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NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

Strom- und Gasnetz: Entscheidung steht kurz bevor

13.04.2012

VORDERSTEN-THüLE Nach drei Stunden voller Informationen und hitziger Wortgefechte verließen die über 200 Zuhörer den voll besetzten Saal. Ob die Veranstaltung am Mittwochabend im Gasthaus Pollmeyer den Mitgliedern der Räte der Landkreis-Kommunen etwas gebracht hat, bleibt abzuwarten. Wichtig war die Informationsveranstaltung in Vordersten-Thüle aber allemal, denn die Ratsmitglieder werden in diesem Jahr ein wichtige Entscheidung treffen müssen. Die entscheidende Frage wird lauten: Werden die Strom- und Gasnetze in den Kommunen weiterhin von der EWE Netz GmbH betrieben oder soll der künftige Partner die ENW GmbH sein?

„Für Zukunft gerüstet“

Am Mittwochabend machten Vertreter der EWE und der ENW (siehe Info-Kasten) nacheinander Werbung in eigener Sache, um die Besucher von sich als den richtigem Partner zu überzeugen. Hintergrund des Treffens ist das Auslaufen der Strom- und Gaskonzessionsverträge mit der EWE AG Ende 2012. Jede einzelne Kommune ist dann gesetzlich in der Lage, neu über die Vergabe des Versorgungsnetzes – hierbei geht es nur um die Leitungen, nicht um den Strom oder das Gas selbst – zu entscheiden (die NWZ  berichtete). Bislang erhalten die Kommunen rund sechs Millionen Euro pro Jahr für die so genannte Wegenutzung. Das ist den meisten Kommunen zu wenig. Sie erhoffen sich durch eine Mehrheitsbeteiligung an der ENW höhere Erlöse.

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Torsten Maus von der EWE Netz GmbH betonte, dass die Versorgungssicherheit („Ein wichtiges Thema und Standortfaktor für Unternehmen“) in gewohnter Weise durch die EWE gewährleistet sei. Das Unternehmen habe die Kompetenz, die 3700 Kilometer langen Gasleitungen und 6000 Kilometer langen Stromleitungen sicher zu betreiben. Zudem sei man für die „Energieversorgung der Zukunft“, laut Maus die Verknüpfung von Energie, Informationstechnologie und Telekommunikation sowie die steigende Einspeisung von Energie aus Erneuerbaren Energien (EEG), gerüstet. Bei der ENW sehe er das nicht: „Sie können das alles nicht mit kleinen Strukturen lösen.“ Die EWE Netz GmbH biete den Kommunen einen aus ihrer Sicht verbesserten Wegenutzungsvertrag an, der unter anderem mehr Geld und eine längere Gewährleistung beinhalte. Zudem wird die Gründung einer EEG-Gesellschaft mit kommunaler Mehrheit und eine Beteiligung an Windparks angeboten. Eine Minderheitsbeteiligung an der ENW wurde ausgeschlossen.

„Wollen mehr Einfluss“

„Die Kommunen wollen mehr Einfluss und eine bessere Beteiligung am wirtschaftlichen Erfolg“, sagte Dr. Dieter Göken als ENW-Vertreter. Daher wurde die Energienetze Nordwest GmbH gegründet. Das Problem sei, dass die ENW noch kein endgültiges Finanzierungskonzept erstellen könne, da die EWE die dafür notwendigen Zahlen nicht bereit stellen würden. „Wir haben nur ein Anrecht auf diese Zahlen, wenn uns die Kommunen die Konzessionen überlassen“, sagte der Wirtschaftsprüfer. Das Modell der ENW sieht vor, dass sich die Kommunen mehrheitlich an der Gesellschaft beteiligen und sich strategische Partner mit ins Boot holen. Die Thüga AG aus München und die Enercon GmbH aus Aurich hätten bereits Interesse bekundet. Auch die Stadtwerke Osnabrück als Netzbetreiber seien denkbar. Die ENW würde dann das Gas- und Stromnetz von der EWE zu einem „angemessenen Preis“ (im Raum steht eine Summe zwischen 200 und 400 Millionen Euro) abkaufen wollen. Man würde sich zudem verpflichten, alle 100 im Landkreis beschäftigten Mitarbeiter der EWE Netz GmbH zu übernehmen und Unternehmen vor Ort bei Aufträgen zu berücksichtigen.

ENW: Die „Energienetze Nordwest GmbH“ (ENW) wurde am 9. November 2010 von allen 13 Städten und Gemeinden des Landkreises Cloppenburg gegründet. Alle Bürgermeister der Kommunen unterzeichneten im Friesoyther Rathaus einen entsprechenden Vertrag. Die neue Netzgesellschaft kann sich im Rahmen des Bekanntmachungs- und Auswahlverfahrens bei den Kommunen um die Energiekonzessionsverträge bewerben – so wie andere Gesellschaften, etwa die EWE AG, auch. Der Sitz der „Energienetze Nordwest GmbH“ ist in Cloppenburg. Als Geschäftsführer wurden die Ersten Stadträte von Cloppenburg und Friesoythe, Andreas Krems und Dirk Vorlauf, bestellt. Die Gemeinde Molbergen ist bereits wieder aus dem Gemeinschaftsprojekt ausgestiegen.

Carsten Bickschlag Redaktionsleitung Cloppenburg/Friesoythe / Redaktion Münsterland
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