert. „Wir verabreden uns aber auch und gehen zusammen feiern“, verrät Anna Ahlers mit einem Grinsen.

Niklas Grönitz Volontär, 1. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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