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Ferien: „Es ist ein schönes Flecken Erde“

13.07.2011

THüLSFELDE Es fühlt sich an, wie die Ruhe vor dem Sturm, ruhig ist es am Montagmittag auf dem Campingplatz von Georg Wilken. Bei rund 24 Grad im Schatten liegen die meisten Parzellen still da. Nur vor einigen stehen Autos oder Fahrräder. Man hört das Blöken von Schafen herüberwehen. Sie stehen auf dem nahen Deich der Thülsfelder Talsperre.

„Es ist noch nicht viel los“, bestätigt Wilken, der am Rande des Platzes hinter dem Tresen des Kioskes steht. Erst 23 Familien seien angereist, zehn Prozent des Platzes seien damit belegt. „Ab der nächsten Woche haben wir aber viele Anmeldungen“, ergänzt der 55-Jährige. Und viel hänge vom Wetter ab.

Einer von denen, die schon auf dem Platz sind, ist Hans-Georg Helmerichs. Der 64-jährige Bremer ist gerade mit seiner Frau Renate (73) an ihrem Wohnwagen angekommen. „Wir kommen seit 1969 hierher“, erzählt Helmerichs. „Damals gehörten wir zu den ersten hier auf dem Platz.“

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Sie kämen fast jedes Wochenende an die Talsperre, dieses Mal würden sie für drei Wochen bleiben. Warum diese Treue zur Talsperre? „Es ist doch ein schönes Fleckchen Erde hier“, sagt Hans-Georg Helmerichs. „Man muss nicht immer weit wegfahren, um Erholung und Ruhe zu finden.“ Die beiden erzählen, dass sie bei ihren Aufenthalten mit den anderen Campern feiern, mit dem Rad fahren oder Spazierengehen. Von der Frage, ob sie auch baden, ist Hans-Georg Helmerichs allerdings überrascht: „In der Talsperre? Nein, das Wasser mag ich nicht. Das stinkt mir zu sehr nach Fisch.“

Fischgeruch?

Ein Urteil, das Teresa Elberfeld nicht bestätigen kann. „Also Fisch habe ich nicht gerochen.“ Die Wasserqualität scheine gut zu sein – was sich mit den Angaben des Landesgesundheitsamtes deckt, die Werte der jüngsten Messung vom 21. Juni für „sehr gut bis gut“ hält. Die 18-Jährige liegt mit ein paar Gleichaltrigen am Strand bei Petersfeld. Um sie herum wuseln 99 Kinder im Alter zwischen acht und zehn Jahren. Sie baden, spielen Ball oder Karten, bauen Sandburgen.

Die Gruppe zeltet in Resthausen, es handelt sich um eine Ferienfreizeit der Kirchengemeinde Bakum (Landkreis Vechta). „Wir sind hierher gekommen, weil es kostengünstiger ist als das Schwimmbad in Cloppenburg. Und hier wird man nicht nach zwei Stunden rausgeworfen, so wie dort,“ ergänzt Henrik Kellermann (21), ebenfalls Gruppenleiter aus Bakum. Allerdings sei das Wasser noch recht kühl, meinen die jungen Leute. Kellermann: „Man muss nur ein bisschen Mut haben und reingehen. Irgendwann geht es.“

Ideal für Radgruppen

Für eine Jugendgruppe sei auch gut, dass das Gewässer problemlos mit dem Rad zu erreichen sei. „Wenn wir durch eine Innenstadt fahren, müssen welche von uns Straßen sperren, damit die Gruppe durchfahren kann“, so Kellermann. Dafür hätten dann einige Autofahrer kein Verständnis.

Mit Rädern unterwegs ist auch die Familie Lampe aus Lastrup. Die Eltern Annette (43) und Ludger (47) verbringen mit ihren beiden Töchtern zwei Wochen an der Talsperre. Sie haben sich einen Bungalow gemietet. Die neunjährige Tochter Pia-Marie sagt, während sie genussvoll ein Eis schleckt, dass ihr das Wasser am besten gefalle. Ihr Vater meint: „Wenn das Wetter gut ist, ist es überall gut.“ Auch sei es an der Talsperre „nicht teurer als anderswo.“ Lampe wirkt zufrieden.

Ein paar Stunden später, am Strand, ist das nicht mehr ganz so. Er ist genervt, weil es zu schwierig sei, etwas einzukaufen. Man müsse zu weit fahren zum nächsten Supermarkt. Auch das Angebot der Kioske sei zu dürftig. „Und wann sind die eigentlich mal besetzt?“, schimpft er und zeigt auf einen Aussichtsturm Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Eine Frage, die ihm zuvor auch andere Badegäste gestellt haben.

„Wir sind jetzt eine Woche im Zeltlager“, erklärt Michael Pleye am Telefon. Er ist Vorsitzender der zuständigen DLRG-Ortsgruppe Garrel. Eine andere Gruppe, die den Dienst übernehmen wollte, habe spontan abgesagt. Ab Montag, 18. Juli, würde seine Gruppe den Dienst wieder übernehmen: „Jeden Tag bis zum Ende der Ferien, von 10 bis 18 Uhr.“

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