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NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

Kahlschlag im Strengewald auf dem Prüfstand

21.06.2019

Elisabethfehn Eigentlich sollte der Strengewald, ein Waldstück an der Oltmann-Strenge-Straße in Elisabethfehn im Besitz der Gemeinde Barßel, zu einem stabilen, naturnahen Laub- und Mischwald durch das niedersächsische Forstamt der Landwirtschaftskammer umgebaut werden. Doch die Schäden durch Wind, Wetter und den Borkenkäfer sind laut neuem Förster Carsten Wolken sehr viel größer als bisher gedacht. Bei einer Begehung des Waldes im April mit der CDU-Fraktion stellte der Förster fest, dass rund 70 Prozent der Bäume befallen sind.

So rückte in den vergangenen Monaten der Harvester an. Nicht überzeugt vom derartig schlechten Zustand ist die Gruppe Bürgerfraktion/Grüne im Rat der Gemeinde Barßel. „Ein Kahlschlag in diesem Ausmaß ist nicht erforderlich. Der Wald ist nur rund acht Hektar groß. Wenn ganze fünf Hektar weichen müssen, kann das nicht richtig sein. Da wurden wir einfach vor vollendete Tatsachen gestellt“, sagt Ratsfrau Waltraut Frerichs von der Bürgerfraktion.

Thema im Kreis

Auch auf der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Planung Umwelt des Landkreises Cloppenburg kam das Thema durch einen Antrag der Gruppe Grüne/UWG auf die Tagesordnung. In dem Antrag hatte die Gruppe Antworten auf fünf Fragen zur Rodung im Strengewald gefordert. Unter anderem wurde gefragt, wie die Kreisverwaltung den Zustand des Strengewaldes vor Beginn der Rodung bewertet hat. „Das Forstamt der Landwirtschaftskammer – hier die Bezirksförsterei Thüle – hat den geschädigten Bestand im Herbst 2018 eingehend beurteilt und bereits damals erste Hiebmaßnahmen aus Gründen des Waldschutzes sowie zur Vermeidung weiterer wirtschaftlicher Schäden veranlasst. Bedingt durch die extremen trockenen Witterungsverhältnisse in 2018 war ein starker Befall durch den Borkenkäfer sowie ein nicht unbeachtlicher Windwurfschaden festgestellt worden. Über die Planungen wurde von hier aus das Forstamt Ankum als zuständiges Beratungsforstamt informiert. Von dort aus wurden keine Bedenken geäußert“, heißt es in der Antwort der Kreisverwaltung.

Rodung unausweichlich

Gleichzeitig fragte die Grünen-Fraktion, ob die Rodung aus Sicht der Kreisverwaltung unausweichlich oder auch andere Lösungen denkbar gewesen wären. Nach Paragraf 12 des Niedersächsischen Waldgesetzes sind Hiebmaßnahmen, die sich auf eine zusammenhängende Waldfläche von mehr als einem Hektar erstrecken und den Holzvorrat dieser Fläche vollständig beseitigen, vorher anzuzeigen – die sogenannten Kahlschläge. Nicht anzuzeigen sind allerdings Hiebmaßnahmen in geschädigten Beständen, wenn die Nutzung zur Vermeidung weiterer Schäden wirtschaftlich geboten oder der Kahlschlag aus Gründen des Waldschutzes erforderlich ist. „Eine Anzeige des Kahlschlages durch die Gemeinde Barßel war im vorliegenden Fall aufgrund des geschädigten Bestandes nicht notwendig und somit auch eine Zustimmung der Kreisverwaltung nicht erforderlich. Die Information über die Maßnahmen wurde zur Kenntnis genommen. Aufgrund der vorliegenden Bewertung des Forstamtes der Landwirtschaftskammer (Bezirksförsterei Thüle) ist die Rodung unausweichlich“, heißt es in der Antwort.

Wiederaufforstung 2020

Auf der Ausschusssitzung in Cloppenburg beklagten angereiste Anwohner aber nicht nur die falsche Rodung, sondern auch den Zeitpunkt in der Brut- und Setzzeit. „Im vorliegenden Fall wurden Horstbäume auf der Fläche, besonders im Lärchenbestand, aus Artenschutzgründen belassen. Der gewählte Zeitpunkt ist nicht zu beanstanden, gerade um weitere Schäden zu vermeiden.“ Auch eine Wiederaufforstung ist bereits geplant. „Es soll ein Laubmischwald mit Roteichen, Rotbuchen und Douglasien sowie mit einer Waldrandgestaltung mit standortgerechten Baum- und Straucharten wie Eberesche, Schlehe, Salweide, Haselnuss und schwarzem Holunder angelegt werden. Die Wiederaufforstung ist im Winter 2019/2020 geplant“, heißt es seitens der Kreisverwaltung.

Die Gruppe Bürgerfraktion/Grüne ist mit den Antworten aber nicht ganz zufrieden. „Wir warten zurzeit noch auf mehr Informationen“, sagt Waltraut Frerichs.

Heiner Elsen Friesoythe / Redaktion Münsterland
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