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NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

Treibstoff: Erklärungsbedarf an Zapfsäulen

10.03.2011

FRIESOYTHE „Niemand wird einen Motorschaden riskieren, um fünf Cent an der Zapfsäule zu sparen“, ist sich Reinhard Lenz von der bft-Tankstelle in Sedelsberg sicher. Er ist dem neuen Treibstoff E 10 gegenüber äußerst skeptisch: „Ich würde nur auf neuen Treibstoff E 10 umstellen, wenn kein Super mehr hergestellt wird.“ Viele Benzinkunden scheinen ähnlich zu denken: Peter Ludmann, Geschäftsführer der Avia Tankstelle Harkebrügge, berichtet, dass sich noch kein Kunde danach erkundigt hat, wann es den neuen Sprit bei ihm geben wird.

Fehlende Information

Statt erhöhten Interesses besteht eher Skepsis. „Die meisten Kunden erkundigen sich eher danach, ob sie auch sicher kein E 10 getankt haben“, weiß Mitarbeiterin Beatrix Dziallas vom Autohaus Schütte in Scharrel. Sie und ihr Kollege Holger Battram haben bemerkt, dass viele Kunden aufgrund des neuen Treibstoffes verunsichert sind. Timo Lücking aus Barßel zum Beispiel fühlt sich nicht ausreichend informiert: „In den Tankstellen hingen zwar die Plakate, aber genauere Information musste man sich schon selbst suchen.“ Noch drastischer formuliert es Ewald Menkens. Der Mann der Betreiberin der Friesoyther Esso-Tankstelle empört sich, dass Informationspflicht auf die Tankstellen abgewälzt wird.

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Nicht nur an der Informationsverbreitung, auch an der Sinnhaftigkeit scheiden sich die Geister. „Im Prinzip ist das Quatsch“, meint Tankstellenbetreiber Lenz, „die Politiker wollen sich mit der überstürzten Einführung nur profilieren.“ Er prognostiziert, dass E 10 bald vom Markt verschwinden wird, wenn weder Autohersteller noch Mineralölgesellschaften eine Garantie für die Verwendung von E 10 geben. So skeptisch blickt Autoverkäufer Holger Battram für E 10 nicht in die Zukunft. Er ist bereits seit 15 Jahren im Autogeschäft tätig und meint: „Ich schätze, dass sich der neue Kraftstoff durchsetzen wird. In den Vereinigten Staaten ist das Öko-Benzin schon seit Jahren auf dem Markt und dort wurden bisher keine Motorschäden gemeldet.“

Verschiedene Ansichten

Auch Ludmann von der Avia Tankstelle ist optimistischer: „Der Ethanolanteil im normalen Benzin lag vorher bei 5 Prozent, nun hat sich der Anteil ,nur’ verdoppelt. Ich gehe nicht davon aus, dass jetzt plötzlich große Schäden zu erwarten sind.“ Stattdessen erwartet er, dass sich der neue Sprit durchsetzen wird: „Es wird wohl so ablaufen, wie bei der Umstellung vom verbleitem zu bleifreiem Benzin: Wenn der Gesetzgeber es vorschreibt, wird es auch so kommen.“ Leise Kritik übt allerdings auch Ludmann. Er sagt: „Ich finde es nicht richtig, dass es so übers Knie gebrochen wurde.“ So bleiben viele Verbraucher, wie beispielsweise Thomas Winter aus Harkebrügge, zurückhaltend: „Ich werde erst dann E 10 tanken, wenn es keine andere Alternative gibt.“

Seit Jahresanfang gibt es den neuen Treibstoff E 10. Das Superbenzin enthält bis zu zehn Prozent Bioethanol. Typische Ausgangsstoffe für Bioethanol sind Zuckerrüben, Zuckerrohr oder Weizen.

Rund 90 Prozent der zugelassenen Fahrzeuge mit Benzinmotoren vertragen E10. Bei den restlichen etwa drei Millionen Stück ist Vorsicht geboten.

Autofahrer, die sich nicht sicher sind, ob ihr Fahrzeug E10 verträgt, sollten beim Hersteller nachfragen. Der höhere Ethanolanteil kann vor allem Aluminiumteile in Motor und Kraftstoffanlage angreifen. Eine Übersicht zur E10-Verträglichkeit von Kraftfahrzeugen bietet die Deutsche Automobil Treuhand (DAT) unter  

Ergebnis des Benzingipfels am Dienstag war, dass die Bundesregierung trotz der Verunsicherung bei Millionen Autofahrern am Biosprit E 10 festhält. Zugleich soll besser darüber informiert werden.

Evelyn Eveslage Wardenburg / Redaktion Wardenburg
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