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NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

Egon Buß: „Von den Nachbarn lernen“

18.04.2013

Elisabethfehn /Ter Apel „Von unseren Nachbarn können wir sehr viel lernen. Die zeigen uns, wie man vernünftig mit vorhandenen Ressourcen umgeht, sie sinnvoll nutzt und sogar erweitert.“ Egon Buß (65) aus Elisabethfehn spricht von den Menschen in den Niederlanden. Dort hat der Vorsitzende des Fluss- und Kanalschiffervereins Elisabethfehn gerade erst ein besonderes Erlebnis gehabt.

35 Millionen Euro

Egon Buß hat dort vor Wassersportfreunden und Sportbootfahrern einen Vortrag über den Elisabethfehnkanal gehalten und von der drohenden Schließung des einzigen noch schiffbaren Fehnkanals in Deutschland berichtet. Zugleich hat er erfahren, dass die Nachbarn ein ganz anderes Verhältnis zu ihren vielen Kanälen entwickelt haben. Dort werde nicht immer nur auf die monetären Belange geschielt, sondern nach anderen Kriterien investiert. Die touristischen Interessen hätten einen höheren Stellenwert als in der Bundesrepublik, erfuhr Buß bei seinem Besuch in den Niederlanden.

Das drücken unsere Nachbarn aktuell mit einem speziellen Projekt aus. Während in Deutschland über die Zukunft des Elisabethfehnkanals in der Gemeinde Barßel und eine dringend notwendige Investition von bis zu 2,5 Millionen Euro in eine neue Kanalschleuse debattiert wird, handeln die Niederländer sehr viel pragmatischer: Sie haben einen 15 Kilometer langen Fehnkanal gebaut, der Erika und Ter Apel miteinander verbindet und größtenteils nur den Sportbootfahrern dient. Für den „Veenvaart“ genannten Kanal haben sie rund 35 Millionen Euro ausgegeben. Am 13. Juni 2013 wird der Kanal eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben.

Aus Sicht von Egon Buß handeln die Niederländer vorbildlich. Sie erschließen nicht nur neue Fahrtstrecken für die Sportbootfahrer, sondern seien sich auch der historischen Bedeutung der Fehnschifffahrt bewusst. Der neue Kanal führt durch die Moorkolonien der Provinzen Drenthe und Groningen. Die Route verbindet Groningen, das südöstliche Drenthe und die Wasserstraßen in Deutschland mit dem friesischen Seengebiet, Overijssel und Twente und ist deshalb international von Bedeutung, weiß Egon Buß.

57 Unterschriften

Er habe die Sportbootfahrern in den Niederlanden nicht nur über die Aktivitäten der Bürgerinitiative „Rettet den Elisabethfehnkanal“, sondern auch über die Schwerfälligkeit deutscher Behörden informiert. In den Niederlanden habe man kein Verständnis dafür, dass ein Fehnkanal in Deutschland möglicherweise geschlossen werden muss, weil das Geld für eine neue Schleuse nicht vorhanden ist. Für „Veenvaart“ sei eigens eine neue Schleuse für rund 1,6 Millionen Euro gebaut werden, lobt der Elisabethfehner das Vorgehen der Behörden in den Niederlanden. Egon Buß: „Das Handeln dort steht im krassen Widerspruch zur drohenden Schließung des Elisabethfehnkanals.“

Sein Vortrag beim Treffen der Sportbootfahrer in den Niederlanden habe großes Interesse gefunden, berichtete Buß nun nach seiner Rückkehr. Die niederländischen Bootsfahrer hätten ihre Unterstützung zugesagt. Sie seien mit ihren Booten auf dem Elisabethfehnkanal gern gesehene Gäste. Egon Buß: „Die haben unsere Probleme dort verstanden. 57 Niederländer haben nach meinem Vortrag die Unterschriftenliste zum Erhalt unseres Kanals unterschrieben.“

Heinz-Josef Laing Friesoythe / Redaktion Münsterland
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