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NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

Arbeitsstätte Altenoythe: Werkstatt für behinderte Menschen näht Schutzmasken

07.03.2020

Friesoythe /Berlin Bislang haben sie Krabbeldecken und Taschen in der Behindertenwerkstatt genäht - nun fertigen die Frauen und Männer Mundschutzmasken für Krankenhäuser und Arztpraxen. „Wir haben schon 50 bis 100 Stück genäht“, erzählt Julia Bloedorn von der sozialen Arbeitsstätte Altenoythe des Caritas-Vereins im Kreis Cloppenburg. „Die ersten waren Übung, jetzt läuft es. Sie werden verpackt und zum Kunden gehen“, berichtet die Gruppenleiterin der Näherei. Die 29-Jährige findet die neuen Aufträge spannend. „Es ist mal etwas ganz anderes.“

Mundschutzmasken sind derzeit heiß begehrte Ware. Die weltweite Ausbreitung des neuen Coronavirus hat die Nachfrage in die Höhe getrieben. Die Krankenhäuser haben Vorräte, doch Nachbestellungen sind mitunter schwierig, wie der Sprecher der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Joachim Odenbach, in Berlin sagt.

Das St. Marien Hospital in Friesoythe im Kreis Cloppenburg hat deshalb die nahe gelegene Behindertenwerkstatt beauftragt, Mundschutzmasken für den OP-Bereich herzustellen. „Wir müssen vorsorgen für den Notfall. Die Lieferungen sind bereits verzögert“, sagt Christian Schepers vom Einkauf des Krankenhauses. Auch er sieht den Grund für die Lieferengpässe im neuen Erreger Sars-CoV-2, der die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann. „Alle sind am Bunkern.“

In der sozialen Arbeitsstätte des Caritas-Vereins freuen sich die Menschen über die neue Aufgabe. „Dass die Beschäftigten so ein Produkt fertigen können, ist etwas Tolles“, sagt Einrichtungsleiter Ludger Rohe. „Derzeit haben wir Aufträge für mehr als 3000 Schutzmasken.“ Zudem gebe es Anfragen von weiteren Krankenhäusern, Arztpraxen und der Feuerwehr. Er rechne mit neuen Aufträgen. „Wir können am Tag 300 bis 400 Masken nähen.“

Mit dem Krankenhaus in Friesoythe arbeitet die Werkstatt schon länger zusammen - Produkte für den OP-Bereich haben die Beschäftigten bisher nicht hergestellt. Von den Einweg-Masken, die das St. Marien Hospital und andere Kliniken bislang benutzen, unterscheiden sich die in der Werkstatt genähten Produkte deutlich. Die Masken sind aus grau-meliertem Stoff und lassen sich über türkisfarbene Bänder am Kopf befestigen. Sie können gewaschen, sterilisiert und mehrfach verwendet werden, wie der 61-jährige Rohe sagt.

Neben den Aufträgen für Schutzmasken hat die Einrichtung inzwischen auch Aufträge für Kittel und Hauben für den OP-Bereich eines Krankenhauses angenommen. „Derzeit werden die Schnittmuster hergestellt, der Stoff ist bestellt“, erzählt Gruppenleiterin Bloedorn. Die 23 Beschäftigten der Näherei teilten sich bei den Arbeiten auf. „Die Hälfte der Gruppe kann nähen, die anderen arbeiten zu“, erklärt Bloedorn mit Verweis auf die verschiedenen Beeinträchtigungen der Beschäftigten.

Für die Schutzmasken sind derzeit vier Näherinnen eingeplant, andere bügeln den Stoff oder verpacken die Produkte. Besonders schwierig ist die neue Aufgabe Bloedorn zufolge nicht. „So eine Schutzmaske ist wesentlich einfacher zu nähen als eine Krabbeldecke.“

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