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NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

Exzellenter Ruf und „Klocks“ hallen nach

19.12.2018

Friesoythe Von einem „wichtigen Einschnitt“ (Pfarrer Michael Borth) war die Rede – nicht chirurgisch gemeint, sondern in Bezug auf die Verabschiedung von Dr. Robert Greinert als Chefarzt für Innere Medizin und Gastroenterologie. Wohl kaum ein Arzt kenne das „Innenleben“ der Südoldenburger besser als Dr. Greinert, meinte Kollege Dr. Burkhard Schute – diesmal durchaus wortwörtlich gemeint.

Am Freitagabend wurde der Mediziner feierlich in den Ruhestand verabschiedet – wenngleich er weiter am St.-Marien-Hospital beschäftigt ist, bis ein Nachfolger gefunden wurde. Weiterhin wird Dr. Greinert am Medizinischen Versorgungszentrum in Ostrhauderfehn tätig sein.

Beinahe 20 Jahre war Dr. Greinert als Chefarzt am Friesoyther Krankenhaus beschäftigt, blickte Hospital-Geschäftsführer Bernd Wessels zurück. In Bad Pyrmont geboren, entschied er sich schon vor dem Abitur dazu, Arzt zu werden. Nach Uni und Wehrdienst startete er 1979 in Bad Oeynhausen die Ausbildung zum Arzt. Sein Chef dort: Prof. Peter Lesch. Der erinnerte sich auf der Abschiedsfeier an seinen alten Schützling, lobte dessen Arbeit und erinnerte an manche Anekdote.

In Friesoythe trat Dr. Greinert am 8. Januar 2000 seinen Dienst an – mit Verzögerung, weil man ihn in Bad Oeynhausen wegen des Milleniumwechsels und daraus befürchteter Schreckensszenarien nicht eher ziehen lassen wollte –, als einziger Gastroenterologe im Landkreis Cloppenburg.

Mit der Erfahrung seien Ansehen und Anerkennung gewachsen, lobte Wessels. Er habe sich dem Diktat der Ökonomisierung im Gesundheitswesen in den Weg gestellt, manche ärztliche Entscheidung gegen ökonomische Argumente verteidigt und sich stets für den Patienten eingesetzt, lobte Wessels.

Auch die qualifizierte Entzugsbehandlung – ein Feld, mit dem sich der Internist schon in Bad Oeynhausen befasste – etablierte Dr. Greinert in Friesoythe, erinnerte der Krankenhaus-Chef.

Nicht nur im Ranking des „Focus“, in dem auch Kollegen die Expertise des Friesoy­thers als „top“ bewerteten, sondern auch die bloße Anzahl an Patienten spreche für die Qualität, so Wessels. Er habe sein Leben ganz dem Beruf untergeordnet: „Von einer guten Work-Life-Balance kann keine Rede sein.“ Die zu verbessern soll die Wandertour im Wilden Kaiser – Drehort des „Bergdoktors“– beitragen, die Wessels schenkte.

Ein exzellentes „Arbeitszeugnis“ stellte Dr. Ralf Weise, ärztlicher Direktor des St.-Marien-Hospitals, dem scheidenden Mediziner aus: „Zu jeder Schandtat bereit“, „zum Teil wie ein kleiner Terrier“, „akribisch“, „loyal“, „organisationsfreudig“, „gesellig“, „schnell“, „mitarbeiterfreundlich“, „lustig“, manchmal „sarkastisch“ – nur einige der Attribute, die Weise von Kollegen und Mitarbeitern in den Block diktiert bekam. Im Gehör blieben seine „Klocks“, die sein Kommen frühzeitig ankündigten.

Im Namen der niedergelassenen Ärzte attestierte Dr. Burkhard Schute dem Internisten eine große „Abgeklärtheit“ und lobte die „feste Institution“, auf die sich die „Niedergelassenen“ verlassen könnten. Die Mitteilung, dass Dr. Greinert in den Ruhestand gehe, sei „ein kleiner Schock“ gewesen, so Schute.

Bei den niedergelassenen Kollegen bedankte sich Greinert ebenso wie bei Mitarbeitern, Kollegen und seinem „Team“, das ihm einen außergewöhnlichen letzten Arbeitstag bereitet hatte. „Das Krankenhaus steht heute gut da“, verwies Dr. Greinert auch auf wirtschaftlich schwierige Zeiten. Man habe sich aber die Unabhängigkeit bewahrt. Die Unabhängigkeit müsse sich auch in Zukunft bewähren. Stolz darauf sei er, dass sich Patienten bei ihm „gut aufgehoben“ gefühlt hätten.

Die hinzugewonnene Freizeit möchte er nun für „Reisen und mehr Zeit für die Familie“ investieren, verriet Dr. Greinert im NWZ-Gespräch.

Reiner Kramer stv. Redaktionsleitung Friesoythe / Redaktion Münsterland
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